Die Bibel ist Gottes Wort an uns Menschen. Sie hat zwei grosse Teile: das Alte und das Neue Testament. Sie spricht zahlreiche Themen aus Gottes Sicht an und beantwortet damit viele grundsätzliche Fragen, die wir Menschen haben.
Das Alte Testament
Der Herr Jesus gliederte die Schriften des Alten Testaments in drei Teile: «Alles muss erfüllt werden, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen» (Lk 24,44). Dabei nahm Er auf das Alte Testament Bezug, das die Menschen aus Israel damals benutzten. Verglichen mit dem Alten Testament, wie wir es kennen, hat es bei den Juden eine andere Reihenfolge der einzelnen Bücher. Inhaltlich deckt es sich aber völlig mit dem, was wir heute besitzen.
Wir können die Bücher des Alten Testaments auf eine ähnliche Weise in drei Gruppen einteilen:
- 1. Mose bis Esther sind geschichtliche Bücher.
- Hiob bis Hohelied sind dichterische Bücher.
- Jesaja bis Maleachi sind prophetische Bücher.
Drei thematische Schwerpunkte helfen uns, den geistlichen Nutzen des Alten Testaments für uns Christen zu erkennen:
1) Das Volk Israel
Im Alten Testament wird uns nach dem Anfang der Menschheitsgeschichte vor allem über das Volk Israel berichtet. Gott erwählte Abraham zum Vorfahren seines irdischen Volkes und verhiess ihm eine zahlreiche Nachkommenschaft, der Er das Land Kanaan geben wollte. Nach der Befreiung aus Ägypten führte Gott das Volk Israel durch die Wüste ins verheissene Land.
Am Berg Sinai gab Er den Israeliten das Gesetz. Der Segen Gottes hing nun davon ab, ob sie seine Gebote hielten. Doch sie gehorchten dem HERRN nicht, sondern lehnten sich gegen Ihn auf und dienten fremden Göttern. Als Folge davon ging es mit Israel immer mehr bergab. Gott sandte zwar immer wieder Propheten, um sein Volk zur Umkehr aufzurufen. Doch die meisten Israeliten hörten nicht auf sie. Da griff der HERR mit Gericht ein und führte sein Volk ins Exil. Durch die Propheten machte Er aber klar, dass es für Israel noch eine herrliche Zukunft geben wird.
Als Christen leben wir in einer anderen Heilszeit als die Israeliten. Wir stehen nicht unter Gesetz, sondern in der Gnade. Wir haben eine himmlische Bestimmung und gehören zur Versammlung Gottes. Dennoch können wir viel aus der Geschichte des Volkes Israel lernen. Der Apostel Paulus schreibt dazu: «Alle diese Dinge aber widerfuhren jenen als Vorbilder und sind geschrieben worden zu unserer Ermahnung, auf die das Ende der Zeitalter gekommen ist» (1. Kor 10,11). Manches können wir direkt auf uns übertragen wie zum Beispiel das Murren der Israeliten (1. Kor 10,10). Anderes hat eine geistliche Bedeutung wie das Manna, das vom Herrn Jesus als dem Brot aus dem Himmel spricht (Joh 6,51).
2) Einzelne Gläubige
Das Alte Testament berichtet auch von Menschen, die persönlich an Gott glaubten und zu seiner Ehre leben wollten. Sie gehorchten Ihm und vertrauten auf seine Güte. So standen sie persönlich unter dem Segen Gottes und hatten Gemeinschaft mit Ihm. Viele von ihnen gehörten zum Volk Israel. Aber es gab auch andere wie Noah und Hiob, die ebenfalls eine Glaubensbeziehung zu Gott hatten und mit Ihm lebten.
Aus Gnade stehen wir als Christen Gott näher als die Gläubigen früherer Heilszeiten. Durch den Herrn Jesus kennen wir Ihn als unseren Vater im Himmel, der uns liebt. Trotzdem spornen uns die gläubigen Männer und Frauen im Alten Testament mit ihrem Beispiel an, ein Glaubensleben mit Gott und dem Herrn Jesus zu führen. In diesem Sinn ist Römer 15,4 zu verstehen: «Alles, was zuvor geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben.»
