Glückselig

Psalm 1, Psalm 32, Psalm 41

Im ersten Psalmbuch, das die Psalmen 1-41 umfasst, beginnen drei dieser Gedichte mit dem Wort «glückselig». Wenn wir sie nebeneinander betrachten, zeigen sie uns gewisse Voraussetzungen für ein wahrhaft glückliches Leben. Es ist der Wunsch unseres Gottes und himmlischen Vaters, dass das innere Glück seiner Kinder nicht durch die wechselhaften Umstände beeinflusst wird, sondern beständig ist.

Diese innere Zufriedenheit wünschen wir uns sicher alle. Doch aus Erfahrung weiss wohl jeder von uns, dass wir nicht immer glücklich sind. Warum nicht? Prüfen wir uns einmal anhand dieser drei Psalmen. Vielleicht erkennen wir dann, was uns hindert, wirklich glücklich zu sein.

Psalm 1

«Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht steht auf dem Weg der Sünder und nicht sitzt auf dem Sitz der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!» (Ps 1,1.2).

Hier wird der Mensch glücklich gepriesen, der keinerlei gemeinsame Interessen mit den Ungläubigen der Welt hat. Er trennt sich klar von allem, was im Widerspruch zu Gott steht. Gleichzeitig beschäftigt er sich gern mit dem Wort Gottes. Die Bibel ist die Kraftquelle seines geistlichen Lebens und sein Führer auf dem Weg zum Himmel.

Die erste Voraussetzung für ein glückliches Leben als Erlöster kann anhand des ersten Psalms mit einem Wort zusammengefasst werden: Gehorsam. Lasst uns aufrichtig nach dem fragen, was vor Gott recht ist, und in der Bibel nach seinem Willen forschen. Wenn wir dann auch bereit sind, das Gelernte und Entdeckte praktisch umzusetzen, wird unser Herz glücklich sein.

Psalm 32

«Glückselig der, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Glückselig der Mensch, dem der HERR die Ungerechtigkeit nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist!» (Ps 32,1.2).

In diesem Psalm berichtet David aus eigener Erfahrung von einer weiteren Voraussetzung für ein glückliches Leben mit dem Herrn.

David war ein gottesfürchtiger Mann. Er kannte den HERRN von Jugend an als seinen persönlichen Gott. Nun geschah es aber, dass er, nachdem er König über das Volk Israel geworden war, aus Mangel an Wachsamkeit in eine schwere Sünde fiel. Zuerst vertuschte er das Unrecht vor den Menschen und verschwieg es vor Gott. Aber die Hand des HERRN lag schwer auf ihm, bis er bereit war, alles aufzudecken und zu bekennen. In 2. Samuel 12,13 lesen wir, wie der fehlbare König gegenüber dem Propheten Nathan bekannte: «Ich habe gegen den HERRN gesündigt.» Was geschah dann? Er durfte die volle Vergebung vonseiten des heiligen Gottes erfahren. Weil er bereit war, aufzudecken und zu bekennen, deckte der HERR nun zu, indem Er ihm alles vergab. Jetzt war die Beziehung zu seinem Gott wieder ungetrübt. Aus der neu gefundenen Freude seines Herzens heraus dichtete David diesen Psalm.

Manche gläubige Christen sind nie unbeschwert glücklich, weil sie in ihrem Leben ungeordnete Dinge stehen lassen. Vielleicht haben sie gewisse «Lieblingssünden», mit denen sie nicht konsequent brechen wollen. Vielleicht tragen sie eine Bitterkeit gegen einen Mitmenschen im Herzen und können nicht vergeben. Was es auch sei, es muss mit einem schonungslosen Bekenntnis vor Gott, und wenn nötig vor Menschen, in Ordnung gebracht werden. Dann vergibt Gott und schenkt neue Freude ins Herz.

Psalm 41

«Glückselig, wer achthat auf den Armen!» (Ps 41,1).

Wie der erste, so beginnt auch der letzte Psalm des ersten Psalmbuchs mit einem «Glückselig». Liegt in diesem Vers auch eine Voraussetzung für ein glückliches Leben als Gläubiger? Ganz bestimmt! Der Arme, von dem hier prophetisch gesprochen wird, ist niemand anders als unser Herr Jesus Christus.

Im vorherigen Psalm lesen wir, wie Er zu Gott sagt: «An Schlacht- und Speisopfer hattest du kein Gefallen; Ohren hast du mir bereitet … Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben. Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust» (Ps 40,7-9; Heb 10,5-7). Am Ende des gleichen Psalms klagt Christus, der gekommen war, um Gottes Wohlgefallen zu tun: «Ich aber bin elend und arm» (Ps 40,18). Ja, unser Erlöser und Herr ist wirklich der Arme. Der Apostel Paulus schreibt von Ihm: «Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet» (2. Kor 8,9). Wie arm ist Er geworden, als Er am Kreuz auch für uns das Erlösungswerk vollbracht hat!

Nun sagt der Geist Gottes durch David in Psalm 41, dass der glückselig ist, der sich mit dem Herrn Jesus befasst. Was erfüllt uns? Die schwierigen Umstände, in denen wir uns befinden, oder Jesus Christus? Beschäftigen wir uns mit uns selbst oder mit dem, was Er ist und was Er für uns getan hat? Wenn wir von uns weg auf Ihn blicken, werden unsere Herzen froh und glücklich. Ist Er es nicht wert, dass wir Ihn immer wieder betrachten, wie wir Ihn in der Bibel beschrieben finden? Er ist aus der unbeschreiblichen Herrlichkeit des Himmels auf die Erde gekommen, um hier den letzten Platz einzunehmen. Dieser Eine hat mich geliebt und sich selbst am Kreuz für mich hingegeben, um mich ewig glücklich zu machen.