Der Herr Jesus als Bräutigam

«Bräutigam» ist einer der verschiedenen Titel, unter denen uns der Herr Jesus im Wort Gottes vorgestellt wird. Wir Menschen bezeichnen den Mann als Bräutigam, der mit einem Mädchen verlobt und seiner Braut gegenüber von frischer Liebe erfüllt ist. So bringt dieser Titel unseres Herrn vor allem seine ewig frische Liebe zu seiner Braut zum Ausdruck.

Im Wort, besonders im Neuen Testament, wird der Herr nicht oft «Bräutigam» genannt (Mt 9,15; 25,1-13; Joh 3,29), doch ermächtigen uns diese und andere Stellen dazu, seine Beziehung zu seiner Auserwählten und sein ganzes Tun mit ihr unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten.

Bei der Erschaffung der Welt war der Sohn, als die «Weisheit», Werkmeister bei Gott und Tag für Tag seine Wonne. Schon da war es, dass Er sich allezeit vor Ihm ergötzte, «mich ergötzend auf dem bewohnten Teil seiner Erde; und meine Wonne war bei den Menschenkindern» (Spr 8,22-31). Wie Adam unter den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels nicht die «Hilfe, die ihm entsprach» entdecken konnte, so vermochte auch die ganze Schöpfung das Sehnen des Sohnes Gottes nach einer Braut nicht zu stillen.

Wer wurde dann seine Braut, und wie kam diese Beziehung zustande?

1. Die irdische Braut: Das Volk Israel

Zuerst hat sich der HERR ein Volk in Abraham auserwählt und aus den Nationen für sich abgesondert (Jes 43,20.21; 3. Mo 20,24). Unter manchen anderen Stellen reden Psalm 45, das Hohelied und Jeremia 2,1-13 von seiner bräutlichen Beziehung zu Ihm. Aber diese Braut hat den HERRN verlassen, ist untreu gewesen und hat Hurerei, Ehebruch begangen (vgl. Hosea, Kapitel 1 und 2). Doch in der Zukunft wird Er zu ihrem Herzen reden und sich ihr verloben in Ewigkeit (Hos 2,14-23).

2. Die himmlische Braut: Die Versammlung

Nach der Untreue Israels und nachdem Christus, sein Bräutigam und König, in Jerusalem gekreuzigt wurde, hat Er es für eine Zeit verworfen. Nun tritt eine andere Braut, die Versammlung, in Erscheinung. Vor allem im Zusammenhang mit ihr möchten wir uns hier mit dem Bräutigam beschäftigen. Was Christus «meine Versammlung» nennt, besteht nicht aus einem einzigen, natürlichen Volk, als Ganzes abgesondert, sondern aus einzelnen Erlösten, aus «Juden und Griechen», herausgenommen aus allen Nationen der Welt. Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus hat sie vor Grundlegung der Welt auserwählt und seinem Sohn gegeben (Eph 1,4 – Joh 6,37; 17,2.6.9.24; 18,9).

Die himmlische Braut wurde nicht auserwählt, weil sie schön war und hervorragende Qualitäten hatte. Viele Stellen in den Briefen zeigen im Gegenteil, dass ihr natürlicher Zustand nicht hätte schlimmer sein können. Das Törichte, das Schwache, das Unedle und Verachtete der Welt hat Gott auserwählt, damit sich vor Ihm kein Fleisch rühme. Die Auserwählten waren kraftlos, Sünder, Feinde Gottes, gehörten zu einem verdrehten und verkehrten Geschlecht, waren ungehorsam, irregehend, ja sogar geistlich tot in Vergehungen und Sünden (1. Kor 1,26-29; Röm 5,6-10; Phil 2,15; Titus 3,3; Eph 2,1).

Aber Gott hat die, die jetzt zu dieser Braut gehören, in Christus auserwählt (Eph 1,4). Das ist von grosser Bedeutung. Er, der ihr Bräutigam sein würde, hat ganz allein durch sein Erlösungswerk, durch sein Leiden und Sterben am Kreuz und durch seine Auferstehung eine wunderbare Veränderung in ihnen bewirkt. Lasst uns im Einzelnen betrachten, wie dies zustande gekommen ist.

