Die «Irdischen» und die «Himmlischen»

Auf der Erde leben «irdische» und «himmlische» Menschen nebeneinander. Sie haben zwar den gleichen Körper, dasselbe Aussehen, die gleichen natürlichen Bedürfnisse, dieselbe Arbeit vielleicht … Und doch klafft zwischen ihnen beiden, von Gott aus gesehen, ein tiefer Unterschied. Lasst uns untersuchen, worin er besteht

Zu diesem Zweck wollen wir zunächst die «irdischen» Menschen einmal genauer betrachten.

Wir haben keine Mühe, solche zu finden. Sie stellen unter der Erdbevölkerung die überwältigende Mehrheit dar. Kain ist sozusagen ihr Erzvater. Sein Charakter und sein Lebensziel kennzeichnet sie alle. Er, der Brudermörder, war mit Schuld beladen. Statt zur Gnade Gottes Zuflucht zu nehmen, floh er von seinem Angesicht weg (1. Mo 4,16). Für ihn, den unbußfertigen Sünder, war der Himmel verschlossen. Er hatte nur noch die Erde und was sie ihm bieten konnte. Nun also, dann wollte er Nod, das Land seiner Flucht, zu einem angenehmen Aufenthaltsort machen. Er begann eine Stadt zu bauen, und sein ihm in sittlicher Hinsicht verwandtes Geschlecht ist heute noch damit beschäftigt, die Erde zu schmücken und das Leben ohne Gott in dieser Welt erträglich zu gestalten. «Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!» (1. Kor 15,32) ist das Lebensmotto derer, die zur gröberen Sorte gehören; «Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt!» sagt sich der Weltbürger, der von feineren Genüssen lebt. Und beide weichen dem Gedanken an den Himmel und an den Thron des Richters, der dort steht, ängstlich aus und haben nur eine geringschätzige Antwort, wenn man sie auf die Ewigkeit hinweisen will. – Arme Menschen! Sie, die nur nach dem Irdischen und Sichtbaren strebten, werden die Erde einmal verlassen müssen, der Himmel wird ihnen verschlossen bleiben und nur noch der Weg zum Gericht und zur Hölle offen sein …

Viele Millionen in unseren christlichen Ländern zählen sich aber nicht zu diesen Menschen. «Wir sind doch Christen und keineswegs auf der Flucht vor Gott! Im Gegenteil, wir hoffen, nach diesem Leben einen Platz im Himmel zu finden!»

So reden sie und stützen sich dabei mehr oder weniger auf die Sakramente, auf äussere Zeichen wie Taufe, Konfirmation, letzte Ölung und dergleichen Dinge, die – so meinen sie – eine innere göttliche Gnadenspendung bewirken. Sie betrachten diese Dinge als eine Art im Voraus zahlbare Versicherungsprämie für ein seliges Fortbestehen nach dem Tod.

Wir wissen aber aus Gottes Wort, dass solche äusseren Dinge das innere, sündige Wesen des Menschen nicht zu verändern vermögen, auch wenn er mit noch so vielen «guten Werken» nachhilft. Seine Lebensäusserungen verraten, dass er immer noch «irdisch» und fleischlich ist. Was ihn vor Gott zu einem «himmlischen Menschen» machen könnte, sehen wir im Folgenden.

Inmitten aller dieser «Irdischen» leben die «Himmlischen» (1. Kor 15,48). Das sind Menschen, die zum auferstandenen und verherrlichten Herrn, dem «Himmlischen», gehören und bald auch in der Herrlichkeit «das Bild des Himmlischen», also einen himmlischen Leib tragen werden. Aber wie wir im Folgenden sehen, sind sie jetzt schon Teilhaber einer göttlichen, himmlischen Natur, sind der Stellung nach jetzt schon in den Himmel versetzt und sollen daher jetzt schon, auf der Erde, als himmlische Menschen wandeln.

1. Die Himmlischen stehen in enger Beziehung zu Gott

Wie Satan, der «Gott dieses Zeitlaufs», der Welt seinen Stempel aufdrückt, so macht die Gottheit das Wesen des Himmels aus, in dem sie thront. Wir singen in einem Lied vom Herrn Jesus:

  • Was wär der Himmel ohne dich
    und alle Herrlichkeit?

Er, der schon auf der Erde die Offenbarung Gottes im Fleisch war, ist nun auch als Mensch im Himmel die sichtbare Darstellung der «Fülle der Gottheit». Die Himmlischen sind demnach solche, die ohne jedes eigene Verdienst in inniger Beziehung zur Gottheit stehen, einzig aufgrund der Gnade Gottes, mittels des Glaubens. Und gerade diese Tatsache wird uns im Neuen Testament überall bestätigt.

