Christus alles und in allen

Kolosser 3,11; Kolosser 4,1

Christus ist alles – alles für Gott und alles für uns Christen. Er ist die Person der Ratschlüsse Gottes. Das ganze Wort Gottes hat Ihn zum Mittelpunkt. In diesem Licht sollen wir die Bibel lesen. Im Alten Testament war Er in Vorbildern verborgen, doch im Neuen Testament wird Er in seiner ganzen Vollkommenheit offenbart.

Christus ist alles! Daraus folgt, dass wir ausser Ihm nichts, gar nichts sind. Dies ist der Schlüssel zu den Versen, die auf die Erklärung «Christus alles und in allen» folgen (Kol 3,12 - 4,1). Dieser Abschnitt zeigt uns Christus: als unseren Platz – als unser Beispiel – als unseren Frieden – als unsere Speise – als Gegenstand unseres Herzens.

Christus – unser Platz

Sein Platz ist unser Platz: «Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte.» Das alles ist Er, und das sind auch wir in Ihm. Der Christ ist von Gott auserwählt. Auch wenn er sich dessen bei seiner Bekehrung noch nicht bewusst ist, so ist es dennoch Tatsache. Wenn jemand das Evangelium im Glauben annimmt, wird er nachher erkennen, dass er von Gott auserwählt worden ist.

Der Erlöste gleicht einem Menschen, der zu einem Haus kommt, das aussen die Inschrift trägt: «Wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.» – «He, ihr Durstigen alle, kommt zu den Wassern!» Er hat diese Einladung angenommen und ist eingetreten. Im Inneren des Hauses sieht er nun die Inschrift: «Auserwählt nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, durch Heiligung des Geistes.»

Der gläubige Christ ist in seiner Stellung auch ein Heiliger. Er ist geheiligt worden. Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, hat ihn von allen Sünden gereinigt.

Schliesslich ist jeder Erlöste ein Geliebter. Er weiss sich von Gott geliebt, und zwar – wunderbare Wahrheit – mit der gleichen Liebe, mit der Christus als Mensch von Gott geliebt wird.

Wir sehen also, dass der Platz Christi durch Gnade unser Platz ist.

Christus – unser Beispiel

Wir haben gewisse Merkmale anzuziehen: «Zieht nun an … herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Langmut.» Wer hatte ein Herz voller Erbarmen wie Christus? Wer war so gütig wie Er? Wer so demütig? Wer erduldete, wie Er es tat, solch grossen Widerspruch von den Sündern? Nun, wir sollen uns ebenso verhalten und diese Eigenschaften in unserem Verhalten zeigen. Wir werden aufgefordert, Spott und Verachtung so zu ertragen wie Er. Es soll uns bewusst sein, dass wir getrennt von Christus nichts sind. Darum steht es uns zu, sanftmütig und demütig zu sein.

Christus – unser Friede

«Der Friede des Christus regiere in euren Herzen.» In Johannes 14,27 sagt der Herr: «Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.» Der erstgenannte «Friede» ist der Friede des Gewissens, den Er durch das Blut seines Kreuzes gemacht hat. Der zweite ist der Friede des Herzens, den Er jederzeit mit dem Vater genoss, als Er durch diese Welt ging. Von diesem Frieden des Herzens wird hier in Kolosser 3 gesprochen. Er soll allezeit im Herzen des Christen regieren.

Wir haben in Matthäus 11,25 ein Beispiel dieses Friedens. Er offenbarte sich bei Jesus in dem Augenblick, als Johannes der Täufer über den Dienst des Herrn Zweifel äusserte und als der Herr die Städte schelten musste, wo die meisten Wunderwerke geschehen waren. «Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde.» Diese und die folgenden Worte zeugen von seinem Herzensfrieden, inmitten von Schmerz und Ablehnung. Dieser Friede soll auch uns beherrschen.

Christus – unsere Speise

«Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen.» In Johannes 6,57 lesen wir: «Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe des Vaters wegen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben meinetwegen.»

Die ganze Bibel ist von Christus erfüllt. Sein Name ist wie ein goldener Faden hineingewoben. Er ist das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Er ist unser Leben. Darum soll Er auch die Speise dieses Lebens, die Nahrung unserer Seelen sein. Heute, wo so viel minderwertige Literatur angeboten wird, müssen wir darüber wachen, was wir lesen. Nähren wir die alte oder die neue Natur? Beschäftigen wir uns mit wertloser und schädlicher Unterhaltungsliteratur oder mit Sensationsnachrichten?

Nur das Wort Gottes kann der neuen Natur das geben, was sie nötig hat. Darum soll das Bibellesen den ersten und wichtigsten Platz einnehmen, wenn wir auch aufgrund unserer Arbeit oder unseres Studiums andere Bücher lesen müssen.

In seinem ersten Brief an Timotheus ermahnte Paulus sein geliebtes Kind im Glauben, sich dem Vorlesen zu widmen (1. Tim 4,13). Bevor wir jedoch anderen dienen können, stellt sich uns die Frage, ob wir selbst Geschmack am Wort des Christus gefunden haben und ob wir es persönlich lieben.

Christus – der Gegenstand unseres Herzens

«Alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn.» Ist der Herr Jesus nicht nur der Gegenstand unseres Redens, sondern auch unseres Tuns? Fragen wir uns immer: Kann ich im Namen des Herrn Jesus dieses tun oder dorthin gehen? Ob wir nun unsere gewohnte Tagesarbeit verrichten oder das Evangelium weitergeben – alles soll in seinem Namen getan werden.

Die weiteren Verse (Kol 3,18 – 4,1) zeigen uns, dass Christus in jeder Stellung des Lebens unser einziger Beweggrund sein soll – ob wir Ehefrauen oder Ehemänner, Kinder oder Eltern, Knechte oder Herren sind. Wir gehören nicht uns selbst. Unser Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes. In unserem Körper dürfen wir Gott verherrlichen. Lasst uns immer und überall an unsere Beziehung zum Herrn Jesus denken! Einst waren wir Sklaven Satans und gebunden für seinen Willen. Nun aber gehören wir Christus an. Jederzeit soll es unser Wunsch sein, Ihm zu gefallen.