Die Wohnung Gottes auf der Erde

Gott «bewohnt ein unzugängliches Licht»; Er «wohnt in Ewigkeit» (1.Tim 6,16; Jes 57,15). Dort, verborgen, unerkennbar in sich selbst – ist Er.

Aber er gibt sich zu erkennen, durch das, was Er wirkt, und die Schrift redet von seiner Wohnung in den durch Ihn geschaffenen Welten.

Obwohl der Himmel Himmel Ihn nicht zu fassen vermögen (1. Kön 8,27), thront Er «in den Himmeln», «droben». Zahlreiche Stellen (unter anderem: 5. Mo 26,15; 1. Kön 8,27.43; 2. Chr 30,27; Ps 68,6; 113,5; 123,1; Jes 57,15; 63,15; Jer 25,30) reden von dieser «Stätte seiner Wohnung», seiner «heiligen Wohnung» in den Himmeln, die, von unsichtbaren Geschöpfen bevölkert, die eigentliche Wohnung der Engel sind (Judas 6).

Die Erde hingegen hat Er den «Menschenkindern» zur Wohnung gegeben (Ps 115,16)

Aber Gottes Wille war, einerseits, dass die Menschen Bewohner des Himmels würden, und dies in einem erhabeneren Sinn als die Engel – anderseits, dass Er selbst eine Wohnung auf der Erde habe.

Diese letztere Absicht möchten wir jetzt in ihren grossen Zügen betrachten.

Bis auf Christus hin

Diese Absicht Gottes, am Ort der Wohnstätte des Menschen eine Behausung zu haben, bestand vor Grundlegung der Welt. Bei der Schöpfung ergötzte sich die ewige Weisheit «auf dem bewohnten Teil der Erde» des HERRN (Spr 8,31): sie sah die kommende bewohnte Welt dem verherrlichten Menschen unterworfen, vereinigt mit anderen Menschen, nachdem diese für die Gegenwart Gottes passend gemacht sein würden; und in der ewigen Zukunft «die Hütte Gottes bei den Menschen. Und er wird bei ihnen wohnen» (Off 21,3).

Die Erfüllung dieser göttlichen Absicht ist allein das Werk der Gnade. Es setzt sich durch alle Haushaltungen der Geschichte der Menschheit fort, obwohl Adam und seine Nachkommenschaft sich in trauriger Weise dagegen widerspenstig gezeigt haben.

Vor dem Fall gab es Verkehr zwischen Gott und einer Erde, auf der «alles sehr gut war». Gott besuchte den Menschen, «wandelnd im Garten», wobei jedoch nicht gesagt wird, dass Er dort bei ihm wohnte: der Genuss der Beziehung, in der sich der unschuldige, aber auf die Probe gestellte Adam befand, hing von seinem Gehorsam ab. Er hat gefehlt und wurde aus Eden vertrieben. So wurde der Mensch von der Gegenwart Gottes ausgeschlossen; Gott hält sich abseits und wird ferngehalten von einer Welt, die sich ohne Ihn organisiert, und es schien, als wäre dieser Riss endgültig und unwiderruflich. Aber die Absicht der Gnade Gottes besteht. Gott wirkt durch seinen Geist und sein Wort, indem Er Glaubenden Leben gibt, und Menschen leben in einer mehr oder weniger grossen Vertrautheit mit diesem Gott, dem sie geglaubt haben, seien es Henoch oder Noah, die vor der Flut «mit Gott wandelten», oder ein Abraham nach der Flut, der der «Freund Gottes» war. Aber nichts in der Geschichte dieser Patriarchen deutet auf eine Wohnung Gottes hier auf der Erde hin. Er bereitet ihnen eine Stadt in einem besseren, das heisst himmlischen Vaterland; ihr Glaube anerkennt die Rechte Gottes, empfängt Verheissungen, zählt auf Ihn. Aber Er wohnt nicht bei ihnen.