Wenden wir uns zuerst den Schriften des Johannes zu. Da wird festgestellt: «Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus» (1. Joh 1,3). Von wem wird solches gesagt? Von den Kindern Gottes, also von Menschen, die den Sohn Gottes durch den Glauben im Herzen «aufgenommen» (Joh 1,12) haben und folglich «von neuem» (Joh 3,3.7) oder «aus Gott» (Joh 1,13; 1. Joh 5,1) geboren sind. Durch den Glauben an den eingeborenen Sohn haben sie «ewiges Leben», «das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist» (1. Joh 1,2). Sie haben den Geist Gottes (Joh 7,37-39) empfangen und sind «in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben» (1. Joh 5,20).

Wer so zu einem Himmlischen geworden ist, befindet sich jetzt auch in einer völlig neuen Stellung der Welt gegenüber. Sie entspricht voll und ganz der Stellung, die der Sohn Gottes selbst in ihr eingenommen hat. Er sagt von den Seinen: «Die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin» (Joh 14,14.16). Als solche, die zum Himmel gehören, sind sie zum Dienst und zum Zeugnis in diese Welt gesandt, wie der Vater den Sohn in die Welt gesandt hat. Das ruft bei den Menschen Widerstand, Hass und Feindschaft hervor. Aber die Kinder Gottes leben in dem Bewusstsein, dass die Liebe, womit der Vater den Sohn geliebt hat, in ihnen ist (Joh 17,26).

Henoch ist eine Illustration für diese Wahrheit, wenn er auch zu den alttestamentlichen Heiligen zählte und die christlichen Segnungen und Vorrechte nicht kannte.

Wie viel sagt doch der kurze Satz: «Henoch wandelte mit Gott … dreihundert Jahre» (1. Mo 5,22).

Seine Welt, die dem Gericht der Sintflut entgegenging, glich der unseren. Auch er war nicht besser als seine Zeitgenossen. Aber als die Kunde von Gott zu ihm kam, nahm er sie im Glaubensgehorsam an. – Was war die Folge? Der Himmel wurde seine Heimat. Da hielt er sich auf, da pflegte er vertrauten Umgang mit dem unsichtbaren Gott. Sein Herz, seine Worte, seine Werke waren in Übereinstimmung mit der Erkenntnis, die er von Ihm besass. Aber, wer mit Gott im Himmel wandelt, wird hier auf der Erde ein Fremder. Aus seiner Prophezeiung, die sich auf den kommenden Tag des Gerichts bezieht, kann man heraushören, wie er die Gottlosigkeit der Menschen um ihn herum tief empfand und sich von ihrer Gesinnung und ihrem Wandel distanzierte (Judas 14.15).

Legt das Wort hier nicht besonderen Nachdruck auf die dreihundert Jahre? Wie lang ist diese Zeitspanne für einen Menschen! Doch vermochte Henoch seinen himmlischen Charakter während dreier Jahrhunderte in dieser Welt ohne Schwanken darzustellen, weil er täglich ganz einfach mit Gott wandelte. – Und dann kam für ihn das herrliche Ende auf dieser Erde: «Gott nahm ihn weg» (1. Mo 5,24). Den himmlischen Wandel, den er hier begonnen hatte, darf er nun droben in Vollkommenheit fortsetzen. Es erging ihm so, wie es in einem Lied heisst:

  • Dort, in der Heimat voller Segen,
    wo aus der Fremd ich kehre heim,
    kommt mir kein fremder Gott entgegen,
    schon ist Er Gott und Vater mein.
    Die Liebe, die mich dort begrüsset,
    sie mich umgibt mit Herrlichkeit,
    hat hier die Wüste mir versüsset,
    hat mich erquickt in dieser Zeit.

2. Die Himmlischen sind jetzt schon in die himmlischen Örter versetzt

Wem wäre es nicht schon aufgefallen, wie im Epheserbrief, und besonders in den ersten zwei Kapiteln, die Ausdrücke «in Christus», «in ihm», ständig wiederkehren! Das ist nicht etwa eine stilistische Eigenart des Schreibers, sondern hat, wie wir wissen, einen tiefen Sinn. Dieser Brief führt uns in die Ewigkeit zurück und offenbart uns, welche gewaltigen Pläne der Liebe und der Segnung Gott damals schon gefasst hat: Menschen, die der Widersacher Gottes in sein Verderben hineinreissen würde, Menschen, tot in Vergehungen und Sünden, wollte Er für ewig in die himmlischen Örter versetzen und ihnen dort in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte erweisen und sie dort mit jeder geistlichen Segnung überschütten!

Wie konnte Er nur, Er, der heilige Gott, dies zustande bringen? Antwort: In Christus. In Ihm hat Er die Glaubenden vor Grundlegung der Welt auserwählt und zur Sohnschaft bestimmt. In Ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade. Uns, die in dieser Weise in Ihm begnadigt oder angenehm gemacht sind, hat Er mit dem Christus lebendig gemacht, mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern. Wir sollen dort mit Ihm, dem hochgelobten, verherrlichten Herrn an seinem allumfassenden Erbe, das Er sich erworben hat, Anteil haben!

