Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist, denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens (Sprüche 4,23).
Bist du auch schon von ganzem Herzen für eine Sache eingestanden? Mit voller Motivation und Kraft hast du dich eingesetzt. Dabei hast du erfahren, was das Herz ist: der Ort, wo Beschlüsse gefasst werden.
Die Bibel beschreibt diese Entscheidungen als «Ausgänge des Lebens». Was du in deinem Herzen beschliesst, kann Folgen für dein ganzes Leben haben. Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht zu verunreinigen. Gott gab ihm Gnade und Barmherzigkeit zu seinem Entschluss (Dan 1,8.9).
Gott freut sich über ungeteilte Herzen, die ganz für Ihn schlagen! Die erste und beste Zuneigung gehört Ihm. Darum fordert Gott dich bildlich auf: «Gib mir, mein Sohn, dein Herz!» (Spr 23,26).
Vielleicht hast du auch schon festgestellt, dass dein Herz wankt und gar nicht so entschieden ist. Es ist eben arglistig und verdorben (Jer 17,9). Ja, es ist sogar böse von seiner Jugend an (1. Mo 8,21). Zudem wirken mächtige Einflüsse, die zum Teil völlig entgegengesetzt sind, auf das menschliche Herz.
Schlechte Einflüsse
Das Herz neigen
Ein unentschlossenes Herz kann sich in einer Sache auf die eine oder andere Seite neigen. Bei Salomo neigten die vielen fremden Frauen sein Herz zu den Götzen (1. Kön 11,1-8). Schlechte Verbindungen und Beziehungen haben einen negativen Einfluss auf meine Glaubensentschiedenheit. Ein Gläubiger wird immer Schaden davontragen, wenn er sich in falschen Verbindungen befindet. Er kann das Schlechte niemals gut machen. Eine faule Frucht wird durch eine gesunde nicht gesund. Hingegen überträgt sich die Fäulnis auf die gesunde Frucht, wenn die Früchte lange nebeneinanderliegen. Folgende Bibelstellen aus dem Neuen Testament unterstreichen diese Gedanken:
- «Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen … Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an» (2. Kor 6,14-18).
- «Von diesen (den ungläubigen Menschen in den letzten Tagen) wende dich weg» (2. Tim 3,5).
- «Wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun irgend ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes» (Jak 4,4).
- «Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren Füssen zertreten und sich umwenden und euch zerreissen» (Mt 7,6).
Du kannst diesen starken Einflüssen entkommen, wenn du alle falschen Verbindungen kappst.
Das Herz stehlen
In Israel herrschte David als König. Jeder, der ein rechtliches Problem hatte, konnte zu ihm kommen. David war zwar nicht unfehlbar, aber doch ein Mann Gottes. Alles in allem gab es deshalb auch keinen Grund zur Klage. Wir können uns jedoch gut vorstellen, dass jemand, der nicht Recht bekam, unzufrieden war. Vielleicht fand er das Urteil zu hart oder zu mild, je nachdem, wie er betroffen war. Absalom sprach nun die Menschen auf dem Weg zu David an. Er unterstellte der königlichen Justiz einen gewissen Mangel und bot sich als Lösung an. War das schlimm? Ja, denn damit stahl er das Herz der Männer von Israel (2. Sam 15,6).
Der Teufel nutzt die kleinste Unzufriedenheit in unserem Leben, um unser Herz von unserem Gott abzuziehen. Er versucht dir einzureden, dass sich deine Wünsche in seinem Einflussbereich erfüllen können. Welch ein Trugschluss! Das Gleichnis des «verlorenen Sohnes» zeigt dir, wie eine derartige Sache ausgeht: mit grossem Schaden! (Lk 15,11-17). Ein wichtiges Hilfsmittel bei sich anbahnender Unzufriedenheit finden wir in Kolosser 3,15: «Seid dankbar!»
Gute Einflüsse
Das Herz öffnen
Gott stellt jeden Menschen mehrmals in seinem Leben vor eine bewusste Entscheidung (Hiob 33,14.29.30). Dabei öffnet Er ihm das Herz, damit das Evangelium eindringen kann. Die Frage ist: Was macht der Mensch, der so von Gott angesprochen wird?
- Lehnt er das Angebot der Gnade ab, dann geht er ewig verloren (2. Kor 4,3.4).
- Nimmt er die Aufforderung an und bekehrt sich, dann ist er für alle Ewigkeit vor dem Gericht Gottes in Sicherheit. Er bekommt ewiges Leben und wird ein Kind Gottes (Joh 1,12.13).
