Matthäus
Das Matthäus-Evangelium zeigt uns den Herrn Jesus als den Messias, den König Israels. Es verbindet das Alte mit dem Neuen Testament. Deshalb beginnt es mit seinem königlichen und rechtsgültigen Geschlechtsregister. Abraham war der Stammvater des Volkes Israel, das Gott für sich auserwählte. Er hatte mehrere Söhne. Doch Gott sagte ausdrücklich zu ihm: «Meinen Bund werde ich mit Isaak errichten, den Sara dir gebären wird» (1. Mo 17,21).
König David war der Mann nach dem Herzen Gottes. Ihm hatte der HERR verheissen: «Ich werde deinen Nachkommen nach dir erwecken, der von deinen Söhnen sein wird … Ich will ihm Bestand geben in meinem Haus und in meinem Königreich auf ewig; und sein Thron soll fest sein in Ewigkeit» (1. Chr 17,11.14).
Gottes Gnade gegenüber Sündern wird uns in diesem Geschlechtsverzeichnis ebenfalls vorgestellt. Denken wir nur an die bösen Taten, die einige Männer verübt hatten, die darin vorkommen. Doch sie zeigt sich besonders in der Erwähnung verschiedener Frauen, die abstammungsmässig nicht zum Volk Israel gehörten. Die heilige Beziehung zwischen Maria, der Mutter Jesu, und Joseph, der ihr Mann wurde, steht in schönem Kontrast zu diesen Vorfahren.
Folgende Tatsache wird im einleitenden Kapitel klar vorgestellt: Jesus wurde vom Heiligen Geist in der Jungfrau Maria gezeugt. Damit erfüllte sich, was Gott durch den Propheten vorausgesagt hatte (Jes 7,14). Ein Engel teilte Joseph in einem Traum die Absicht mit, warum Jesus geboren werden sollte: «Er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.» Im Alten Testament gab Gott bedeutsame Mitteilungen oft durch einen Engel weiter.
Wir gehören zum himmlischen Volk Gottes und können jetzt Gott danken, dass der Herr Jesus kam, um auch uns von unseren Sünden zu erretten.
Markus
Das Markus-Evangelium stellt uns den Herrn Jesus als den Knecht vor, der hier auf der Erde gewissenhaft für Gott arbeitete. Er selbst sagt, dass Er nicht gekommen sei, «um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele» (Mk 10,45). Doch der Heilige Geist macht von allem Anfang eines klar: Der unermüdliche Knecht Jesus Christus, der umherging und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren, ist niemand anders als der ewige Sohn Gottes. Geburt und Lebensumstände des Dieners werden nicht erwähnt. Doch Er und Johannes der Täufer, der den Weg für Ihn bereitete, werden als Personen beschrieben, die im Alten Testament angekündigt worden sind. Das Wohlgefallen, das Gott am Herrn Jesus findet, der Ihm auf der Erde demütig dienen will, wird schon im 11. Vers des ersten Kapitels ausgedrückt.
Direkt danach treibt Ihn der Geist in die Wüste, wo Er vom Teufel versucht wird. Dann beginnt sein öffentlicher Dienst. Seine aktive Tätigkeit, in Abhängigkeit von Gott ausgeübt, wird durch das Wort «sogleich» geprägt. Im ersten Kapitel sehen wir Ihn, wie Er vom frühen Morgen bis in die Nacht unermüdlich unterwegs ist. Dabei ruft Er Jünger in seine Nachfolge, befreit Menschen von der Macht des Teufels, heilt Kranke, verkündigt das Wort und reinigt jemand vom Aussatz.
Johannes Markus, der inspirierte Schreiber dieses Evangeliums, war ein Neffe von Barnabas. Als junger Mann hatte er im Dienst für den Herrn versagt (Apg 13,13; 15,37-39). Später wurde er wiederhergestellt und erwies sich als nützlicher Diener. Die Beschäftigung mit dem treuen, hingebungsvollen Dienst des Herrn Jesus war zweifellos ein wesentlicher Faktor bei der Wiederherstellung von Markus. Wie viel Segen haben seither Unzählige empfangen, die ebenfalls über den vollkommenen Diener nachgedacht haben!
