Auf dem Weg zur Herrlichkeit

Lukas 12,22-38

Der Herr Jesus will, dass unsere Herzen nach oben gerichtet seien und dass wir Ihn selbst besitzen. Es geht hier darum, «sein Reich» zu suchen (V. 31), unseren Schatz «in den Himmeln» zu haben (V. 33) und auf die Rückkehr des Meisters zu warten. In der dunklen Nacht, die uns umgibt, sind wir in Gefahr, uns zu verirren und einzuschlafen. Um uns durch die Offenbarung seiner Herrlichkeit zu heiligen, ist der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren (Joh 17,19), und von dorther redet Er zu uns. Wir haben auf der Erde unsere Aufgabe zu erfüllen, aber der Herr versichert uns, dass uns dabei nichts mangeln wird. Er nimmt alle Sorgen weg, die unsere Herzen beschweren könnten, indem Er sagt: «Seid nicht besorgt für das Leben» (Lk 12,22). Viele von uns kennen diese Sorgen. Der Herr Jesus zeigt uns an Beispielen, dass wir weder für das Leben, noch für die Nahrung, noch um Kleidung besorgt sein sollen (V. 24-28). Gott hat uns das Leben gegeben; Er selbst hat unseren Leib gebildet: Wird Er sich nicht auch um alle seine Bedürfnisse kümmern? Wir können sicher sein, dass Er uns im gegebenen Augenblick zu Hilfe kommt.

Damit wir das ewige Leben hätten, hat uns Gott seinen eigenen Sohn gegeben: Wird Er uns mit Ihm nicht auch alles schenken (Röm 8,32)? Er wacht über alles, was seine Hand geschaffen hat. Die Sperlinge, die Raben, die Lilien des Feldes sind Gegenstände seiner Fürsorge. Sind wir in seinen Augen nicht viel vorzüglicher als sie, wir, die nicht nur in seinem Bild erschaffen wurden, sondern auch, durch Gnade, seine geliebten Kinder geworden sind? «Euer Vater aber weiss, dass ihr dies nötig habt» (V. 30). Es muss uns nicht wundern, dass die «Nationen der Welt» nach allem diesem trachten, mit Mühen und Sorgen dafür wirken, weil sie keine Hoffnung haben und ohne Gott sind (Eph 2,12); aber wir haben viel Besseres zu tun.

Nachdem der Herr Jesus alle unsere Sorgen beiseite getan und uns die volle Zusicherung gegeben hat, dass Gott von unseren Bedürfnissen Kenntnis nimmt, wie sie auch sein mögen, beschäftigt Er uns mit unserer himmlischen Berufung. Er versetzt uns in jene Sphäre, wo alles Ruhe, Frieden und Glück ist. Wenn Er hinaufging, so will Er, dass die Herzen der Seinen Ihn in jenen Schauplatz der Herrlichkeit begleiten (V. 31), nach dem wir durch Glauben zu trachten haben.

Aber da ist noch eine andere wichtige Wahrheit: Während der Abwesenheit des Herrn begegnen wir Feinden und sind in Gefahr, in ihre Schlingen zu fallen. Wir sind eine «kleine Herde» (V. 32) und Satan kennt unsere Schwachheit. Wir hätten wirklich Grund zu zittern, aber der Herr Jesus sagt uns: «Fürchte dich nicht, du kleine Herde.» Aber wie können wir, die schwach sind und uns weder auf eigene Kraft noch Weisheit zu stützen vermögen, ohne Furcht sein? Wenn wir unsere Blicke auf den gerichtet halten, dessen Liebe und Macht unendlich sind: «Es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben» (V. 32). Sein Name sichert uns seine Vaterliebe und seine ununterbrochene Fürsorge zu. Schätzen unsere Herzen diese himmlische Beziehung mit dem Vater, die uns mit solcher Gnade umgibt, in ihrem wahren Wert? Er hat uns für eine unendliche Herrlichkeit bestimmt; wir sind Erben eines Reiches, vor dem alle irdische Pracht verbleicht und erlischt.