Lydia, eine Geschäftsfrau aus Philippi, suchte eine Beziehung zu Gott. Als der Herr ihr Herz für die gute Botschaft öffnete, nahm sie das Evangelium an. Sie entschied sich, fortan eine Jüngerin des Herrn zu sein (Apg 16,14).
Es ist eine wunderbare Gnade, dass der Herr Jesus das Herz öffnet. Dadurch wird ein Mensch fähig, «das Wort zu hören und aufzunehmen» (Mk 4,20).
Das Herz erforschen
Der Herr prüft und erforscht das Herz der Gläubigen (Jer 17,10). Manchmal verdrängen wir unsere Motive. Oder wir spiegeln uns selbst gute Absichten und reine Beweggründe vor, um einen falschen Weg zu rechtfertigen. Unser Herz ist tatsächlich arglistig. Doch dem Herrn kann ich nichts vortäuschen. Sorgfältig untersucht Er mein Herz und deckt das Verborgene auf. Er tut das ganz persönlich und gebraucht dazu die Bibel (Heb 4,12.13).
Wenn der Herr wiederkommt, wird Er «das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Überlegungen der Herzen offenbaren» (1. Kor 4,5). Das Gute, das dann offenbar wird, wird Er loben.
Wir reagiere ich, wenn der Herr mir jetzt eine falsche Herzenshaltung oder eine böse Absicht ins Bewusstsein bringt? Entweder verschliesse ich mich diesem Urteil und gehe weg. Oder ich akzeptiere seine Diagnose und bitte Ihn, mich auf dem rechten Weg zu leiten.
Der reiche Jüngling liess sich nicht von seiner Geldliebe abbringen und ging betrübt weg (Mt 19,22). Übrigens zeigt diese Geschichte, wie taktvoll der Herr eine falsche Herzenshaltung offenbar macht. – David hingegen wünschte sich eine Prüfung seines Herzens durch den Herrn und war bereit, sich korrigieren zu lassen (Ps 139,23.24).
Das Herz beleben
In deinem Leben kann es manchmal drunter und drüber gehen. Verschuldet oder unverschuldet können Situationen auftreten, die dich richtiggehend zu Boden werfen. Am liebsten möchtest du aufgeben. Du findest keine Kraft, den Glaubensweg weiterzugehen. In einem solchen Moment greift der Herr ein. Er kommt zu dir und belebt deinen Geist und dein Herz! Er, der mächtige Gott und Bewohner «der Höhe und des Heiligtums», neigt sich zu dir herab und will bei dir wohnen (Jes 57,15). Stell dir vor, es klingelt an der Tür, du öffnest und der Herr steht da und bittet um Einlass, um bei dir zu wohnen und dich aufzumuntern!
Viele Glaubensmänner und -frauen haben den Herrn so erfahren und konnten ihren Glaubensweg mit neuem Mut fortsetzen. Daniel war durch die furchtbaren Prophezeiungen, die er sah, enorm belastet. Er lag ganz am Boden. Da kam der Herr zu ihm und zeigte ihm seine Liebe und seine Hilfe. Daniel machte die Erfahrung: «Als er mit mir redete, fühlte ich mich gestärkt» (Dan 10,19).
Das Herz befestigen
Empfindest du ab und zu, dass dein Glaubensleben schwankt? Bist du manchmal im Hoch, dann wieder ganz unten? Eben ein bewegtes Leben, das seine Spuren hinterlässt! Doch der Herr möchte unserem Leben Stabilität geben, damit es mehr seiner heiligen Natur entspricht. Dazu befestigt Er unser Herz (1. Thes 3,13).
Ein befestigtes Herz wird durch die wechselnden Lebensumstände weniger verunsichert. Es vertraut dem Herrn in allen Situationen (Ps 112,7.8). Was für eine Gnade, dass der Herr in solcher Weise auf unser Herz einwirkt!
Wie reagiert unser Herz?
«Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht» (Heb 3,7.8).
Jeder Mensch kann Gott ablehnen. Der Pharao hat sich wiederholt den Aufforderungen des HERRN widersetzt und «sein Herz verhärtet». Zuletzt hat Gott selbst sein Herz verhärtet: Der Pharao konnte nicht mehr glauben. Wie schrecklich! Auch ein Glaubender kann «sein Herz verhärten». Das bedeutet nicht, dass er verloren geht. Doch er ist für das Wort Gottes nicht mehr empfänglich. Der Herr Jesus musste sogar seine Jünger darauf ansprechen (Mk 6,52; 8,17). Sein Herz zu verhärten, hat immer negative Folgen. Gott und sein Wort anzunehmen, bedeutet aber höchstes Glück.
