Um seines Namens willen

1. Samuel 12,22, Hesekiel 20,9, Matthäus 10,22, Matthäus 19,29, Matthäus 24,9, Johannes 15,21

Wir finden diesen Ausdruck verschiedene Male in der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Einerseits beschreibt er die souveräne Handlungsweise Gottes (1. Sam 12,22; Hes 20,9). Anderseits zeigt er mögliche Folgen für solche, die sich zum Herrn Jesus halten (Mt 10,22; 19,29; 24,9; Joh 15,21).

Sein Name

Der Name identifiziert jemand eindeutig. Er ist der Inbegriff dieser Person. Wenn wir mit einem Menschen eine persönliche Beziehung pflegen, kennen wir in der Regel seinen Namen.

Der Name des HERRN wurde schon früh angerufen (1. Mo 4,26). Im Lauf der Zeit zeigte Gott mehr und mehr von sich selbst und verknüpfte diese Offenbarungen oft mit einem seiner Namen. Im Alten Testament finden wir verschiedene Namen Gottes, wobei die Fussnote jeweils das Wort im Hebräischen wiedergibt. Einige Beispiele:

  • El (1. Mo 31,13): Gott
  • El Elion (1. Mo 14,18-20): Gott, der Höchste
  • El Schaddai (1. Mo 17,1): Gott, der Allmächtige
  • Der HERR (oder JAHWE, 2. Mo 3,13-15): Ich bin, der ich bin, der Ewige
  • Herr Zebaoth (Röm 9,29, Zitat aus Jes 1,9): HERR der Heerscharen.

Im Neuen Testament wird uns gezeigt, dass Gott Menschen, die seinen Sohn als Retter annehmen, zu seinen Kindern macht. Die passende Bezeichnung dazu ist Gott, der Vater (Joh 20,17). Dieser Name übertrifft alle Namen Gottes, die bisher offenbart wurden. Wir staunen wirklich über den reichen Segen, den wir als glaubende Christen erfahren.

Gottes Handeln um seines Namens willen

Wenn Gott um seines Namens willen handelt, dann tut Er das, weil Er so ist, wie Er sich gezeigt hat. Seine Person ist Ziel und Zweck für sein Handeln. Alles hängt von Ihm ab. Da gibt es keine Beeinflussungen. Gott ruht völlig in sich selbst und ist absolut souverän. Er ist «selig und alleinig» (1. Tim 6,15), d.h. Er benötigt ausserhalb von sich selbst nichts, damit Er völlig ruhig und glückselig sein kann.

Deshalb können wir im Blick auf sein Handeln genauso ruhig sein. Wir betrachten einige Verse aus den Psalmen, die dieses souveräne Handeln Gottes beschreiben:

«Er erquickt meine Seele, er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen» (Ps 23,3).

Der Herr Jesus ist der Hirte, der nach seinen Schafen fragt. Sie sind Ihm wichtig. Den Schafen geht es nicht immer gut. Sie brauchen Belebung oder sogar Wiederherstellung. Da handelt der Herr Jesus. Nichts hält Ihn ab, die betroffenen Seelen zu erquicken. Er tut es «um seines Namens willen».

Ein Gläubiger kann die Pfade der Gerechtigkeit verlassen. Dann führt ihn der Herr Jesus nicht einfach zurück auf diese Wege. Er führt ihn sogar in diesen Pfaden. Das bedeutet, dass Er dem Schaf auf diesen Wegen vorausgeht. Der Herr führt mich nie in die Irre oder in eine Sackgasse. Deshalb lasse ich mich von Ihm leiten. Dabei geht es um Ihn, um seine Person. Niemals kann Er «um seines Namens willen» zulassen, dass eins seiner Schafe sich verirrt. Das ist eine wunderbare Tatsache und gibt mir grosse Zuversicht für mein weiteres Leben.

«Um deines Namens willen, HERR, wirst du ja meine Ungerechtigkeit vergeben, denn sie ist gross» (Ps 25,11).

