«Was bemühst du den Lehrer noch?»

Markus 5,35

Solange noch Leben da ist, ist Hoffnung! Hat der Tod einmal zugeschlagen, dann ist alle Hoffnung dahin. Daher kamen sie auch von dem Synagogenvorsteher und sagten: «Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Lehrer noch?» Jede Aussicht auf eine Wiederherstellung war plötzlich abgebrochen; alle Anstrengungen und Mühen waren umsonst gewesen.

Vielleicht war im Herzen des Jairus eine gewisse Ungeduld gegenüber der Volksmenge aufgekommen, die auf den Herrn andrängte (V. 24). Vielleicht war er erzürnt, dass der Meister durch die Frau, die schon zwölf Jahre an einem Blutfluss litt, so lange aufgehalten wurde, so dass Er nicht rechtzeitig am Bett seiner Tochter erscheinen konnte. Das waren die äusseren Umstände, und äussere Umstände werden in den Wegen Gottes oft so verwendet, dass unser Herz offenbar wird, können dann aber die Veranlassung zur Verherrlichung des Namens Jesu werden.

Gibt es auch in deinem Leben Menschen, die sagen: «Was bemühst du den Lehrer noch?» Es mag sein, dass du um etwas gebetet hast, aber alles vergeblich zu sein schien. Vielleicht bist du einen bestimmten Weg gegangen, von dem du dachtest, es sei Gottes Weg, aber nun stehst du offensichtlich auf einem toten Gleis. Vielleicht betetest du um die Bekehrung, die geistliche Erneuerung eines Kindes oder Familiengliedes. Es kann sein, dass du, allein oder mit anderen, um eine geistliche Erweckung im örtlichen Zeugnis gebetet hast … aber «deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Lehrer noch?»

Das Wunderbare ist nun gerade, dass, sobald die Herzen der Menschen offenbar geworden sind, der Herr eingreift. «Als aber Jesus das Wort hörte, das geredet wurde, spricht er zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht; glaube nur.»

Wenn alle Hoffnung geschwunden ist und alle Möglichkeiten der Menschen erschöpft sind, tritt der Glaube in Tätigkeit. Aber dann ist es auch: Glaube allein. Nicht 20 % Glauben und 80 % menschliche Energie. «Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich.»

Da magst du fragen, wer hat solch einen Glauben? Ja, in der Tat, wenn wir uns selbst ein wenig kennen, ist diese Frage wohl am Platz. Wir mögen dann auch sagen: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» (Mk 9,24).

Als erstes treibt der Herr die Weinenden und laut Jammernden hinaus. Ihr Gejammer sass nicht so tief, denn sie verlachten Ihn wegen seiner Worte. Es war mehr formelles Mitleid als echtes Mitgefühl, was sich sehr leicht in ungläubiges Gelächter verwandeln konnte. Und wenn der Herr allein mit denen ist, die wirklich vom Geschehen betroffen sind, tut Er das Unmögliche: «Und als er das Kind bei der Hand ergriffen hatte, spricht er zu ihm: Talitha kumi!, das ist übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher.»

Das Eigentümliche ist, dass der Herr, nachdem das Wunder geschehen war, ihnen dringend gebot, dass niemand es erführe (V. 43). Dass das Mädchen wieder lebend geworden war, musste doch bald von allen gesehen werden, die sie kannten; das konnte doch nicht verborgen bleiben? Innert kurzem sahen alle, dass sie lebte, auch wenn die Eltern niemand etwas davon sagten. Hatte der Herr nicht vielmehr sagen wollen, dass der eigentliche Hergang verborgen bleiben müsse? Wenn dem so ist, liegt dann darin nicht auch eine Lektion für uns?

Wenn der Herr Jesus in deinem Leben trotz der Worte: «deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Lehrer noch?» und trotz «den laut Weinenden und laut Jammernden» das Unmögliche getan hat, dann sind die Folgen von «glaube nur» für jeden sichtbar. Aber der eigentliche Hergang ist nur für jene bestimmt, die ihn wirklich glaubend miterlebt haben, die dadurch die Herrlichkeit des Herrn Jesus sehen konnten und als erste erfahren haben, dass Er eine Hilfe ist, reichlich gefunden in Drangsalen (Ps 46,2).

Gebe Gott dir und mir, so mit dem Herrn Jesus zu wandeln, dass wir seine Herrlichkeit auf allen Gebieten unseres täglichen Lebens entdecken!