Das Leben von Abraham – aus prophetischer Sicht

1. Mose 12; 1. Mose 14; 1. Mose 15; 1. Mose 21; 1. Mose 22; 1. Mose 25,10

Die Geschichte von Abraham finden wir im ersten Buch Mose von Kapitel 12,1 bis 25,10. Obwohl wir viele praktische Belehrungen aus dem Leben Abrahams für uns nehmen können, ist der Hauptgedanke prophetisch. Wir wollen deshalb den grossen Linien nachgehen, die der Geist Gottes im Leben dieses Mannes zeigt.

Seine Geschichte hat drei Abschnitte, die durch den Ausdruck «nach diesen Dingen» unterteilt werden. Jeder dieser drei Teile stellt einen besonderen Aspekt vor und ist in sich selbst abgeschlossen. Bei allen entfaltet der Geist Gottes ein prophetisches Bild, das im Tausendjährigen Reich endet.

Teil 1: Kap. 12 – 14 Der Segen Israels
Teil 2: Kap. 15 – 21 Das Hoheitsgebiet Israels
Teil 3: Kap. 22 – 25,10 Die Fruchtbarkeit Israels

Der Segen Israels im Tausendjährigen Reich (1. Mo 12 – 14)

«Ich will die segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!» (1. Mo 12,3).

«Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt!» (1. Mo 14,18.19).

Ohne eine Forderung zu stellen, sagte Gott zu Abraham in Kapitel 12: «Ich will dich segnen.» Die Israeliten, die Nachkommen Abrahams, werden diesen Segen aufgrund der bedingungslosen Verheissung Gottes empfangen. In Kapitel 14 erfahren wir, dass dieser Segen durch den wahren Melchisedek, d.h. durch Christus kommt. Melchisedek bringt Abraham Brot und Wein. Das wird der Segen im Tausendjährigen Reich sein. Jesus Christus wird seinem irdischen Volk geistliche Nahrung (Brot) geben. Aber dieses Volk wird auch echte Freude (Wein) geniessen. Der erste Lebensabschnitt Abrahams spricht also vom Segen Gottes, den Er seinem Volk Israel verheissen hat und den Er durch das Kommen des Herrn Jesus in Herrlichkeit ausgiessen wird.

Das Hoheitsgebiet Israels im Tausendjährigen Reich (1. Mo 15 – 21)

«An diesem Tag schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deiner Nachkommenschaft gebe ich dieses Land vom Strom Ägyptens bis an den grossen Strom, den Strom Euphrat» (1. Mo 15,18).

«Abraham pflanzte eine Tamariske in Beerseba und rief dort den Namen des HERRN, des ewigen Gottes, an» (1. Mo 21,33).

In Kapitel 15,18 verspricht Gott dem Patriarchen Abraham, dass er und seine Nachkommen das Land in seiner ganzen Ausdehnung vom Strom Ägyptens bis zum Euphrat besitzen werden. Am Ende von Kapitel 21 geschieht etwas Besonderes: Abraham pflanzt einen Baum. Jeder Bauer weiss, was das bedeutet. Wenn ein Landwirt einen Baum pflanzt, sagt er damit: «Dieses Land gehört mir.» Mit dieser Handlung nimmt Abraham das verheissene Land symbolisch in Besitz. Auch das Volk Israel wird im Tausendjährigen Reich das Land in seiner ganzen Reichweite besitzen. Gott wird es seinem geliebten Volk schenken.