Christus Jesus, der in Gestalt Gottes war, hat um ihretwillen sich selbst zu nichts gemacht, in dem Er in Gleichheit der Menschen geworden ist und sich selbst erniedrigte, indem Er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz (Phil 2,5-8). Für Ihn waren Gottes Auserwählte wie ein «im Acker verborgener Schatz»; vor Freude darüber ging Er hin, verkaufte alles, was Er hatte, vertauschte den Ort der Herrlichkeit mit dem Platz tiefster Schmach und kaufte so jenen Acker. Auch glich er einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht. Für Ihn war die Versammlung, die aufgrund seines Werkes entstehen würde, «eine sehr kostbare Perle», um derentwillen – es wird wiederholt – Er alles verkaufte, was Er hatte, und sie kaufte (Mt 13,44-46).

  • «Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben» (Eph 5,25).
  • «Der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist» (Lk 19,10).
  • Er ist «gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben» (Joh 10,10).
  • Die Glaubenden werden «umsonst gerechtfertigt … durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist» (Römer 3,24).
  • Sie sind «geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi» (Heb 10,10).
  • «Wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden» (2. Kor 5,17).
  • Was seinen alten Zustand betrifft, ist der Gläubige «mit Christus gestorben», auch ist «sein alter Mensch mitgekreuzigt» (Römer 6,6.8).
  • Aber er ist nun auch «mit dem Christus auferweckt» um in Neuheit des Lebens zu wandeln (Röm 6,4; Kol 3,1).

Denen, die einst fern von Gott waren, liess der Auferstandene verkünden: «Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott» (Joh 20,17).

Gott hat uns, die wir jetzt seine Versammlung, also die Braut Christi bilden, somit «begnadigt – oder angenehm gemacht – in dem Geliebten» (Eph 1,6), und weil für den Bräutigam die Braut durch sein Opfer «auf immerdar vollkommen gemacht ist», ruft Er ihr jetzt zu: «Ganz schön bist du, meine Freundin, und kein Makel ist an dir!» (Hld 4,7).

Die Person des Bräutigams

Seine Titel, seine Stellung, seine äussere Herrlichkeit

Für eine Braut ist die Stellung des Bräutigams von Wichtigkeit, denn durch ihre Verbindung mit ihm wird sie daran teilhaben. Wie unvergleichlich gross und herrlich ist nun der Bräutigam der himmlischen Braut!

Vor seiner Menschwerdung war Er als das Wort und als Sohn Gottes der Schöpfer und Erhalter aller Dinge:

  • «Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eins, das geworden ist» (Joh 1,3).
  • Da ist «ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn» (1. Kor 8,6).
  • «Durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen» (Kol 1,16).
  • Durch den Sohn hat Gott «die Welten gemacht», und Er trägt «alle Dinge durch das Wort seiner Macht» (Heb 1,2.3).

Als Sohn des Menschen ist Er

  • die Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes und der Abdruck seines Wesens (Heb 1,3),
  • «Erbe aller Dinge» (Heb 1,2),
  • «König der Könige und Herr der Herren» (Off 19,16),
  • Gott hat Ihn zum Herrscher gemacht über die Werke seiner Hände (Ps 8,7).
  • Gott will Ihm «die Nationen zum Erbteil geben und die Enden der Erde zum Besitztum» (Ps 2,8).
  • Gott hat Ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben (Eph 1,22);
  • die Braut ist seine Miterbin (Röm 8,17);
  • sie wird mitherrschen und mitverherrlicht werden; (2. Tim 2,12).

Seine inneren Herrlichkeiten und Schönheiten

Ein unerschöpfliches Thema! Wir wollen hier nur bei der bildhaften Beschreibung stehen bleiben, die die Braut im Hohenlied 5,10-16 von ihrem Geliebten gibt, und nur einige Gedanken dazu äussern.