3) Jesus Christus
In Lukas 24,44 haben wir gesehen, dass der Herr Jesus das Hauptthema des Alten Testaments ist. Unter der Leitung des Heiligen Geistes haben die Schreiber der alttestamentlichen Bücher immer wieder auf Christus hingewiesen und dabei seine Leiden und seine Herrlichkeiten vorausgesagt.
Was gibt es für uns Christen Besseres, als mit unserem Erlöser und Herrn beschäftigt zu sein! Zu diesem Zweck dient das Alte Testament als echte Fundgrube. Dort finden wir Personen wie Isaak, Joseph oder David, die auf Jesus Christus hinweisen. Ausserdem geben uns die Beschreibung der Stiftshütte und die Anordnungen des Opferdienstes viele sinnbildliche Hinweise auf die Person und das Werk des Herrn Jesus. Dann gibt es viele prophetische Aussagen, die Christus direkt betreffen. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist Jesaja 53.
Wir merken: Das Alte Testament ist in einer anderen Heilszeit geschrieben worden und galt dem wörtlichen Inhalt nach für die damalige Zeit. Trotzdem hat dieser Teil der Bibel uns Christen viel zu sagen.
Das Neue Testament
Die Bücher des Neuen Testaments lassen sich wie das Alte Testament in drei Gruppen einteilen:
- Matthäus bis Apostelgeschichte sind geschichtliche Bücher.
- Römer bis Judas sind lehrmässige Bücher.
- Die Offenbarung ist ein prophetisches Buch.
Das Neue Testament berichtet über das Kommen des Sohnes Gottes als Mensch auf die Erde. Es erzählt von seinem Leben, von seinem Tod und von seiner Auferstehung. Es stellt uns das Erlösungswerk des Herrn Jesus vor und berichtet über den Anfang des Christentums. Das Neue Testament enthält die christliche Lehre und Prophezeiungen über die Zukunft aus christlicher Sicht.
Im Neuen Testament gibt es zwei Besonderheiten, die unsere Aufmerksamkeit verdienen:
1) Vier Evangelien
Gott hat vier gläubigen Männern den Auftrag gegeben, einen Bericht über Jesus Christus zu schreiben. Jeder von ihnen beschreibt das Leben, den Tod und die Auferstehung des Herrn Jesus aus einem anderen Blickwinkel. Dabei weichen sie zum Teil bei der Darstellung einzelner Ereignisse voneinander ab. Doch das beweist nicht, dass die vier Evangelien blosses Menschenwerk sind. Im Gegenteil! Die unterschiedliche Berichterstattung ist ein klarer Hinweis auf die Inspiration durch den Geist Gottes. Einerseits will Gott uns mit vier Erzählungen zeigen, wie viel Ihm sein Sohn als Mensch Jesus Christus bedeutet. Anderseits gibt Er uns verschiedene Berichte, damit wir unseren Herrn von vier Seiten betrachten können. So wird Er uns noch grösser und wertvoller.
2) Die Schriften von Paulus
Gott hat den Apostel Paulus benutzt, um uns die christliche Lehre zu vermitteln. Aus diesem Grund sind die meisten Briefe des Neuen Testaments von ihm geschrieben worden. Er stellt uns den Umfang unserer Errettung vor und erklärt den Unterschied zwischen Gesetz und Gnade. Er spricht über Christus und seine Versammlung und belehrt uns über das Zusammenkommen der Christen. Er gibt Anweisungen über das Mahl des Herrn und über die Ausübung der Gaben. Er erklärt, wie die Entrückung stattfindet und wann der Tag des Herrn kommt.
Daraus ergibt sich für uns Christen eine wichtige Schlussfolgerung: Wenn wir ein Glaubensfundament bekommen möchten, müssen wir die Briefe des Apostels Paulus lesen und erforschen.
