Hiob und Jeremia haben sich in ihren schwierigen Umständen ganz anders verhalten als der Herr Jesus auf seinem schweren Weg. Der Geist Gottes zeigt uns diesen Kontrast, um uns zu unterweisen.
«Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag» (Hiob 3,1). Er sehnte sich nach Ruhe, doch er suchte sie im Schatten des Todes und im Grab. Welch eine düstere Ruhe! Beim Propheten Jeremia sehen wir das Gleiche, als er sagte: «Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde» (Jer 20,14). Überwältigt vom äusseren Druck, verloren diese beiden treuen Gläubigen in der Not ihren ausgeglichenen Herzenszustand.
Aber nun steht der wunderbare Meister in einem herrlichen Kontrast vor uns. Matthäus 11 berichtet uns von Umständen, die wirklich gegen Ihn waren:
- Es scheint, dass das Vertrauen von Johannes dem Täufer erschüttert wurde, als er im Gefängnis von Herodes schmachtete.
- Die Menschen jener Generation hatten das doppelte Zeugnis der Gerechtigkeit und der Gnade durch Johannes und den Herrn Jesus abgelehnt.
- Die Bewohner von Chorazin, Bethsaida und Kapernaum waren trotz der unter ihnen geschehenen Wunderwerke unbußfertig geblieben.
Was nun? Übernahm der Herr die Sprache von Hiob und Jeremia? Keinesfalls. Sein Wille stimmte vollkommen mit dem Vorsatz seines Vaters überein. Daher betete Jesus, als vieles gegen Ihn war: «Ich preise dich, Vater …, denn so war es wohlgefällig vor dir» (Mt 11,25.26). Darin fand der Herr Jesus Ruhe. Dann folgt seine Einladung: «Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.» Er verweist nicht auf das Grab als unseren Ruheort. Vielmehr neigt Er sich in Gnade zu uns herab und lädt uns ein, sein Joch aufzunehmen. Er will, dass wir von seiner sanftmütigen und von Herzen demütigen Gesinnung durchdrungen sind. Dann können wir in den dunkelsten Prüfungen und schwierigsten Umständen mit einem «Ich preise dich, Vater» und einem «Ja, Vater» antworten. Das ist göttliche Ruhe während des Lebens, nicht im Tod und im Grab.
Hast du auch schon gewünscht, im Grab zu liegen, um vom Druck der Umstände befreit zu sein? Wenn ja, dann lies die oben stehenden Bibelstellen. Denk unter Gebet darüber nach und versuche deine Ruhe dort zu finden, wo der Herr Jesus seine Ruhe fand. Er hat seinen Willen völlig dem Willen seines Gottes und Vaters untergeordnet.
Wir meinen oft, eine Veränderung der Umstände könne uns glücklich machen. Wir stellen uns vor, alles wäre in Ordnung, wenn die Prüfung beseitigt würde. Falls wir versucht sind, so zu denken, dann wollen wir uns daran erinnern, dass wir eigentlich keine Änderung der Umstände brauchen, sondern einen Sieg über uns selbst. Möge der gütige Herr uns immer wieder diesen Sieg schenken. Dann werden wir echten inneren Frieden geniessen.
