Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel lag im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes war, da rief der HERR Samuel (Samuel 3,3.4).
Der Mensch kann versagen, Gott aber nicht. Er erweckt neue Diener, um jene zu ersetzen, die seine Absichten nicht ausgeführt haben. Das macht Ihn nicht gleichgültig oder unempfindlich gegenüber dem menschlichen Versagen. Aber Er wird dadurch nicht eingeschränkt oder bestimmt.
Mindestens zwei Verse in diesem Kapitel zeigen das damalige Versagen in Israel:
- «Das Wort des HERRN war selten in jenen Tagen, Gesichte waren nicht häufig» (V. 1). Das Volk befand sich nicht im richtigen Zustand, um Mitteilungen von Gott zu empfangen.
- «Es geschah in jener Zeit, als Eli an seinem Ort lag – seine Augen aber hatten begonnen, schwach zu werden, er konnte nicht sehen» (V. 2). Der Priester und Richter, der Gott vor dem Volk und das Volk vor Gott hätte vertreten müssen, war unbeweglich und teilweise blind.
Der HERR war sich dieser Situation völlig bewusst. Bevor die Lampe Gottes erloschen war, hatte Er bereits damit begonnen, Samuel auf eine Aufgabe vorzubereiten. Als der junge Diener schlief, rief ihn der HERR. Es machte nichts, dass ihm das Wort des HERRN noch nicht offenbart war. Es machte nichts, dass Samuel die Stimme Gottes noch nicht kannte und dachte, Eli würde ihn rufen. Es machte nichts, dass er etwas von dem vergass, was Eli ihn angewiesen hatte, auf den Ruf des HERRN zu antworten. Gott begann ein Werk in seinem Leben, um das Licht wieder anzufachen.
Die erste Botschaft, die der HERR dem jungen Samuel übermittelte, hat mich immer wieder erstaunt. Sie ist ganz anders als das, was wir normalerweise (und zu Recht) einem jungen Gläubigen sagen würden. Gott begann nicht damit, Samuel eine einfache Mitteilung über sich selbst, seine Eigenschaften, seine Verheissungen oder seine Pläne mit ihm zu machen. Nein, der HERR fing mit einer schrecklichen Botschaft des Gerichts an, das Er über Eli bringen würde, dessen Diener Samuel war. Warum handelte Er so? Ich weiss es nicht. Aber ich bin von seiner Souveränität überwältigt. Wenn Gott seinen Willen ausführt, muss Er nicht so handeln, wie es dem menschlichen Empfinden entspricht. In allem, was Er tut, ist Er absolut souverän!