Die Basis für die Inbesitznahme des Landes ist der Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat. Wenn wir die grosse Linie dieses zweiten Abschnitts verfolgen, sehen wir zuerst die Geschichte von Hagar und Ismael und anschliessend die Geschichte von Sara und Isaak. Aus dem Galater-Brief lernen wir, dass dies auf zwei Bündnisse hindeutet: Hagar und Ismael sprechen vom Bund am Sinai, während Sara und Isaak auf den neuen Bund hinweisen. Der Bund vom Sinai enthielt Bedingungen, die das Volk erfüllen musste, damit es den Segen empfing. Doch die Israeliten konnten diese Bedingungen nicht einhalten. Der neue Bund hingegen gründet sich auf das vergossene Blut des Herrn Jesus. Er hat am Kreuz allen Forderungen Gottes entsprochen. Es ist daher absolut sicher, dass Gott im neuen Bund dem Volk Israel das verheissene Land geben wird. Israel wird dieses Land im Tausendjährigen Reich nicht aufgrund seiner guten Armee besitzen, sondern aufgrund des Erlösungswerks des Herrn Jesus. Das ist die grosse Belehrung des zweiten Abschnitts.

Die Fruchtbarkeit Israels im Tausendjährigen Reich (1. Mo 22 – 25,10)

«Ich werde deine Nachkommen sehr mehren, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist» (1. Mo 22,17).

Der dritte Abschnitt ist der Interessanteste. Hier ist der grosse Gedanke die Fruchtbarkeit im Tausendjährigen Reich. Gott wird die Nachkommen Abrahams vermehren «wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist». Die Sterne des Himmels sprechen von Frucht mit himmlischem Charakter, die in Rebekka dargestellt wird. Der Sand am Ufer des Meeres spricht von Frucht mit irdischem Charakter, vorgebildet in Ketura, die Abraham viele Söhne gebar.

Dieser letzte Teil ist voll prophetischer Bilder, die auch uns direkt betreffen. Wir wollen ihn deshalb etwas ausführlicher betrachten. In diesen Kapiteln werden uns sechs wichtige Tatsachen vorgebildet:

  • das Erlösungswerk des Herrn Jesus
  • die Auferweckung des Herrn Jesus
  • die Geburtsstunde der Versammlung
  • das Volk Israel von Gott verworfen
  • die Stellung und Beziehung der Versammlung
  • die zukünftige Frucht für Gott auf der Erde

a) Das Erlösungswerk des Herrn Jesus

«Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und zieh hin in das Land Morija und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde» (1. Mo 22,2).

Hier wird uns ein spezieller Aspekt des Geschehens am Kreuz von Golgatha vorgestellt. Gott, der Vater, gab seinen Sohn ins Gericht und in den Tod. Eine Parallele dazu finden wir in Johannes 3. Gott ist Licht, und Gott ist Liebe. Johannes 3,14 erwähnt das göttliche «Muss». Weil Gott Licht ist, musste Er seinen Sohn in den Tod geben. Aber in Johannes 3,16 steht, dass Gott Liebe ist. Er gab seinen Sohn freiwillig in den Tod. Da steht nicht «muss», weil Er Ihn aus Liebe gab. Das wird in 1. Mose 22 sehr schön vorgebildet, als Abraham in das Land Morija ging, um seinen Sohn auf einem der Berge zu opfern. Ich persönlich glaube, dass es der Hügel Golgatha war.

b) Die Auferstehung des Herrn Jesus

«Abraham urteilte, dass Gott auch aus den Toten aufzuerwecken vermag, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing» (Heb 11,19).

In Wirklichkeit musste Abraham seinen Sohn nicht töten, aber in Hebräer 11 steht, dass er durch Glauben Isaak geopfert hat. Und im Gleichnis hat er seinen Sohn durch die Auferweckung wiederbekommen. Das weist auf die Auferweckung des Herrn Jesus durch die Herrlichkeit des Vaters hin (Röm 6,4). Christus ist wirklich gestorben. Doch der Vater entfaltete seine ganze Herrlichkeit, um Den aufzuerwecken, der Ihn durch sein Leben und Sterben so geehrt hat.

c) Die Geburtsstunde der Versammlung

«Bethuel zeugte Rebekka» (1. Mo 22,23).