Haben wir also nicht jeden Anlass, mit einem fröhlichen Herzen voranzugehen, das von Vertrauen erfüllt ist? Von was für einer Herrlichkeit sind wir doch Teilhaber, da wir mit dem verbunden sind, den Gott «gesetzt hat zum Erben aller Dinge» (Heb 1,2)! Wir können uns mit himmlischen Dingen beschäftigen, die uns gehören. Unsere Gedanken wenden sich zum Himmel, da wir aus Gott geboren sind.

Lasst uns doch alles ablegen, was uns im gottseligen Wandel hindert, damit sich in uns das Leben Christi kundmachen kann! «Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, unvergänglich, in den Himmeln, wo kein Dieb sich nähert und keine Motte verdirbt» (V. 33). Es gilt, alles beiseite zu legen, was für uns ein Verlust ist; in den Dingen der Erde gibt es immer einen nagenden Wurm, und doch hängen unsere Herzen so oft mit Eifer daran. Für den Glauben gibt es keinen anderen Schatz als den Herrn Jesus im Himmel. Wenn wir Ihn vernachlässigen, dann darum, weil Er in unseren Herzen noch nicht den Platz einnehmen kann, auf den Er ein Recht hat. Lasst uns Gott inständig bitten, dass Er uns helfe, unserer himmlischen Berufung zu entsprechen! Wenn das Herz in der Weise mit dem Herrn droben beschäftigt ist, dass unsere Zuneigungen ihren Mittelpunkt in Ihm finden, so bewirkt das ganz natürlich einen entsprechenden Einfluss auf unseren Wandel: «Eure Lenden seien umgürtet und die Lampen brennend» (V. 35).

Das Leben aus Gott ist das Teil jedes seiner Kinder, und es leuchtet wie ein Licht inmitten der Finsternis. Aber manche haben sich derart den Dingen der Erde untergeordnet, dass die Lampe wie unter einem «Gefäss» verborgen oder unter «ein Bett» gestellt ist (Lk 8,16). Wir lassen auch oft unsere Kleider flattern. Aber unsere Lenden «seien umgürtet», damit unser innerer Mensch immer unter der Kontrolle und der Autorität des Wortes sei, und wir so von der Verunreinigung der Welt verschont bleiben. Wachen wir darüber, dass unser Bekenntnis, Christus anzugehören und Ihm nachzufolgen, echt sei, und dass unsere Herzen nur Ihm anhangen. Halten wir in Erwartung seines baldigen Kommens an seinen Verheissungen fest. Möge Er uns wachend und mit seinem Dienst beschäftigt finden (V. 37). Wir möchten ja nicht, dass Er uns an einem Ort oder in einer Haltung fände, die Er nicht gutheissen könnte. Wir wollen lieber bereit sein, Ihm mit Freuden die Tür zu öffnen, «wenn er kommt und anklopft» (V. 36).

Der Herr Jesus hat noch eine Ermunterung für uns in unserem Dienst. Er stellt uns die Segnungen vor, in die Er uns im Himmel einführen will. Er macht uns die Freude kund, die Er für die Seinen, die Ihm hier auf der Erde gedient haben, bereit hält. «Er wird sich umgürten und sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen» (V. 37). Da werden wir Ihn sehen, wie Er ist, und werden Ihm gleichförmig gemacht sein. Wir werden mit Ihm alle Glückseligkeiten des Reiches und des Vaterhauses schmecken. Ist das nicht genug, um unsere Herzen mit Jubel zu erfüllen? Mag Er in der zweiten oder in der dritten Wache kommen (V. 38), wir wollen bereit sein, um Ihm aufzumachen. Möchten wir diese Dinge verwirklichen, zur Verherrlichung unseres herrlichen Herrn und Heilandes.