Gott hat in seiner göttlichen Weisheit und «vielen Liebe» Christus völlig mit uns einsgemacht. Waren wir Menschen? Er ist um unsertwillen Mensch geworden. Waren wir tot in Vergehungen und Sünden? Er hat Ihn am Kreuz zur Sünde gemacht; und weil dies eine Tatsache war, musste Er Ihn, den Heiligen und Geliebten, dort verlassen und in den Staub des Todes legen.

Jeder Gläubige stützt sich auf diese herrlichen Tatsachen, durch die seine Vergangenheit geordnet ist; und wohl die meisten freuen sich darüber, dass sie auch in seiner Auferstehung mit Ihm, dem Lebendigen, einsgemacht worden sind und jetzt in seiner Gemeinschaft ein Auferstehungsleben führen können. Aber ist es auch für uns alle eine praktische Wirklichkeit, dass Gott uns jetzt schon mitsitzen lässt in den himmlischen Örtern in Christus Jesus? Haben wir Ihn im Glauben bis zum Thron Gottes begleitet, um dort mit Ihm zu sitzen, oder bleiben wir auf halbem Weg stehen? Lasst uns da drei Dinge bedenken:

  1. Geht es an, dass wir uns jetzt nur in Bezug auf die Vergangenheit und das gegenwärtige Leben auf der Erde mit Christus identifizieren, aber unser Einssein im Mitsitzen droben erst später verwirklichen wollen? Dürfen wir unsere innige und ewige Vereinigung mit Christus in irgendeinem Punkt verleugnen, wenn Gottes Wort uns doch deutlich sagt: Gott «hat (nicht wird) uns mitsitzen lassen»?
  2. Gottes Plan, den Er in der Ewigkeit gefasst hat, ist bis zu diesem Punkt erfüllt: die himmlische Stellung und die himmlischen Segnungen sind uns schon geschenkt (Eph 1,15-21). Die Kraft, «in der er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte» und in den himmlischen Örtern zu seiner Rechten setzte, dieselbe «überragende Grösse der Kraft» hat sich auch an uns, den Glaubenden erzeigt, um uns der Stellung nach da hinaufzuheben, wo Christus jetzt ist. Bald wird sie uns auch dem Leib nach dorthin versetzen.
    David wurde, lange bevor er sich in Hebron auf den Königsthron setzen konnte (2. Sam 2), im Auftrag des HERRN gesalbt und in die Stellung des Königs erhoben (1. Sam 16,13). So auch wir. Wohl sind wir noch nicht dem Leib nach in die himmlischen Örter versetzt, doch besitzen wir in Christus schon diese Stellung, dürfen durch den Glauben im Geist das uns verheissene himmlische Land in Besitz nehmen und uns seiner unendlich reichen Segnungen erfreuen. Gott hat in Christus alles hierzu Erforderliche getan; und auch die Voraussetzungen zur Verwandlung unseres Leibes sind schon erfüllt.
  3. Der Teufel mit seinen geistlichen Mächten der Bosheit (Eph 6,12) streiten gegen diese wichtige Wahrheit, gegen die so viele Gläubige in der Christenheit gleichgültig sind oder die sie nicht kennen. Mit jedem, der seine himmlische Stellung verwirklichen, sich dort aufhalten und jene Segnungen praktisch in Besitz nehmen will, nehmen sie den Kampf auf. Was er in Christus besitzt, vermögen sie ihm nicht zu rauben, wohl aber den praktischen Genuss davon. Mahnt uns dies nicht zu höchster Aufmerksamkeit? Wenn der Feind sich dermassen dagegen wehrt, so muss er eine grosse Wirklichkeit darin sehen und nicht nur leblose Bilder und tote Theorie. Tatsächlich weiss der Teufel nur zu wohl, dass ein Christ, der seine himmlische Stellung in Treue einnimmt, im Dienst Gottes auf dieser Erde mehr ausrichten kann, als tausend andere, die sich in fleischlicher Gesinnung mit dem Irdischen beschäftigen und ihren Blick nur selten zum Himmel erheben.

Ja, sollte uns dies nicht zu denken geben?