Die Vergebung der Sünden und Ungerechtigkeiten durch den heiligen Gott ist eine grosse Sache. Sie hat zwei Seiten:

  • Einerseits setzt sie die Sühnung der Sünden durch den Herrn Jesus voraus (1. Joh 2,2).
  • Anderseits erfolgt die Vergebung Gottes auf ein Bekenntnis (1. Joh 1,9).

Fühlst du die Schwere deiner Sünden («denn sie ist gross»)? Meinst du, es könne nie mehr gut werden? Oder zweifelst du, ob du deine Sünden ausreichend bekannt hast und ob Gott dir wirklich vergeben hat? Dann lies, was in 1. Johannes 2,12 steht: «Ich schreibe euch Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen.» Es hängt nur an Gott, der dir aus eigenem Antrieb vergibt. Es besteht auch eine gerechte Basis dafür: das Sühnungswerk seines Sohnes. Gibt dir das nicht die höchstmögliche Sicherheit im Blick auf die Vergebung deiner Sünden?

«Aber er rettete sie um seines Namens willen, um seine Macht kundzutun» (Ps 106,8).

Psalm 106 ist mit «Lobt den HERRN» überschrieben. Er schildert Gottes Handeln mit seinem Volk. Es fällt uns auf, dass der HERR immer wieder zugunsten der Israeliten gehandelt hat, obwohl sie Ihm nicht gehorchten.

Der angeführte Vers folgt auf die Aussage:

«Unsere Väter in Ägypten beachteten nicht deine Wundertaten, erinnerten sich nicht an die Menge deiner Gütigkeiten und waren widerspenstig am Meer, beim Schilfmeer» (V. 7). Was würden wir als folgerichtiges Handeln Gottes auf dieses Fehlverhalten der Israeliten erwarten? Wäre nicht eine Strafe angemessen? Würden wir nicht verstehen, wenn sich Gott von diesem Volk abgewendet hätte?

Gott hiess das Verhalten seines Volkes nicht gut. Doch Er handelte mit Israel nicht nach Verdienst. Nein, Er wurde «um seines Namens willen» aktiv. Es ist der Charakter seines Wesens, der in dieser Situation Errettung schenkte. Er wollte vor der ganzen Welt seine Grösse kundtun. Deshalb erlöste Er das Volk Israel.

Als Paulus sich damit beschäftigte, wie Gott Israel in der Zukunft führen wird, stellte er fest: «Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar» (Röm 11,29). Staunend schloss er seine Betrachtung ab: «Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unergründlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen?» Dieses Fazit rief in seinem Herzen das höchste Lob hervor: «Denn von ihm und durch ihn und für ihn (d.h. um seines Namens willen) sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen» (Röm 11,33-36).

Und jetzt?

David und andere Gläubige vertrauten ihrem Gott. Sie kannten Ihn und wussten, dass Er um seines Namens willen handeln würde. Deshalb riefen sie Ihn an und erbaten sich eine Antwort um seines Namens willen.

  • «Mein Fels und meine Burg bist du; und um deines Namens willen führe mich und leite mich» (Ps 31,4).
  • «Hilf uns, Gott unseres Heils, um der Herrlichkeit deines Namens willen; und errette uns und vergib unsere Sünden um deines Namens willen!» (Ps 79,9).
  • «Du aber, HERR, Herr, wirke für mich um deines Namens willen; weil deine Güte gut ist, errette mich!» (Ps 109,21).
  • «Um deines Namens willen, HERR, belebe mich; in deiner Gerechtigkeit führe meine Seele aus der Bedrängnis!» (Ps 143,11).

Auch wir dürfen mit Zuversicht unsere Gebete vor Gott, den Vater, bringen. Dabei fixieren wir unsere Glaubensaugen auf die Grösse, Souveränität und Allmacht unseres Gottes. Je besser wir Ihn kennen und mit seiner Person vertraut sind («sein Name»), desto vertrauensvoller werden wir zu Ihm beten.