Die Geburt von Rebekka deutet auf die Entstehung der Versammlung in Apostelgeschichte 2 hin. Durch das Kommen des Heiligen Geistes auf die Erde entstand die Versammlung. Als Rebekka geboren wurde, kannte sie weder ihre Stellung als Frau Isaaks noch ihre Beziehung zu ihm. Mit der Versammlung ist es ebenso. Sie wurde an Pfingsten gebildet, obwohl die Wahrheit über ihre Stellung und Beziehung noch nicht bekannt war. Später erklären uns Paulus ihre Stellung vor Gott und Johannes die Beziehung der Versammlung zum Herrn Jesus. Das ist für das Verständnis der Apostelgeschichte sehr wichtig.

d) Das Volk Israel von Gott verworfen

«Sara starb in Kirjat-Arba, das ist Hebron, im Land Kanaan. Und Abraham kam, um Sara zu beklagen und sie zu beweinen» (1. Mo 23,2).

Kapitel 23 beschreibt den Tod von Sara. Dies entspricht der Tatsache, dass Israel als Volk in der Zeit der Gnade von Gott auf die Seite gestellt wird. Als der Sohn Gottes Mensch wurde, war die Zeit des Gesetzes für Israel zu Ende. «Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden» (Joh 1,17). Diese Tatsache wird uns durch die Vertreibung von Hagar und Ismael vorgebildet.

Durch das Kommen und den Dienst von Jesus Christus, durch seinen Tod und seine Auferstehung, durch seine Himmelfahrt und das Kommen des Geistes Gottes wurde dem Volk Israel Gnade angeboten. Durch die Kreuzigung des Messias verwarfen die Juden aber das Gnadenangebot Gottes in Jesus Christus. Als der Geist Gottes auf die Erde kam, richtete Er noch einmal die Botschaft der Gnade an das ganze Volk Israel (Apg 2 – 7). In den bemerkenswerten Ansprachen von Petrus spricht er die Nation als Ganzes an. Schliesslich beginnt Stephanus seine Rede mit: «Brüder und Väter.» Diese lange und eindrückliche Rede war Gottes letzter Appell in Gnade an Israel. Doch die Führer hielten sich die Ohren zu, stürzten einmütig auf Stephanus los und steinigten ihn. Mit diesem Ereignis endete Gottes Reden an das ganze Volk. Danach sprach Er nur noch Einzelne an, um sie herauszuretten. Was in Apostelgeschichte 7 geschah, wird durch den Tod Saras vorgebildet.

e) Die Stellung und Beziehung der Versammlung

«Abraham war alt, hochbetagt, und der HERR hatte Abraham gesegnet in allem. Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses, der alles verwaltete, was er hatte: Lege doch deine Hand unter meine Hüfte, und ich werde dich schwören lassen bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, dass du meinem Sohn nicht eine Frau nehmen wirst von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Mitte ich wohne; sondern in mein Land und zu meiner Verwandtschaft sollst du gehen und meinem Sohn Isaak eine Frau nehmen» (1. Mo 24,1-4).

«Der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin; und allerlei Güter seines Herrn hatte er bei sich. Und er machte sich auf und zog nach Mesopotamien, zur Stadt Nahors» (1. Mo 24,10).

Als die Juden Stephanus steinigten, stand ein junger Mann, Saulus von Tarsus, dabei. Nach seiner Bekehrung wurde er das Werkzeug Gottes, um, geleitet durch den Geist, der Versammlung ihre Stellung vor Gott zu zeigen. Das führt uns direkt zu Kapitel 24, wo der Knecht Abrahams Rebekka ihre Stellung als Frau Isaak vorstellt. Er spricht davon, dass Gott Abraham mit vielen Gütern gesegnet hat. Der Patriarch hatte diesen Reichtum seinem Sohn gegeben. Sie sollte also die Frau des wohlhabenden Isaaks werden. Die Stellung der Versammlung ist ungleich höher. Sie ist himmlisch und steht in Verbindung mit dem verherrlichten Christus. Der Apostel Paulus beschreibt sie uns im Epheser-Brief.

