Sei stark!

1. Korinther 16,13, Epheser 6,10, 2. Timotheus 2,1

Männer wie Josua, Salomo, Esra oder Daniel wurden aufgerufen, stark zu sein. Generell richtet sich dieser Aufruf an alle, die auf den Herrn harren (Ps 27,14). Damit ist jeder angesprochen, der sich entscheidet, ein Leben im Glauben und im Vertrauen auf den Herrn Jesus zu führen.

«Wacht, steht fest im Glauben; seid mannhaft; seid stark!» (1. Kor 16,13).

Doch aus Erfahrung weiss ich, dass ich schwach bin. Schwach angesichts von Versuchungen. Schwach, wenn ich von meinem Herrn zeugen könnte. Schwach, sooft ich einen schwierigen Dienst tun oder andere unterstützen soll. Fordert mich denn Gott zu etwas auf, wozu ich gar nicht fähig bin? Sicher nicht. Paulus kam zum Schluss: «Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark» (2. Kor 12,10). Damit bezeugte er, dass er persönlich keine Kraft besass. Alles kam vom Herrn. Nur in der Kraft, die Gott gibt, entsteht Frucht für Ihn, unabhängig von meinem Empfinden oder meiner Kraftlosigkeit.

Zwei Bibelverse helfen mir, auf die richtige Weise zu «Kräften» zu kommen.

«Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke» (Eph 6,10).

Keiner zweifelt daran, dass der Herr Jesus mächtig ist. Er hat seine Macht schon vielfach bewiesen. In der Erschaffung und dem Erhalten der Schöpfung (Heb 1,2.3). Er gebot Wind und Wellen, und sie gehorchten Ihm (Lk 8,25). Er überwand den Tod und erweckte Tote zum Leben (Lk 7,11-17; Joh 11,17-44). Auch seine Hingabe in den Tod geschah, weil Er dazu die Gewalt hatte (Joh 10,17.18). Seine Macht wird einmal ganz besonders gezeigt, wenn Er wieder auf die Erde kommen und sein Reich aufrichten wird (Mt 24,30; 2. Thes 1,7).

Während seines Lebens hat Er den Starken (den Teufel) gebunden und sich so als der Stärkere erwiesen (Lk 11,21.22). Am Kreuz hat Er den, der die Macht des Todes hat, durch den eigenen Tod zunichte gemacht. Wie gross ist die Kraft und Macht unseres Herrn Jesus!

Jetzt werde ich aufgefordert, im vollen Bewusstsein dieser Kraft voranzugehen. Sie kann auch in meinem Leben kraftvoll wirken. Wir werden «gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit» (Kol 1,11). Wenn ich so lebe, dann gleiche ich den Glaubenshelden, die «aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampf stark wurden» (Heb 11,34).

«Sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist» (2. Tim 2,1).

Das Leben eines Israeliten war von den Forderungen des Gesetzes geprägt. Sicher erkannte er auch die Gnade Gottes, die sich in allen Heilszeiten zeigte. Doch viele Verheissungen waren an seinen persönlichen Gehorsam gebunden und an den Zustand des Volkes Gottes geknüpft. Manch einer war wohl ganz entmutigt, weil er feststellen musste, wie weit sein Leben von den Erwartungen Gottes entfernt war.

Die christliche Zeit wird durch die Gnade bestimmt, die in Christus Jesus ist. Aber Timotheus war eher eine zaghafte Persönlichkeit. Sein ängstlicher Charakter behinderte ihn im Glaubensleben und in seinem Dienst. Vermutlich war er scheu und in gewissen Punkten gehemmt. Paulus munterte ihn deshalb auf und legte ihm ans Herz, auf die Gnade zu zählen. Wenn er dachte, seine Kraft und seine Fähigkeiten würden nirgends hinreichen, war die Gnade im Herrn Jesus da, die alles Mangelnde bei weitem kompensierte. Paulus hatte selbst diese Erfahrung gemacht (1. Kor 15,10).

Gott stellt seine Gnade nicht in willkürlicher oder gönnerhafter Weise zur Verfügung. Er gibt sie im Überfluss. Sie entspringt seiner «Fülle» (Joh 1,16). Er schenkt sie in jeder Situation, denn Er ist der «Gott aller Gnade» (1. Pet 5,10). Garantiert wird uns die Gnade «in Christus Jesus». Sie hängt deshalb nicht von uns, sondern von Ihm ab.

Alle Kraft und alle Gnade, die wir nötig haben, kommen nur vom Herrn. Wollen wir sie nicht täglich in Anspruch nehmen und den Glaubensweg mutig weitergehen?