Eine solche Wohnung setzt in der Tat voraus, dass das Hindernis der Sünde weggetan ist, wenigstens im Bild; denn Gott ist heilig und die Erde befleckt. Daher wird nicht davon geredet, bis Gott ein erlöstes Volk abgesondert hat, um seinen Namen zu tragen. Wie man weiss, ist erst nach dem Passah und dem Roten Meer, im Lied von 2. Mose 15, dem ersten Lied der Bibel, gleichzeitig und ausdrücklich von Erlösung, Heiligkeit und der Wohnung Gottes die Rede. Der Geist Gottes gab diesem erlösten Volk den Wunsch nach einer solchen Wohnung ins Herz («ich will ihm eine Wohnung machen» – 2. Mose 15,2, Fussnote); aber Gott kann nicht in einem Haus wohnen, das dem Menschen gemäss ist, vom Menschen ersonnen und aufgerichtet wird. Den Ort, wo Er wohnen, wo Er selbst sein Volk einführen und pflanzen wird, wird Er allein zubereiten («das Heiligtum, das deine Hände bereitet haben» – 2. Mose 15,17). Er ist es, der einem Mose wie auch einem David und einem Salomo (2. Mo 25,9; 1. Chr 28,12.19; 1. Kön 6,38) durch Inspiration direkte Instruktionen geben wird, damit diese menschlichen Hände dem HERRN auf der Erde eine konkrete, materielle Wohnung bauten.

Zuerst war die Stiftshütte, eine vorübergehende Wohnung, dem Wanderleben seines Volkes angepasst, das Zelt, in das Er eintrat, indem Er es mit seiner Herrlichkeit erfüllte (2. Mo 40,34.35). Später, als das Volk im Land niedergelassen war und die Feinde unterworfen waren, wurde durch einen herrlichen König der Tempel errichtet, als einen «ewigen», unveränderlichen Ort (1. Kön 9,3), wo sich die Herrlichkeit des HERRN in gleicher Weise offenbarte (1. Kön 8,10). Der Wunsch des Treuen bezüglich Zions, wie er in Psalm 132,5 ausgedrückt wird, setzt den in 2. Mose 15,2 fort, so wie auch der Vorsatz Gottes in 2. Mose 15,17 sich definitiv auf diesen Ort festsetzt (Ps 132,13.14).

Jedoch, wenn auch die Wohnung Gottes unter den Menschen war, so war sie noch nicht in den Menschen; und wenn Gott in der Mitte seines Volkes wohnte (1. Kön 6,13), so wohnte Er nicht in ihm. Er war mit diesem Volk, Er anerkannte es, aber Er liess es, obwohl als Gegenstand der Gnade, unter dem Bund des Gesetzes. Gott war nicht da in der Pracht einer Herrlichkeit, die mit ihrer Entfaltung alles erleuchtete: im Gegenteil, Er «wohnte im Dunkel» (1. Kön 8,12), die Herrlichkeit zeigte sich in der «Wolke», und der Mensch hatte keinen Platz in dem Tempel, wo Gott abgesondert, unzugänglich, zwischen den Cherubim, hinter dem Vorhang wohnte. Das Gesetz war nur ein Schatten der zukünftigen Güter.

Eine solche Wohnung konnte anderseits nur dauerhaft sein, wenn das Volk dem Bund treu war (1. Kön 9,6-9). Doch das war es nicht und konnte es nicht sein. Die Langmut und das Erbarmen Gottes waren zwar gross. Ein erstes Mal, als das Volk in Kanaan eingeführt, aber noch nicht zur Ruhe gebracht war, hat es sich zur Zeit der Richter so rebellisch gezeigt, dass «Gott es hörte … Und er verliess die Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hatte» (Ps 78,59.60); darauf aber erwählte Er in seiner unumschränkten Gnade Juda, David, «den Berg Zion, den er geliebt hat, und er baute sein Heiligtum», den Tempel (Ps 78,68-70). Aber ach, wir wissen, was aus dem Reich nach den glänzenden Tagen Salomos geworden ist!

