Ein für alle Mal

Römer 6,10; Hebräer 7,27; Hebräer 9,12; Hebräer 10,10; Judas 5

Dieser Ausdruck kommt einmal im Römerbrief, dreimal im Hebräerbrief und einmal im Judasbrief vor.

Römerbrief

In Römer 6,10 wird gesagt, dass Christus ein für alle Mal der Sünde gestorben sei. Durch dieses eine Opfer wurde die Frage der Sünde endgültig geregelt und es ist keine Wiederholung oder etwas anderes mehr nötig. Christus wurde danach aus den Toten auferweckt und wird, als Folge davon, nicht mehr sterben, der Tod herrscht nicht mehr über ihn.

Diese Wahrheit wird uns hier vorgestellt, um unsere Stellung gegenüber der Sünde deutlich zu machen. Wir sind mit Christus eins gemacht in der Gleichheit seines Todes, und die Folge davon ist, dass wir von der Sünde frei gemacht sind, so dass sie nicht mehr über uns herrschen wird, wie dies früher der Fall gewesen ist. Was nötig war, um uns in diese Stellung zu bringen, ist durch Christus ein für alle Mal getan worden.

Hebräerbrief

In Hebräer 7,27 stehen diese Worte «ein für alle Mal» dem Ausdruck «Tag für Tag» gegenüber. Dieser Ausdruck bezieht sich auf die durch die alttestamentlichen Hohenpriester dargebrachten Opfer Sie mussten sie zuerst für ihre eigenen Sünden opfern und dann für die des Volkes. Aber eine endgültige, fortdauernde Lösung konnten sie nicht bringen. Sie mussten täglich wiederholt werden. Christus aber ist «in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer» (Heb 9,26). Welch einen grossen Wert hat doch dieses einmalige Opfer Jesu Christi, verglichen mit den Tag für Tag wiederholten Opfern des Hohenpriesters, die die Sünden nicht wegnehmen konnten!

Hebräer 9,12 spricht von seinem Eingang in das Heiligtum, ein für alle Mal. Im Alten Testament wurde von einem Eingehen in das irdische Heiligtum, in die Stiftshütte, gesprochen. Dort ging der Hohepriester mit «fremdem» Blut hinein, das will sagen, mit dem Blut von Böcken und Stieren, und auch diese Handlung musste regelmässig wiederholt werden.

Christus ist in den Himmel selbst eingegangen, nicht mit «fremdem», sondern mit seinem eigenen Blut, und das ein für alle Mal. Auch in Hebräer 9,25 wird der Nachdruck daraufgelegt: «nicht, damit er sich selbst oftmals opferte, wie der Hohepriester alljährlich in das Heiligtum hineingeht mit fremdem Blut».

Die Folge davon ist, dass Er eine ewige Erlösung erworben hat. Dies steht wieder im Gegensatz zur zeitlichen Vergebung durch den alttestamentlichen Opferdienst.

Das letzte Mal finden wir dieses «ein für alle Mal» in Hebräer 10,10: «Durch diesen Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi».

Dass der Gläubige durch das Opfer Christi ein für alle Mal geheiligt wurde, ist eine wichtige Wahrheit. Heiligung bedeutet: Absonderung. Durch dieses Opfer sind wir von der Welt geheiligt, abgesondert und beiseite gestellt für Ihn, als ein Eigentumsvolk. Und dies nicht nur für einen Tag oder einen Monat oder ein Jahr, sondern für alle Zeit.

Inwiefern wir dies in unserem Verhalten praktisch verwirklichen, ist eine andere Frage. Dies gilt auch für Römer 6,10. Wir müssen zuerst den Grundsatz, die Lehre kennen, um zu einer gesunden Praxis kommen zu können.

In Hebräer 10,14 wird hinzugefügt, dass die, die geheiligt werden, durch das eine Opfer auf immerdar vollkommen gemacht sind. Das Opfer Christi ist so vollkommen, dass die daraus hervorgehende Heiligung und Vollkommenmachung vollständig und fortdauernd sind.

Judasbrief

Im Brief des Judas finden wir in den Versen 3 und 5 ein Wort, das in seiner Bedeutung mit unserer Überschrift nahe verwandt ist. Die Berufenen werden hier ermahnt, für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen. Das Wort «überliefert» zeigt, dass es hier nicht um Glauben im Sinn von Vertrauen geht, oder um eine besondere Gabe vom Heiligen Geist. Das kann nicht überliefert werden, sondern wird durch den Geist in den Herzen gewirkt. «Glaube» muss hier im Sinn von «Lehre» verstanden werden, wie wir dies zum Beispiel auch in 1. Timotheus 4,1; 6,10; 2. Timotheus 4,7 finden. Diese Glaubenslehre wurde im Alten Testament durch die heiligen Propheten und im Neuen Testament durch die Apostel unseres Herrn und Heilandes gegeben (2. Pet 3,2). Diese Überlieferung ist auch einmalig, ist ein für alle Mal geschehen und für immer gültig.

Diese uns in der Bibel überlieferte Lehre wird vor allem in unserer Zeit viel kritisiert und angegriffen, und die, die sie festhalten, werden belächelt. Darum werden die Gläubigen ermahnt, für den Glauben zu kämpfen und sich die kostbaren Wahrheiten nicht nehmen zu lassen.

Viele suchen der Bibel ihre Kraft zu rauben durch die Behauptung, dass das, was z.B. Paulus schrieb, wohl gut und nützlich gewesen sei für jene Zeit, aber nun nicht mehr so angewendet werden könne.

Wir tun gut, zu beachten, dass sich sowohl Petrus als Judas bei den Lesern auf das berufen, was ihnen gelehrt worden war und dies in Erinnerung brachten. Dabei wiesen sie auf Schriftstellen hin, die aus Zeitperioden stammten, die Tausende von Jahren vor der Zeit zurücklagen, in der sie selbst lebten. Das war für sie keinerlei Hinderungsgrund, sie als massgebend zu betrachten. So muss es auch bei uns sein. «Ich will euch aber, die ihr ein für alle Mal alles wisst, daran erinnern …» (Judas 5).

Wir müssen nicht danach streben, den uns überlieferten Glauben dem Geist unserer Zeit anzupassen, sondern danach, unseren Geist dem Wort anzupassen.