Biblische Themen
Die Bibel enthält alles, was wir Menschen aus Gottes Sicht wissen müssen. Ihr Inhalt ist so vielfältig und inhaltsreich, dass es vielleicht nützlich ist, einige Schwerpunkte aufzuzeigen.
Grundlegende Fragen
Die Bibel beantwortet die drei elementaren Fragen: Wer ist Gott? Was ist der Mensch? Was ist der Sinn des Lebens? So hilft sie suchenden Menschen, die göttliche Antwort zu finden.
Die Schöpfung
Die Bibel beginnt so: «Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde» (1. Mo 1,1). Sie zeigt, dass Gott alles machtvoll und weise erschaffen hat. Er ist auch der Erhalter des Lebens.
Die Errettung
Die Bibel zeigt den Weg zur ewigen Errettung und warnt vor dem ewigen Gericht. Sie beschreibt das grosse Heil Gottes, das jeder bekommt, der persönlich an den Herrn Jesus glaubt.
Das Glaubensleben
Die Bibel unterweist den Gläubigen, wie er sich verhalten soll, damit sein Leben zur Freude Gottes ist. Sie zeigt ihm, wie er im Glauben wachsen und für andere zum Segen sein kann.
Der Alltag
Die Bibel gibt Anweisungen und Hilfestellungen für die Ehe und das Familienleben. Sie macht klar, wie Gott über die Arbeit denkt und wie Gläubige mit ihren Mitmenschen umgehen sollen.
Die Versammlung
Die Bibel spricht über die Versammlung Gottes, die aus allen Erlösten der Gnadenzeit besteht. Das Wort Gottes belehrt die gläubigen Christen, wie sie im Namen des Herrn Jesus versammelt sein sollen.
Die Zukunft
Die Bibel leuchtet in die Zukunft. Sie beschreibt die Entrückung der Gläubigen, die darauffolgende Gerichtszeit, das machtvolle Erscheinen des Herrn in Herrlichkeit, sein Friedensreich und den ewigen Zustand.
Jesus Christus
Die Bibel spricht vor allem vom Herrn Jesus – von seinen Leiden und seinen Herrlichkeiten. Diese einzigartige Person ist der ewige Sohn Gottes, der vor etwa 2000 Jahren wahrer, aber sündloser Mensch geworden ist. Die Bibel zeigt eindrücklich, wie viel Er seinem Vater bedeutet und was Er für die Gläubigen sein will.
Schluss
Die Bibel hat eine Botschaft an alle Menschen. Sie macht ihnen klar, dass Gott heilig ist und sie wegen ihrer Sünden ewig bestrafen muss. Das Wort Gottes zeigt verlorenen Menschen auch den Ausweg, um der ewigen Strafe zu entgehen: Durch den persönlichen Glauben an den Herrn Jesus, der am Kreuz für sie gestorben ist, werden sie gerettet. Darum können wir unseren Mitmenschen im Blick auf ihre ewige Errettung nur weiterhelfen, wenn wir ihnen die Botschaft der Bibel bringen. Dann lernen sie den Erlöser Jesus Christus kennen.
Die Bibel richtet sich an alle Menschen. Aber nur wer zum Glauben an den Herrn Jesus gekommen ist und darum den Heiligen Geist bekommen hat, hat den ganzen Nutzen der Belehrungen (Joh 16,13). Aus den verschiedenen Themen, die oben skizziert worden sind, erkennen wir, dass wir in der Bibel auf alle grundlegenden Fragen eine Antwort und für alle Lebensbereiche klare Hinweise bekommen. Wir sind nicht auf die Ideen und Vorstellungen der Menschen angewiesen, die alles ohne Gott erklären wollen. Nein, Gott teilt uns in der Bibel alles mit, was wir wissen müssen. Dabei lenkt Er unsere Gedanken immer wieder auf seinen geliebten Sohn. Lasst uns das Wort Gottes mit Freude und Ausdauer lesen!