Der Augenblick kam, an dem die Herrlichkeit des HERRN den Tempel verlassen musste (Hesekiel 9 und 11) und das preisgegebene Haus durch die Chaldäer zerstört wurde. Wohl wurde es nach der Gefangenschaft wieder aufgebaut, und der Name des Herrn wurde wieder darin angerufen, zur Freude und zum Trost für «die, die den HERRN fürchten und die seinen Namen achten» (Mal 3,16), ein Überrest inmitten einer Masse von Bekennern ohne Leben; aber man kann nicht sagen, dass Gott dort wieder Wohnung genommen habe. Die Lade war nicht mehr dort, also weder Sühndeckel noch Cherubim, und die Herrlichkeit des HERRN ist nicht zu seiner irdischen Wohnstätte zurückgekehrt. Die Treuen wurden durch den Propheten belehrt, auf den Herrn zu warten – den das Volk zu «suchen» vorgab – der «plötzlich zu seinem Tempel kommen wird» (Mal 3,1). So ist es während der vier Jahrhunderte der Unruhe gewesen, in denen das Haus, mehr als einmal geplündert und entheiligt, schliesslich durch Herodes wieder prächtig aufgebaut, von Götzenbildern gereinigt, gekehrt, geschmückt wurde und zubereitet schien, den Herrn aufzunehmen. Aber waren die Herzen durch Buße zubereitet?

Dann war Er da. Der Himmel freute sich. «An den Menschen ein Wohlgefallen!» Jesus, der angekündigte Herr, ist erschienen und besucht den Tempel; aber Er hält sich nicht darin auf: man hat ja eine «Räuberhöhle» daraus gemacht! Gott ist nicht darin!

Christus hier auf der Erde. «Der Tempel seines Leibes»

Aber, abwesend vom Tempel aus Steinen, ist Gott «in Christus, die Welt mit sich selbst versöhnend» (2. Kor 5,19). Durch das wunderbarste der Geheimnisse wohnt Er hier auf der Erde, «offenbart im Fleisch» (1. Tim 3,16). Der Fülle der Gottheit gefällt es, in dem Sohn der Liebe Gottes zu wohnen; die ganze Fülle wohnt leibhaftig (Kol 1,19; 2,9) in dieser gesegneten Person, geboren durch den Heiligen Geist, und in der der Vater gesehen wird. Er ist zugleich «unter uns», das Zelt des Fleisch gewordenen Wortes, und der Tempel des lebendigen Gottes (Joh 1,14; 2,21).

Er blieb abgesondert, ein Fremder hier auf der Erde, weil Er vom Himmel war; man wollte nichts von Ihm, weil die Menschen nichts von Gott wollen. Dieser Tempel ist der Himmel auf der Erde, und die Erde kann Ihn nicht ertragen. «Brecht diesen Tempel ab» … Und er wurde zerstört. Man hat den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt. Gewiss, Er hatte gesagt: «In drei Tagen werde ich ihn aufrichten» (Joh 2,19-21), und am dritten Tage ist Er durch die Herrlichkeit des Vaters tatsächlich auferstanden, aber nun war es Schluss mit der Welt, mit diesem Volk, der Himmel musste Ihn aufnehmen. Dem, den man nicht gewollt hat, gab Gott die Herrlichkeit und Er lässt Ihn zu seiner Rechten sitzen «bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge» (Apg 3,21).

Christus droben. Die Versammlung, «die Behausung Gottes im Geist»

Das Haus von Steinen wurde also mehr denn je «öde gelassen» (Mt 23,38), in Erwartung seiner Zerstörung vierzig Jahre später. Aber infolge der Verherrlichung Christi kam Gott auf die Erde, nicht mehr in körperlicher Offenbarung, sondern in der unsichtbaren Person des Heiligen Geistes, der seit Pfingsten wirksam ist, um «ein geistliches Haus» zu bilden, aus «lebendigen Steinen» gemacht (1. Pet 2,5).

Die Erlösung ist zustande gekommen. «Es ist vollbracht.» Die von neuem geboren sind, werden, nachdem sie geglaubt haben, versiegelt mit dem Heiligen Geist der Verheissung. Sie gehören zum «Haus Gottes»; sie sind «gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus»; Gott lässt sie schon «mitsitzen in den himmlischen Örtern» in Ihm (Eph 1,3; 2,6), in der Erwartung, tatsächlich dort zu sein in verherrlichten Leibern; sie sind «fähig gemacht zu dem Anteil am Erbe der Heiligen in dem Licht» (Kol 1,12). Sie sind berufen in die «Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus» (1. Joh 1,3). Ihre Berufung ist himmlisch, aber ihre Stellung in Christus ist heute schon himmlisch, und der Glaube erfasst schon jetzt dieses gesegnete Teil, das vorher keinem der Heiligen zuteilgeworden ist. Möchten wir es wirklich erfassen, liebe Kinder Gottes!

