In Psalm 31,4 betet David: «Um deines Namens willen führe mich und leite mich.» Er kannte seinen Herrn als Hirten, der ihn zu stillen Wassern führte und in Pfaden der Gerechtigkeit leitete (Ps 23,2.3). – Als Führer geht der Herr Jesus voran, als Leiter gibt Er Anweisungen, damit wir den richtigen Weg finden. Wie dankbar dürfen wir über dieses Wirken unseres Herrn sein!
Der Ausgangspunkt
Die Führung durch den Herrn Jesus beginnt damit, dass Er mich bei der Bekehrung aus der Finsternis zum göttlichen Licht führt (Ps 107,14; Apg 26,18). Danach führt Er mich als sein Schaf. Es beginnt ein Leben, für das Er einen festen Plan hat. Seine Führung und Leitung entsprechen dem, was Er mit mir vorhat.
Das Ziel
Der Sohn Gottes will uns zu sich bringen: «Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen» (Ps 43,3). Das Endziel des Weges ist das Vaterhaus, die völlige Ruhe beim Herrn und die völlige Harmonie mit Gott.
Es gibt aber durchaus Zwischenziele:
- «So werde ich kommen zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Jubelfreude ist, und werde dich preisen mit der Laute, Gott, mein Gott!» (Ps 43,4). Er will uns zur Anbetung leiten, zur höchsten Tätigkeit hier auf der Erde. Immer wieder führt Er uns so, dass wir voll Bewunderung die Herrlichkeiten des Herrn Jesus und die Grösse Gottes rühmen.
- Der Herr will uns auch immer wieder zur inneren Ruhe auf unserem Glaubensweg bringen. Das erfuhr David, als der HERR ihn zu stillen Wassern führte (Ps 23,2).
Der Weg
Der Weg, auf dem uns der Herr führt, wird wie folgt beschrieben:
- Pfade der Gerechtigkeit (Ps 23,3). Er wird uns nie so führen, dass wir einen Kompromiss mit der Welt oder mit etwas Unreinem machen müssen. Wir sehen vielleicht keine andere Möglichkeit. Aber Er wird bis zum Ende der Gnadenzeit für uns einen Weg finden, der mit seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit übereinstimmt.
- Ein ewiger Weg (Ps 139,24). Der Herr muss seinen Weg mit uns nicht revidieren oder neu überdenken, denn er ist ewig gültig. Niemals brauchen wir zurückzugehen, weil sich der Herr in seiner Routenwahl verschätzt hätte.
- Durch die Wüste (Ps 78,52). Der Weg, den der Herr uns führt, ist nicht immer einfach. In jedem Glaubensleben sind entbehrungsreiche Wegabschnitte vorhanden, wie sie durch die Wüstenreise des Volkes Israel vorgezeichnet werden. In der Wüste waren die Israeliten in allem völlig von Gott abhängig. Dabei erfuhren sie seine vollkommene Fürsorge (5. Mo 29,4.5). Auf solchen Wegen lernen auch wir Gottes Hilfe kennen. Der Weg, den die Israeliten geführt wurden, war nicht der direkte Weg nach Kanaan (2. Mo 13,17.18). Solche scheinbaren Umwege kann der Herr uns ebenfalls führen, doch sie sind zu unserem Segen!
- Im Meer und in grossen Wassern (Ps 77,20). Es gibt Zeiten, in denen wir nicht genau erkennen, wo wir den Fuss hinsetzen sollen. Aufgrund von Hindernissen entstehen Unsicherheit und Zweifel, ob der Herr wirklich keinen Fehler macht. Doch Er gibt gerade in diesen Umständen einen Weg (Jes 43,16). Auch wenn wir den Verlauf nicht erkennen, wollen wir festhalten, dass sein Weg vollkommen ist und Gott meinen Weg vollkommen macht (Ps 18,31.33).
Auf welche Weise führt der Herr?
- Er leitet durch seine Güte und führt durch seine Stärke (2. Mo 15,13). Braucht es dazu noch einen Kommentar?
- Er führt in Gerechtigkeit (Ps 143,11). Sein Handeln mit uns ist immer gerecht (5. Mo 32,4). So können wir seiner Führung vollkommen vertrauen. Er macht es immer richtig.
- Seine Hand leitet mich und mit seiner Rechten fasst Er mich (Ps 139,10). Er will verhindern, dass ich «abstürze». Deshalb hält Er mich fest.
Womit leitet Er uns?
- Licht und Wahrheit (Ps 43,3). Die Leitung erfolgt durch sein Wort, nicht durch andere Ratgeber. Deshalb lesen wir es und befolgen es.
- Durch seinen Rat (Ps 73,24). Wir tun uns manches Mal schwer, seine Führung und Leitung zu erkennen. Der Herr weiss es und kommt uns entgegen. Er sagt: «Ich will dich unterweisen und dich den Weg lehren, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten» (Ps 32,8).
- Durch den Geist Gottes (Röm 8,14). Das ist das besondere Vorrecht von Söhnen Gottes. Der Heilige Geist leitet uns so, dass wir auf unserem Lebensweg mit völliger Überzeugung und grosser Freude rufen können: Abba, Vater!
Durch den Geist geführt zum Sohne,
blicken Ungezählte hin
auf das Lamm dort auf dem Throne,
auf den ewigen «Ich bin».
Der Antrieb
Was veranlasst den Herrn, uns zu leiten?
- Um seines Namens willen (Ps 23,3; 31,4). Es geht um Ihn selbst. Alles, was den Herrn ausmacht und was Er ist, bewegt Ihn, sich mit uns zu beschäftigen und uns zu führen. Es gibt kein höheres Motiv.
- Um der Feinde willen (Ps 5,9): Wir sind auch als Christen von feindlichen Mächten umgeben (Eph 6,12). Ihr Ziel ist, uns geistlich zu schaden oder uns zur Strecke zu bringen. Doch der Herr leitet uns so, dass die Absichten der Feinde durchkreuzt werden. Zum Beispiel unterweist Er uns in der Anwendung der Waffenrüstung (Eph 6,13-17). Oder Er führt unseren Weg am «Feindesland» vorbei (5. Mo 2,9).
Ausblick
Im Tausendjährigen Reich wird das «Lamm, das in der Mitte des Thrones ist», die Überwinder der Drangsalszeit auf der Erde zu «Quellen des Wassers des Lebens leiten» (Off 7,17). Dieser Weg wird ohne Not und Trauer sein, denn «Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen». Das Friedensreich wird triumphal zu Ende gehen. Der Herr Jesus wird das Reich durch seine gerechte Regierung unbeschadet erhalten und es nach Abschluss seiner Herrschaft dem Gott und Vater übergeben (1. Kor 15,24).
Dann bricht der ewige, unveränderliche Zustand an. Er wird dadurch geprägt sein, dass Gott alles in allem ist (1. Kor 15,28). Er wird bei den Erlösten wohnen und sie werden sein Volk sein. Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott (Off 21,3). Keine Leitung, keine Führung wird mehr notwendig sein. Wir sind dann völlig zur Ruhe gelangt.
