Man hört manchmal die Meinung: Wenn ein Mensch auf sein Gewissen achtet und danach lebt, ist für Zeit und Ewigkeit alles in Ordnung. Das ist keine göttliche Wahrheit, sondern ein gefährlicher Trugschluss. Wohl hat Gott uns Menschen das Gewissen gegeben. Aber weil wir als Sünder geboren werden und selbst sündigen, ist unser Gewissen dadurch beeinflusst und kein verlässlicher Führer mehr.
Denken wir an Saulus von Tarsus, den späteren Apostel Paulus! Vor seiner Bekehrung war er überzeugt, dass er durch die Verfolgung der Anhänger des gekreuzigten Jesus von Nazareth Gott einen Dienst erweise (Joh 16,2). Er bekannte später: «Ich meinte freilich bei mir selbst, gegen den Namen Jesu, des Nazaräers, viel Feindseliges tun zu müssen» (Apg 26,9). Wie gefährlich ist es, sich selbst oder sein Gewissen zum Massstab zu machen!
Man hat das Gewissen schon mit dem Steuerruder eines Schiffs verglichen. Mit einer guten Navigation und einem fähigen Mann am Steuer ist das Ruder ein überaus nützliches Instrument, um ein Schiff auf dem rechten Kurs zu halten. Sobald man aber das Steuerruder von Wind und Wellen bewegen lässt, wird das Schiff schliesslich stranden oder sogar zerschellen.
So ist es auch in unserem Leben. Wir benötigen eine zuverlässige Wegweisung für unsere Lebensfahrt. Gott hat sie uns mit der Bibel gegeben. Aber wir brauchen auch einen guten Steuermann – das ist der Herr Jesus. Wenn wir mit dem Bekenntnis unserer Sünden zu Ihm kommen, rettet Er uns als Heiland für die Ewigkeit. Sobald wir uns bekehrt haben, will Er als Herr die Führung unseres Lebensschiffs übernehmen. Als dritte Voraussetzung für eine gute Überfahrt muss das Steuerruder intakt sein. Das ist ein Gewissen, das durch Gottes Wort beständig auf das richtige Mass gebracht wird und möglichst empfindlich auf jedes Abweichen von der göttlichen Wahrheit reagiert.
Als gläubiger Christ und Diener des Herrn Jesus bekannte Paulus: «Darum bemühe ich mich auch, allezeit ein Gewissen ohne Anstoss zu haben vor Gott und Menschen» (Apg 24,16). Wie steht es mit meinem und deinem Gewissen?
