In Lukas 7,11-17 sehen wir den Herrn Jesus, wie Er von Kapernaum nach Nain unterwegs war. Viele seiner Jünger und eine grosse Volksmenge gingen mit Ihm. Als sie sich der Stadt näherten, begegnete ihnen eine zahlreiche Volksmenge, die aus der Stadt kam. Diese Menschen waren auf dem Weg zu einer Beerdigung. Ein toter Mann wurde herausgetragen. Da die Juden ihre Toten meistens am gleichen Tag beerdigten, können wir annehmen, dass er gerade erst gestorben war. Er war der einzige Sohn seiner verwitweten Mutter. Nun trauerte und weinte sie begreiflicherweise. Doch der Herr Jesus war auf dem Weg zu ihr!
Wir sehen in dieser Begebenheit nicht nur zwei Volksmengen, wir erkennen auch zwei Söhne. Der eine ist der einzige Sohn der weinenden Witwe, der andere der eingeborene oder einzige Sohn Gottes. Der eine Sohn war tot, der andere Sohn ist die Auferstehung und das Leben. Wir entdecken auch, wie sich zwei leidende Personen begegnen: die Witwe mit ihrer eigenen Not und Trauer und der Herr Jesus, der Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut (Jes 53,3.4). Er konnte das Herzeleid der Witwe mitempfinden. Wohl wurde sie von vielen begleitet, doch sie war immer noch bedrückt und traurig. Er befand sich auf dem Weg zum Kreuz, wo Er – von allen verlassen – ganz allein sein würde.
Es gab an jenem Tag auch zwei Feinde auf jener Strasse: den Tod und den Teufel, der die Macht des Todes hat. Der Herr Jesus besiegte durch sein Werk am Kreuz den Tod. Das ist der letzte Feind, der uns von unserem Körper trennt und der unsere Seele von Gott trennen würde, wenn wir den Herrn Jesus Christus nicht als Retter angenommen hätten. Der Herr Jesus überwand nicht nur den Tod, indem Er durch ein Wort den Sohn der weinenden Witwe auferweckte. Als Er am Kreuz für uns in den Tod ging, da machte Er zugleich den Teufel zunichte, der die Macht des Todes hat (Heb 2,14). Als Sieger sagt Er heute zu dir und zu mir: «Ich bin der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades» (Off 1,18).