Und weil sie diese Stellung in Christus haben, werden sie durch die gleiche Wirkung des Heiligen Geistes passende Gefässe für die Wohnung Gottes. Der Leib jedes Gläubigen ist der Tempel des Heiligen Geistes (Eph 2,22), und die Versammlung, als Ganzes, ist «eine Behausung Gottes im Geist» (Eph 2,20.21).

Die so geschaffene Stellung, nämlich die christliche Stellung, ist einzigartig und wunderbar. Nichts Derartiges wurde jemals gesehen oder wird nach den Zeiten der Kirche hier auf der Erde je gesehen werden. Gott wohnt nicht mehr in der Mitte eines Volkes, bei den Menschen, unter ihnen, sondern in den Menschen. Israel hat nie die Behausung des HERRN dargestellt, aber die Versammlung ist die Behausung Gottes. Die Versammlung hält sich auf der Erde auf, so wie einst Christus, das heisst, als nicht von der Erde seiend, sondern vom Himmel; sie ist nicht eine menschliche Einrichtung, sondern ein himmlischer Leib, fremd hier auf der Erde und unerträglich für die Welt. Lasst uns dies wohl verstehen. «In dem auch ihr mitaufgebaut werdet (oder seid) zu einer Behausung Gottes im Geist.» Unsere Lebensweise in dieser Welt hängt in grossem Mass von der Weise ab, wie wir die Belehrung des Wortes über diesen Punkt aufnehmen.

Der Mensch kann den Charakter dieser Behausung nicht ändern, es ist diejenige Gottes, der Er den Stempel aufdrückt, da ist nichts vom unfähigen und feindlichen Fleisch. Das Haus Gottes ist heilig, wie Gott heilig ist; die Ordnung, die ihm geziemt, ist die Ordnung Gottes. Es geht nicht mehr um Riten oder Zeremonien, sondern um sittliche Ergebnisse der inneren Wirksamkeit des Geistes der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Die «Zeichen» hatten ihren Platz, um das Wort zu bestätigen, und zu jeder Zeit gebraucht Gott, wen Er will als Werkzeug; aber der Heilige Geist ist nur in den Gläubigen, Gott wohnt nur da. Seine Begegnung mit den Seinen, in Vertrautheit, in Gemeinschaft, ist etwas Verborgenes, und auf diese unsichtbare Weise wohnt Er in der Versammlung. Das «Geheimnis der Gottseligkeit» (1. Tim 3,16) ist bezeichnenderweise verbunden mit «dem Haus Gottes, das die Versammlung des lebendigen Gottes ist» (V. 15). Jemand wird sagen, der Heilige Geist sei in der Welt, Er sei in dem «grossen Haus» der Christenheit. Das ist wahr, Er wirkt da in Gnade, belebt und versiegelt dann die, die an Jesus glauben. Aber da ist keineswegs seine Wohnung, im Gegenteil, Er ist da als Fremder, als belastender Zeuge (Joh 16,8). Und die, in denen Er als ihr «Tröster» wohnt, sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Wir singen davon, dass die Versammlung jetzt fremd sei hier auf der Erde. Lasst uns aus dieser Tatsache aber auch die praktischen Konsequenzen ziehen. Da kommt unsere Verantwortung als Gläubige zum Zug.

In der Tat, wenn es sich um den Bau der Versammlung durch Christus handelt, so ist diese göttliche, unsichtbare Auferbauung vollkommen. Das Haus «wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn» (Eph 2,20.21), die mit Leben erfüllten Steine nehmen, einer nach dem anderen, auf der Grundlage Platz, die die Funktion des Ecksteines erfüllt, der lebendig und kostbar ist in den Augen Gottes (1. Pet 2,4.5). Bald nimmt dieser Bau, endlich vollendet, droben Platz, in seiner unveränderlichen Vollkommenheit.