3. Die Himmlischen haben ein himmlisches Ziel

In mehreren Briefen werden die Gläubigen als Menschen betrachtet, die einem himmlischen Ziel entgegenwandern, das sie bei der Entrückung in einem verherrlichten Leib erreichen. Das christliche Leben wird darin von einer anderen Seite aus betrachtet, aber ihre Belehrungen stehen nicht im Widerspruch zum Epheserbrief. Wir wollen nur kurz ein paar Stellen herausgreifen:

Petrus zum Beispiel macht die Gläubigen darauf aufmerksam, dass «die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden», und dass wir nach Gottes Verheissung neue Himmel und eine neue Erde erwarten. Daran knüpft er die praktischen Folgerungen: «Da nun dies alles aufgelöst wird, welche solltet ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit! – indem ihr erwartet und beschleunigt die Ankunft des Tages Gottes … Da ihr dies erwartet, so befleissigt euch, ohne Flecken und untadelig von ihm befunden zu werden in Frieden» (2. Pet 3,10-14).

Wenn schon die herrliche Schöpfung, die aus den Händen Gottes hervorgegangen, aber um des Menschen willen unter den Fluch gekommen ist, zerstört wird, wie viel weniger werden die Werke des Menschen bestehen! Die Bauwerke, die Kunstmuseen mit ihren reichen Schätzen, die Bibliotheken, die technischen Wunderdinge unseres Jahrhunderts – alles vergeht. Die Erde und die Werke auf ihr werden verbrannt!

Da macht der «Himmelsbürger» eine einfache Rechnung: «Das kurze Leben, das mir auf der Erde gegeben ist, will ich ausnützen für den Himmel, und meine Kräfte und Gaben nicht für unfruchtbare Werke verzehren, die Gott nicht belohnen kann und die droben nicht einmal mehr erwähnt werden! Ich stehe zwar auch im Erwerbsleben drin; aber der Herr schenke mir Gnade zu einem heiligen Wandel und zur Gottseligkeit, damit ich einst ohne Flecken und untadelig von Ihm befunden werde.»

Auch Paulus spornt die Gläubigen an, ihr Leben im Licht ihres himmlischen Zieles zu führen. «Denn», sagt er, «wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses» (2. Kor 5,10).

Wie können wir das «Böse», in diesem Fall das Vergängliche, Irdische, das Zeit-Vertrödeln, die fleischliche Gesinnung, die Welt am besten überwinden? Durch das «Gute» (Röm 12,21), durch ein ungeteiltes sich Ausstrecken nach dem Ziel und eifriges Dienen im Werk des Herrn in Unterwürfigkeit zu Ihm.

Der Apostel selbst ist uns in seiner Zielsetzung ein aufrüttelndes Beispiel (Phil 3,7-14).

Was dem unbekehrten Saulus als Gewinn vorkam, achtete Paulus für Verlust und «Dreck». Er war der Welt gekreuzigt, und sie für ihn. Das Ansehen bei den Weisen dieser Welt galt ihm nichts. Er begehrte nichts sehnlicher, als dass Christus hoch erhoben werde an seinem Leib (Phil 1,20). In der Verfolgung seines Zieles liess er sich nicht beirren oder aufhalten, ob ihn dabei auch weltlich gesinnte Christen und halbherzige Mitarbeiter verliessen. Dem beschaulichen Geniessen der Annehmlichkeiten des Lebens entsagte er. Seine Tage waren von früh bis spät mit dem Dienst seines Herrn ausgefüllt, der ihm ein gerütteltes Mass von Arbeit, Mühe und unsäglichen Leiden eintrug … (2. Kor 11,23-33).

Da mögen wir fragen: Was hatte er davon? Sagte er nicht selbst: «Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus Hoffnung haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen?» (1. Kor 15,19).

Gewiss, er hat nach dem Urteil der Menschen sein Leben in dieser Welt verloren. Aber er wird es wiederfinden! Schon hier hat er den Beistand und die Gnade, die Liebe und Fürsorge, die Tröstungen und Ermunterungen des Herrn erfahren. Und welche Freude musste es für den Apostel sein, dass Gott in seiner Gnade durch ihn den Geruch der Erkenntnis Christi an jedem Ort und so vielen Städten der damaligen Welt offenbarte, zur Errettung unzähliger Menschen, die gleich ihm in den höchsten Segenskreis eingeführt wurden!

Und droben, liebe Freunde? Wer möchte dort, in der Ewigkeit, nicht wie Paulus sein! Welch reiche Belohnung wird ihm zuteilwerden! Am Ende seines Lebens konnte er sagen: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit die Krone der Gerechtigkeit, die der Herr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tag» (2. Tim 4,7.8).

Was wird er denn mit den verschiedenerlei Kronen tun, die ihm gegeben werden? Er wird sie mit allen Heiligen vor dem Thron niederwerfen und damit sagen: «Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott!» (Off 4,10.11). Deine Gnade hat dies alles in schwachen Gefässen vollbracht zur Verherrlichung des Namens Jesu auf der Erde und im Himmel!

Glauben wir an den Herrn Jesus? Dann sind wir dem Wesen und der Stellung nach himmlische Menschen. Lasst uns nun aber auch, das Ziel anschauend, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes in Christus Jesus nach oben jagen!