Die Geschenke, die Rebekka durch den Knecht von Isaak bekam, verbanden sie bereits mit ihrem zukünftigen Mann. Sie hatte schon ein gemeinsames Teil mit ihm. So geniessen wir durch den Glauben bereits die Beziehung zu Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus. Diese Gemeinschaft mit göttlichen Personen beschreibt uns besonders Johannes in seinen Schriften.

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Stellung und Beziehung zu erkennen, damit wir die Schriften von Paulus und Johannes verstehen. Zur Illustration eine Begebenheit: Vor Jahren heiratete ein begüterter Landwirt ein einfaches Stadtmädchen. Durch die Heirat wurde sie eine reiche Bäuerin. Das war ein Stellungswechsel, der an einem Tag geschah. Aber in dieser neuen Stellung entfaltete sich in den Jahren ihres gemeinsamen Lebens eine eheliche Beziehung. Das ist der Unterschied zwischen Stellung und Beziehung.

Paulus zeigt uns unsere Stellung und Johannes die Beziehungen, die sich in dieser Stellung entfalten. Immer wieder wird gefragt, welches von beiden das Höhere ist. Darauf kann man antworten: Die Beziehungen sind das Höchste, was wir als Glaubende besitzen. Doch sie sind nur möglich, weil wir in eine so hohe Stellung versetzt sind. Diese Beziehungen sind also: unsere Gemeinschaft als Kinder mit dem Vater und als Erlöste mit dem Herrn Jesus. Kennen wir alle diese persönliche, tägliche Gemeinschaft hinter einer verschlossenen Tür mit Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus?

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist wirken

In 1. Mose 24 werden uns drei wichtige Personen vorgestellt: Abraham, Isaak und der Knecht Abrahams. Abraham ist ein Bild von Gott, dem Vater. Isaak stellt Jesus Christus, den Sohn Gottes, dar. Abrahams Knecht weist auf Gott, den Heiligen Geist, hin. Alle drei Personen sind um Rebekka bemüht. Dies ist eine Wahrheit, die wir Christen kennen dürfen. Alle drei Personen der Gottheit bemühen sich um uns. Das war schon der Fall, als wir noch verloren waren, wie uns Lukas 15 zeigt. Dort erzählt der Herr Jesus ein Gleichnis mit drei Geschichten.

  • Der Hirte, der das Schaf sucht, spricht vom Herrn Jesus, der sich um mich bemüht hat, als ich noch in meinen Sünden war und von Ihm weglief (V. 3-7).
  • Die Frau, die mit einer Lampe die verlorene Drachme sucht, ist ein Bild des Heiligen Geistes, der mich suchte, als ich in meinen Sünden tot war (V. 8-10).
  • Der Vater, der den verlorenen Sohn in seine Arme schliesst, weist auf Gott, den Vater, hin. Dieser nahm mich in Liebe auf, als ich zu Ihm zurückkehrte (V. 11-32).

Jetzt sind alle drei Personen der Gottheit aktiv, damit wir unsere christliche Stellung verstehen, und unsere christlichen Beziehungen zu unserer Freude geniessen können.

Die Stellung des Heiligen Geistes

Gott, der Vater, Gott, der Sohn, und Gott, der Heilige Geist, stehen auf derselben Stufe. Das ist eine grundlegende Wahrheit. Aber als der Sohn Gottes sich auf die Erde senden liess, um hier als niedriger Mensch zu leben und das Erlösungswerk am Kreuz zu vollbringen, nahm Er eine Stellung der Unterordnung ein (Phil 2,7). Ebenso liess sich der Heilige Geist an Pfingsten vom Vater und vom Herrn Jesus senden. Er war bereit, eine untergeordnete Stellung einzunehmen, um hier auf der Erde in der Versammlung und in jedem einzelnen Glaubenden zu wohnen. Diese besondere Stellung der Unterordnung des Geistes Gottes in der Zeit der Gnade wird uns im Knecht Abrahams vorgestellt. So wie der Knecht Rebekka durch die Wüste zu Isaak führte, so begleitet uns der Heilige Geist auf dem Weg durch diese Welt und richtet unseren Glaubensblick zum Haus des Vaters.