  • Sie sagt: «Mein Geliebter ist weiss und rot.» Jesus Christus konnte uns durch sein Blut von unseren Sünden waschen (Off 1,5), so dass wir «weiss sind wie Schnee», weil sein Blut das des Lammes ohne Flecken und ohne Fehl ist, zuvor erkannt vor Grundlegung der Welt (1. Pet 1,19).
  • Er ist «ausgezeichnet vor Zehntausenden» von Menschen, nicht nur weil Er der Sohn Gottes ist, sondern auch als Sohn des Menschen.
  • Er ist «das Heilige», gezeugt von dem Heiligen Geist (Lk 1,35; Mt 1,20).
  • Sünde «ist nicht in ihm», Er «kannte» sie nicht und Er «tat keine Sünde» (1. Joh 3,5; 2. Kor 5,21; 1. Pet 2,22).
  • Er tat allezeit das Gott Wohlgefällige (Joh 8,29).
  • Seine Gesinnung war, sich selbst zu erniedrigen, indem Er gehorsam wurde bis zum Tod am Kreuz (Phil 2,5-8).
  • Er war stets Gebet (Ps 109,4) und lebte in völliger Abhängigkeit von Gott.
  • Er suchte nicht seine Ehre (Joh 8,50);
  • am Ende seines Lebens hier auf der Erde konnte Er vielmehr zu Gott, dem Vater, sagen: «Ich habe dich verherrlicht auf der Erde» (Joh 17,4).
  • Die unvergleichliche «Liebe des Christus» zu den Menschen hat Ihn getrieben, sich am Kreuz hinzugeben, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
  • Obgleich Ihn die Menschen für seine Liebe anfeindeten (Ps 109,4), besonders in seinen Leiden vor und am Kreuz, hat Er sein Werk der Liebe vollendet und gerade da die tiefen Vollkommenheiten seines Herzens offenbart. – Wahrlich kein Mensch ist Ihm gleich, aber wir dürfen jetzt durch Gnade seine Nachahmer sein.
  • «Sein Haupt ist gediegenes, feines Gold». Nebukadnezar, der in seinem grossen Königreich zum Herrscher über alle Menschenkinder gesetzt war, wurde «das Haupt von Gold» genannt (Dan 2,38). Gott hatte ihm Macht und Gewalt und Ehre gegeben, ihn also mit Majestät bekleidet. Wie viel mehr kann dies von Christus gesagt werden, der über die ganze Erde herrschen wird, und zwar in göttlicher Gerechtigkeit (Jes 11,4.5), im Gegensatz zu allen früheren Herrschern, die dies nur unvollkommen oder gar nicht getan haben.
  • «Seine Locken sind herabwallend, schwarz wie der Rabe.» Anderswo sind seine Haare «weiss wie weisse Wolle, wie Schnee», wenn Er als der «Alte an Tagen» beschrieben wird (Off 1,14; Dan 7,9). Hier aber sind seine Locken ein Bild seiner unveränderlichen Kraft; Er ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe (Heb 13,8).
  • «Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen.» Nachdem durch sein Sühnungswerk aller Zorn von den Erlösten abgewendet ist, kann sein sanfter Blick mit innigem Wohlgefallen auf ihnen ruhen. Auch will Er sie in Gnade und Güte mit den Augen leiten1 (Ps 32,8).
  • «Seine Wangen (sind) wie Beete von Würzkraut, Anhöhen von duftenden Pflanzen.» Menschliche Schönheit ist oft mit Hochmut und Unreinheit verbunden. Alle Schönheiten und Vollkommenheiten des Mensch gewordenen Gottessohnes aber sind für Gott ein duftender Weihrauch; Er vermag sie ganz zu erfassen (2. Mo 30,34-38). Aber auch die Braut hat erkannt: «Lieblich an Duft sind deine Salben, ein ausgegossenes Salböl ist dein Name» (Hld 1,3).
  • «Seine Lippen (sind) Lilien, träufelnd von fliessender Myrrhe.» Seine Lippen können der Braut gegenüber von Frieden, von Ruhe des Gewissens und Herzens und von unermesslichen Segnungen reden, weil Er am Kreuz gelitten hat und in den bitteren Tod ging.
  • «Seine Hände goldene Rollen, mit Topasen besetzt.» Die Taten seiner Hände sind Wahrheit und Recht (Ps 111,7). Unter all den wunderbaren Werken, die seine Hände gewirkt haben, ist das Werk der Erlösung, das Er am Kreuz mit durchbohrten Händen vollbracht hat, das grösste. Dort wurden die Ansprüche der Gerechtigkeit Gottes erfüllt, und Gott kann sie nun darin erweisen, dass Er den Sünder rechtfertigt, der des Glaubens an Jesus ist (Röm 3,26). Welche Herrlichkeiten strahlen doch aus diesem Werk hervor!
  • «Sein Leib ist ein Kunstwerk von Elfenbein, bedeckt mit Saphiren.» Gott hat Jesus Christus einen Leib bereitet (Heb 10,5). Er wurde wahrhaftiger Mensch, jedoch ohne Sünde, mit einem Herzen, das uns liebt und Ihn dazu trieb, sich selbst für uns hinzugeben und unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz zu tragen (1. Pet 2,24). Der Auferstandene ist Mensch geblieben, und wenn Er hier auf der Erde um unsertwillen an Fleisch und Blut teilgenommen hat (Heb 2,14), so wird unser Leib der Niedrigkeit bei der Entrückung umgewandelt werden zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit, und wir werden Ihm gleichförmig sein (Phil 3,21; 1. Joh 3,2). Darüber hinaus ist Er aber auch «Gott, gepriesen in Ewigkeit» (Röm 9,5); die blauen Saphire erinnern daran (2. Mo 24,10).