Aber das sichtbare Zeugnis dieser geistlichen Wirksamkeit ist den Gläubigen anvertraut. Und da zeigt sich so oft fleischliche Tätigkeit, die dem Geist entgegengesetzt ist. Sie gibt dem äusseren Anblick des Hauses das Gemisch von gutem und schlechtem Material (1. Kor 3,9-17); und im Innern bringt sie ein Gemisch von Gefässen zur Ehre und von Gefässen zur Unehre (2. Tim 2,20) hervor.

Der Geist Gottes gibt uns in den Briefen zahlreiche Unterweisungen, Ermahnungen und Warnungen, geeignet, die praktische Heiligkeit in uns zu befestigen, indem Er uns an das Wort bindet und es auf Herz und Gewissen einwirken lässt. Der Herr, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt, redet auf mancherlei Weise zu seiner Versammlung, und Gott züchtigt seine Kinder und wirkt jetzt im Gericht über sein Haus, um es zu reinigen, bevor Er die Welt richtet. Der Treue hat sich beständig darin zu üben, sich vom Bösen abzusondern und nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden zu streben, mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen (2. Tim 2,21.22), um so zusammen zu leben, als eine Behausung Gottes im Geist. Begnügen wir uns nicht nur mit der Lehre der Versammlung; wenn sie für uns nur ein Buchstabe ist, werde es uns klar, dass der Buchstabe tötet. Lasst uns aufwachen! Die unermüdliche Anstrengung des Feindes zielt dahin, die Kirche mit der Welt zu verbinden, wo es doch das Wesen der gottgemässen Kirche ist, die Behausung Gottes zu sein, durch den Geist, der die Welt von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht überführt. Sagt uns dies nichts?

In der Zukunft

Bald wird die Versammlung, die gegenwärtige Wohnung Gottes hier auf der Erde, diese Erde verlassen und ihren Platz im Himmel einnehmen. Der Heilige Geist wird mit ihr weggehen. Dann wird hier auf der Erde, für eine sehr kurze Zeit, das äussere Haus übrigbleiben, das vom Menschen aufgebaut wurde, ein Bekenntnis ohne Christus und ohne den Geist. Dann wird dieses Babylon gerichtet werden; es ist auffallend, dass es in Offenbarung 18,2 eine Behausung1 von Dämonen genannt wird: es wird die Meinung gehabt haben, die Wohnung Gottes zu sein, doch wird es sich als die der Dämonen erweisen! In der gleichen Zeit wird der Tempel in Jerusalem, im Unglauben wieder aufgebaut, aber nach dem Wort von Christus ein Haus sein, «gekehrt und geschmückt»; der Antichrist wird kommen und sich hineinsetzen (2. Thes 2,4).

Ist Babylon gerichtet, der Antichrist verzehrt durch den Hauch des Mundes des Herrn Jesus, offenbart in Herrlichkeit (2. Thes 2,8), so ist der Platz auf der Erde bereitet und durch die Gerichte gereinigt für einen neuen Tempel im Jerusalem des Tausendjährigen Reiches, dann, wenn das himmlische Jerusalem, «die Frau des Lammes», die heilige Stadt, «keinen Tempel in ihr» haben wird: es gehört zu den neuen Himmeln. Aber es selbst wird in Ewigkeit «die Hütte Gottes» sein, die auf der neuen Erde «bei den Menschen» sein wird (Offenbarung 21).

Dann wird der ganze Ratschluss Gottes erfüllt sein, und Er wird in seiner Liebe schweigen (oder ruhen – Zephanja 3,17). Dann wird das Werk der Erlösung auf ewig verherrlicht werden, in der Versöhnung aller Dinge mit der Fülle der Gottheit.

«Ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christus Jesus auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen» (Eph 3,21).

  • 1Oder Wohnung, es ist dasselbe Wort wie in Eph 2,22, und das sind die beiden einzigen Vorkommen des griechischen Begriffs im Neuen Testament.