Das kostbare Blut Christi

Die Tatsache

«Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten durchbohrte mit einem Speer seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und er weiss, dass er sagt, was wahr ist, damit auch ihr glaubt» (Joh 19,33-35).

Nachdem der Herr Jesus am Kreuz auf Golgatha das Werk, das Gott Ihm zu tun gegeben, vollbracht hatte, flossen Blut und Wasser aus seiner Seite. Johannes, inspiriert durch den Heiligen Geist, unterstreicht diese Tatsache auf besondere und einmalige Weise, indem er klarmacht: Dies ist kein Gerücht, denn «der es gesehen hat, hat es bezeugt». Nichts davon ist erfunden, nein, «sein Zeugnis ist wahr». Der Zeuge ist zuverlässig, ja, «er sagt, was wahr ist».

Jeder Mensch, der in Anerkennung seines sündigen Zustandes an dieses Blut glaubt, wird erlöst und vor Gott gerechtfertigt (Röm 3,23.24). Ein solcher darf nun über den Wert und die Kostbarkeit dieses Blutes nachdenken. Das füllt sein Herz mit Dankbarkeit und Anbetung.

Die Vorbilder im Alten Testament

«Und sie schlachteten die Rinder, und die Priester nahmen das Blut auf und sprengten es an den Altar; und sie schlachteten die Widder und sprengten das Blut an den Altar; und sie schlachteten die Schafe und sprengten das Blut an den Altar. Und sie brachten die Böcke des Sündopfers herzu vor den König und die Versammlung, und sie legten ihre Hände auf sie. Und die Priester schlachteten sie und taten ihr Blut zur Entsündigung an den Altar, um für ganz Israel Sühnung zu tun; denn für ganz Israel hatte der König das Brandopfer und das Sündopfer befohlen.» (2 Chr. 29,22-24).

Im Alten Testament gibt es viele Belehrungen über die Opferung von Tieren und besondere Anweisungen über das, was mit dem Blut der Opfer geschehen musste. Alle diese unzähligen Opfer und die Ströme von Blut, die in Verbindung damit geflossen sind, weisen auf das eine Opfer des Herrn Jesus und auf die Vollkommenheit seines Blutes hin. Obwohl das, was am Kreuz auf Golgatha geschehen ist, ein einziges Opfer war, gibt es doch verschiedene Seiten dieses grossen und wunderbaren Werkes. Anhand der alttestamentlichen Seiten lernen wir diese Opfer besser kennen.

Das Blut des Brandopfers

«Indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Flecken und ohne Fehl» (1. Pet 1,18.19).

«Du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft, durch dein Blut, aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation» (Off 5,9).

«Die Versammlung Gottes … die er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen» (Apg 20,28).

Das Blut des Brandopfers zeigt uns die Vorzüglichkeit der Person und des Werkes des Herrn Jesus. Aufgrund der Herrlichkeit des Mensch gewordenen Sohnes Gottes und der Vollkommenheit seines Werkes konnten Menschen aus aller Knechtschaft erlöst werden. Sie wurden für Gott erkauft, um Ihm als Priester anbetend zu dienen. Auf der gleichen Grundlage hat Gott sich seine Versammlung erworben, um sie als Braut Christi für immer mit seinem Sohn zu vereinigen.

Das Blut des Sündopfers

«Und er ist die Sühnung für unsere Sünden» (1. Joh 2,2).

«Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde» (1. Joh 1,7).

Durch unsere Sünden haben wir Gott schrecklich beleidigt und verunehrt, und wir selbst sind durch sie beschmutzt und verunreinigt worden. Doch das Blut des Herrn Jesus hat Sühnung für uns getan. Die Beleidigung Gottes ist weggenommen, weil das Blut Jesu Christi allen gerechten Forderungen Gottes genügte. Dieses Blut kam auch uns zugut. Es hat uns gewaschen, so dass wir jetzt völlig rein gemacht sind.

Das Blut des Friedensopfers

«Indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes» (Kol 1,20).

«Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden» (Eph 2,13).

Wir Menschen waren Feinde Gottes, und Feindschaft kennzeichnete unsere Beziehungen untereinander. Es musste etwas zu unserer Versöhnung geschehen. Auch hier wirkt das Blut Christi. Es hat Frieden gemacht. Durch sein Blut sind wir mit Gott und als Erlöste auch miteinander versöhnt. Sein Blut ist wahrlich ein Versöhnungsblut!

Zusammenfassung

So dürfen wir freudig sagen, dass das Blut Christi uns erlöst, erkauft und erworben hat. Dies ist die Seite des Brandopfers. Dasselbe Blut hat vor Gott Sühnung für uns getan und uns von unseren Sünden gewaschen. Dies ist die Seite des Sündopfers. Weiter sind wir durch sein Blut mit Gott versöhnt worden. Dies ist die Seite des Friedensopfers.

Wenn irgendetwas im Himmel und auf der Erde kostbar genannt werden kann, dann ist es das Blut des Lammes. Lasst uns mit anbetenden Herzen darüber nachdenken! Dies wird unsere Herzen gegenüber Gott mit Dank für seine unaussprechliche Gabe erfüllen. Und wir werden uns in Anbetung und Gehorsam vor dem verneigen, der uns geliebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat, in seinem Blut.