Wenn wir, wie die Braut im Hohenlied vor allen diesen Herrlichkeiten sinnend stehen bleiben, werden auch wir voll Bewunderung ausrufen: «Alles an Ihm ist lieblich!»

Was der Bräutigam jetzt gegenüber seiner Braut tut

Auch das ist eigentlich ein weitläufiger Gegenstand. Doch wollen wir uns jetzt nur auf Epheser 5,26 und 29 beschränken: «Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben, damit er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort … Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Versammlung.»

In der Zwischenzeit, die hier auf der Erde bis zur Vereinigung von Bräutigam und Braut im Himmel verstreicht, sind seine Bemühungen um sie somit auf folgendes Ziel gerichtet:

Er möchte die Versammlung ganz für sich haben. Sie soll Ihm praktisch entsprechen, dem was Er ist und was sein Herz aus ihr machen möchte. Er heiligt sie, sondert sie von der Welt für sich ab. Er selbst hat sich so von der Welt abgesondert (Joh 17,19), und sie soll seinem reinen und himmlischen Charakter entsprechen. Zu diesem Zweck muss Er sie reinigen, von allem befreien, was mit Ihm und dem Himmel nicht in Harmonie ist. Er tut es durch das Wort. Durch dieses wird das Herz vom Irdischen befreit und die Zuneigungen auf das gerichtet und nach dem gebildet, was droben ist. So lässt Er uns zurufen: «Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist» (Kol 3,1.2). Kommen wir dieser Aufforderung nach, erfüllt sich das Wort in 2. Korinther 3,18: «Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.»

Die Pflege, die der Herr Jesus in der jetzigen Zeit seiner Versammlung angedeihen lässt, entspricht der innigen Verbindung mit ihr, in der Er sie sieht. Er liebt sie wie sein eigenes Fleisch; «Er nährt und pflegt sie.» Sie hat Nahrung nötig, und Christus sorgt dafür durch den Dienst (Epheser 4). In ihrer Schwachheit braucht sie seine Liebe und sein zärtliches Mitgefühl. Sie hat hier die Gewissheit, dass Er sie liebt und daher für alle ihre Bedürfnisse besorgt ist. Er unterstützt sie und setzt sich für sie ein wie für sein eigenes Fleisch, wie für sich selbst. Er überlässt sie nie sich selbst. Wahrlich, ein vollkommener Bräutigam!

Die Hochzeit des Lammes

Der Heilige Geist teilt uns dieses grosse Ereignis nur in drei Versen mit. Auch in Matthäus 25, im Gleichnis der zehn Jungfrauen, wird nicht die Hochzeit selbst beschrieben, sondern nur, was ihr vorausgeht.