Die christliche Hoffnung

«Isaak führte sie in das Zelt seiner Mutter Sara, und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er hatte sie lieb. Und Isaak tröstete sich nach dem Tod seiner Mutter» (1. Mo 24,67).

Als Rebekka nach der langen Reise bei Isaak ankam, führte er sie in das Zelt seiner Mutter Sara. Das ist ein Bild der christlichen Hoffnung, d.h. der sicheren Zukunft aller Glaubenden der Gnadenzeit, die die Versammlung Gottes bilden.

Viele Christen schauen gebannt nach Israel und erwarten die Erfüllung der Verheissungen Gottes für dieses Volk. Das ist aber nicht unsere eigentliche Hoffnung. Wir warten nicht auf irgendwelche Ereignisse hier auf der Erde, sondern auf die Entrückung. Dann wird das Versprechen des Herrn Jesus in Erfüllung gehen: «In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet» (Joh 14,2.3). Jesus Christus hat uns eine Stätte bereitet, indem Er sich auf Golgatha als Brandopfer hingab, auferstand und als Mensch ins Vaterhaus ging. Als erster Mensch ging Er dort ganz allein hinein, um uns den Weg zu diesem Ort zu bereiten. Jetzt warten wir täglich auf Ihn, bis Er zurückkommt. Der Geist Gottes bewirkt dieses Sehnen in unseren Herzen: «Der Geist und die Braut sagen: Komm!» (Off 22,17).

Es wird etwas Grossartiges sein, wenn der Herr Jesus zur Entrückung kommen und uns in das Vaterhaus einführen wird. Was werden wir dort antreffen? Ich glaube, dass uns nur ein Vers direkt mitteilt, was im Vaterhaus ist. In Johannes 17,24 sagt der Herr Jesus: «Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.»

Jesus Christus selbst ist der Inhalt des Vaterhauses. Er ist dort als der «Ich bin». Wir werden Ihn sehen, wie Er ist nicht wie Er auf der Erde war, oder wie Er als Auferstandener geworden ist. Nein, wir werden Ihn sehen, wie Er in Ewigkeit in diesem Haus ist. Er bleibt für immer Mensch, damit wir Ihn in seiner Herrlichkeit betrachten können: Er ist der Sohn der Liebe des Vaters. Das ist unsere sichere Hoffnung.

Alle Erlösten der Gnadenzeit werden im Haus des Vaters sein. Sie gehören als die Braut des Christus zur himmlischen Frucht, die bis zur Entrückung aus seinem Tod für Gott entstehen wird.

f) Die zukünftige Frucht für Gott auf der Erde

«Abraham nahm wieder eine Frau, mit Namen Ketura. Und sie gebar ihm Simran und Jokschan und Medan und Midian und Jischbak und Schuach. Und Jokschan zeugte Scheba und Dedan; und die Söhne Dedans waren die Assuriter und Letuschiter und Leummiter. Und die Söhne Midians: Epha und Epher und Hanoch und Abida und Eldaa. Diese alle waren Söhne der Ketura» (1. Mo 25,1-4).

Es ist anzunehmen, dass Ketura nicht erst nach dem Tod Saras, sondern schon früher die Frau Abrahams war. Diese Geschichte wird aber deshalb am Schluss angehängt, um uns die Fruchtbarkeit im Tausendjährigen Reich zu zeigen. Die vielen Söhne der Ketura weisen auf die Frucht hin, die Jesus Christus auf der Erde haben wird. Es sind die Glaubenden des Überrests aus dem Volk Israel und die Erlösten aus den Nationen, die ins Friedensreich eingehen werden. «Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen» (Jes 53,11). Die Grundlage dieser irdischen Frucht für Gott ist ebenfalls der Tod des Heilands am Kreuz. Gepriesen sei sein Name!