Lukas
Wir kennen Lukas als den geliebten Arzt, einen Gläubigen aus den Nationen. Gott benutzte ihn, um das dritte Evangelium zu schreiben. Lukas sammelte Informationen von solchen, die den Herrn Jesus Christus persönlich gekannt und das Wort verkündigt hatten. Geleitet durch den Heiligen Geist stellte er die erhaltenen Informationen entsprechend zusammen. Er schrieb dieses Buch für einen Mann, den er als «vortrefflichster Theophilus» anredet. Vermutlich war dieser auch ein gläubiger Christ aus den Nationen. Lukas beginnt seine Erzählung mit den Ereignissen, die zur Geburt von Johannes dem Täufer als dem Vorläufer des Messias und schliesslich zu Jesus selbst führen. Aber er folgt einer moralischen Ordnung, indem er Themen gruppiert, die einen Bezug zueinander haben. Deshalb hält er sich in seinem Bericht nicht immer an die chronologische Reihenfolge.
Lukas stellt uns das Menschsein des Herrn Jesus vor. Wir finden Ihn oft im Gebet und häufig in Häusern und zu Tisch. Aber Lukas hebt von Anfang an sorgfältig hervor, wer dieser wundervolle Mensch ist: Jesus Christus ist der Sohn des Höchsten, das Heilige und der Sohn Gottes. Ihm wird der Thron Davids gegeben, damit Er ewig über das Haus Jakobs herrschen soll. Er ist auch der Herr und der Aufgang aus der Höhe (Lk 1,32-35.76-79).
Lukas gibt uns Einzelheiten über die Ankündigung der Geburt Jesu. Er berichtet von Ereignissen, die vorher geschahen, die um die Geburt stattfinden und die darauf folgen. Wir hören eine Geschichte aus der Kindheit Jesu. Wir haben einen Bericht über seine Abstammung als Mensch, seine Taufe und wie Er den Versuchungen durch den Teufel standhaft widersteht. Seine Vollkommenheit als Mensch strahlt hervor, während wir sehen, wie die sündigen Menschen kein Verlangen nach Ihm haben.
Johannes
Das Johannes-Evangelium ist das letzte Evangelium, das geschrieben wurde. Der erste Vers führt uns weiter zurück als jeder andere Abschnitt in der Bibel – noch weiter zurück als an den Anfang der Schöpfung in 1. Mose 1. Ja, es geht sogar weiter zurück als unsere Auserwählung in Christus vor Grundlegung der Welt (Eph 1,4). Da war das Wort in seinem wirklichen Wesen als eine eigene Person bei Gott. Der Sohn existierte immer als das Wort und ist selbst Gott. Die ganze Schöpfung wurde durch Ihn ins Dasein gerufen. Er ist der Ursprung und Geber des Lebens und das Licht der Menschen: der ewige Sohn Gottes.
Diese herrliche Person, die das wahre Licht ist, kam als Mensch in die Welt, die Er als Sohn Gottes geschaffen hatte. Er enthüllte dabei ihren wahren Zustand der Entfremdung von Ihm und der Feindschaft gegen Ihn. Sein Vorläufer, ein Mann von Gott gesandt, machte nichts aus sich, sondern redete nur von Ihm. Sich selbst bezeichnete Johannes der Täufer als eine Stimme, die nicht gesehen, sondern nur gehört werden sollte.
Dieses Evangelium berichtet in einfacher, aber tiefgehender Sprache, dass das Wort, das Gott selbst und der Schöpfer von allem ist, Mensch wurde und unter uns lebte. Das Johannes-Evangelium stellt uns den Herrn Jesus als den Sohn Gottes vor, der in Gnade und Wahrheit auf die Erde gekommen ist. Doch schon im ersten Kapitel sehen wir Ihn, wie Er in das Seine kam und von den Seinen nicht angenommen wurde. Er kam, um Gott zu offenbaren. Im Weiteren bezeugt sein Vorläufer von Ihm, dass Er das Lamm Gottes ist, das die Sünde der Welt wegnimmt. Der Herr Jesus nimmt Jünger an und ruft Jünger zu sich. Einer von ihnen erkennt Ihn als Sohn Gottes und König Israels an. Doch Er selbst spricht demütig von sich als dem Sohn des Menschen.