Eine grosse Volksmenge im Himmel ruft aus: «Lasst uns fröhlich sein und frohlocken und ihm (Gott) die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet. Und es wurde ihr gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend und rein; denn die feine Leinwand sind die Gerechtigkeiten der Heiligen. Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die geladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!» (Off 19,7-9).

Es ist die Hochzeit und das Hochzeitsmahl des Lammes. Das Lamm Gottes hat diese Verbindung durch sein Opfer möglich gemacht, und dass die Versammlung als verherrlichte Braut zu seiner Rechten steht, ist eine Frucht der Mühsal seiner Seele.

Auch das Hochzeitskleid seiner Braut ist ihr von Ihm «gegeben» worden. Wohl ist es hier auf der Erde aus den «Gerechtigkeiten» oder «den gerechten Taten der Heiligen» gewoben worden, aber diese sind «die Frucht der Gerechtigkeit», die ihnen durch den Glauben an Ihn und durch Gnade geschenkt worden ist (Phil 1,11).

Die zum Hochzeitsmahl Geladenen sind die alttestamentlichen, auferstandenen Gläubigen (Joh 3,29), die sich an diesem Fest mitfreuen.

Wann wird die Hochzeit stattfinden? Wenn der Herr die Herrschaft über die Erde antreten wird. Dies geschieht nach der Entrückung der Erlösten in den Himmel (1. Thes 4,16.17), nach den Gerichten, die in Offenbarung 6-17 beschrieben sind, nach dem Gericht über Babylon, der Hure, der falschen Braut (Off 18), und nach dem Offenbarwerden der entrückten Gläubigen vor dem Richterstuhl des Christus (2. Kor 5,10); denn so hat sich «die Frau» zur Hochzeit bereitet.

Die Braut an der Seite Christi

Die Braut darf nun an der Seite des Herrn der Herren und des Königs der Könige Macht und Herrlichkeit und Ehre mit Ihm teilen. Zuerst wird Er mit seinen Heiligen und Engeln herabkommen, um zu richten und Krieg zu führen in Gerechtigkeit (Off 19,11-21).

Dann, wenn alle Feinde beseitigt und Ihm alle Nationen der Erde unterworfen sind, wird die Braut, die Frau des Lammes, die heilige Stadt Jerusalem sein, das aus dem Himmel herabkommt von Gott. Die Herrlichkeit Gottes wird sie erleuchten, und ihre Lampe ist das Lamm. Der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein. Von da aus wird Christus – nicht auf der Erde – über diese herrschen und die Braut mit Ihm (Off 21,9-22,5).

Die Hütte Gottes bei den Menschen (Off 21,1-7)

Nach der tausendjährigen Herrschaft Christi wird der Sohn das Reich dem Vater übergeben (1. Kor 15,24-28). Dann sind der erste Himmel und die erste Erde vergangen und ein neuer Himmel und eine neue Erde an ihre Stelle getreten, und das Meer ist nicht mehr. Dann gibt es keine verschiedenen Nationen und Sprachen mehr. Alle erlösten und verherrlichten Menschen sind dann eins, und Gott wird bei ihnen wohnen.

Doch auch dann noch hat das neue Jerusalem, die heilige Stadt, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut, eine Sonderstellung. Sie ist die «Hütte Gottes» bei den Menschen. Die besondere Verbindung des Herrn Jesus mit seiner Braut, seiner Frau, bleibt auf ewig bestehen. Er ist Gott, der Sohn; aber Er bleibt auch Mensch, als welcher Er sie sich am Kreuz erkauft hat.

Der Herr Jesus als Bräutigam! Wie kann doch dieses Thema, das die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus für seine Versammlung vor uns stellt, die Gegenliebe unserer Herzen brennend erhalten!

  • 1In Offenbarung 1,14, wo seine richterliche Herrlichkeit beschrieben wird, sind seine Augen wie eine Feuerflamme auch auf seine Versammlung in ihrer praktischen Verantwortlichkeit gerichtet. Lasst uns auch diese Seite nicht vergessen!