Pflanzen in der Bibel (5)

Baum, Olivenbaum, Weinstock

Bäume bestehen aus Wurzeln, einem Stamm, Ästen und Blättern oder Nadeln. Sie stehen allein oder in Gruppen. Bedecken sie einen grösseren Bereich, sprechen wir von einem Wald. Die Festlandmasse der Erde ist zu ungefähr 30 Prozent mit Wald bedeckt. Bäume sind für das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten von grösster Wichtigkeit.

Auch in der Bibel finden wir vom ersten bis zum letzten Kapitel Bäume. Es lohnt sich deshalb, sich mit ihnen zu beschäftigen. Sicher will Gott uns anhand ihrer Bedeutung etwas sagen.

Ein Baum an Wasserbächen gepflanzt

Psalm 1,1-3, Jeremia 17,7.8

Ein Baum, der an «Wasserbächen gepflanzt ist», besitzt eine sichere Versorgung mit Wasser. Der Gläubige gleicht einem solchen Baum, wenn er eine echte und lebendige Beziehung zum Herrn Jesus hat. Wie sich das auswirkt, wird in Psalm 1,3 beschrieben:

  • Er droht nicht, geistlich zu verwelken: Die gelebte Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus erhält seinen Glauben frisch. Er freut sich an seiner Errettung und folgt dem Herrn engagiert nach. Das Gegenteil davon ist, wenn seine Beziehung zu Christus nur noch formal besteht, weil er im täglichen Leben den Kontakt zu Ihm vernachlässigt. Dann gibt es weder eine geistliche Entwicklung noch Freude über das, was Gott ihm geschenkt hat.
  • Er bringt eine angemessene Frucht: Durch die lebendige Verbindung zum Herrn Jesus zeigen sich in seinem Leben gute Werke. In seinem Verhalten werden Eigenschaften des Herrn Jesus sichtbar. Das freut Gott sehr. Der Herr bestätigt es in Johannes 15,5:




  • «Alles, was er tut, gelingt.» Was für eine Zusage! In 1. Mose 39 wird berichtet, dass dies bei Joseph wörtlich eingetroffen ist. In ganz schwierigen Umständen hatte er Gelingen: zuerst bei _________ als ________ (Vers ____) und später im ___________ als ___________ (Vers ____).

Die Voraussetzungen für ein solches geistliches Wachstum und Gelingen im Glaubensleben findest du in Psalm 1 und Jeremia 17:

  • Eine klare Distanzierung vom Bösen (Absonderung): Das betrifft deinen ganzen Lebenswandel. Du kommst immer wieder in Kontakt mit ________, mit ________ und ________ (Ps 1,1). Das kannst du nicht vermeiden. Doch du machst mit ihnen keine gemeinsame Sache und verfolgst nicht ihre Ziele.
  • Das Befolgen des Wortes Gottes (Gehorsam): Lies persönlich das Wort Gottes. Setze das, was du verstehst, in deinem Leben um! Häufig werden das keine aufsehenerregenden Taten sein. Sie erfordern aber Entschiedenheit. Dazu gibt dir Daniel ein gutes Beispiel. Beachte, dass er für seinen Entschluss von Gott «Gnade und Barmherzigkeit» bekam (Dan 1,9). So gelang sein Weg. Gott wird auch dir helfen, wenn du sein Wort konsequent in deinem Leben umsetzen willst.
  • Ein festes Vertrauen auf den Herrn Jesus: Gott ist für dich. Er lässt in deinem Leben «alle Dinge zum Guten mitwirken» (Röm 8,28.31). Du kannst Ihm deshalb völlig vertrauen. Rechne immer mit Ihm! David ist dir darin ein Vorbild. Er sagt in Psalm 62,2:




Olivenbaum

Noch heute ist der Olivenbaum im Mittelmeerraum weitverbreitet. Er wird nach wie vor zur Ölgewinnung genutzt. Aber auch seine Früchte werden gern gegessen.

In der Bibel kommt er häufig vor. Kanaan wird als «ein Land von ölreichen Olivenbäumen» bezeichnet (5. Mo 8,8). Jeder Israelit konnte sich also etwas unter einem gesunden Olivenbaum vorstellen. Das war für ihn keine exotische Pflanze.

Gott vergleicht das Volk Israel mit einem grünen Olivenbaum, der «schön an herrlicher Frucht» ist (Jer 11,16). Gott selbst hat ihn gepflanzt. Das sagt viel über die Geschichte Israels aus. Alles, was dieses Volk war und besass, kam von seinem Gott. Er kümmerte sich in dieser besonderen Weise nur um Israel, nicht um die anderen Völker.

Doch sein irdisches Volk wurde Ihm so untreu, dass Er es bestrafen musste. Lies in Jeremia 11,16.17, mit was für starken Worten Gott diese Strafe ankündigt: Feuer sollte an den Olivenbaum gelegt werden und seine Äste abgebrochen werden. Ein solches Gericht ist tatsächlich über Israel gekommen. Es dauert bis heute an, denn das Volk Israel hat sein Unrecht noch nicht eingesehen und ist mit seinem Gott noch nicht wieder ins Reine gekommen.

In Römer 11,16-24 wird nochmals das Bild eines Ölbaums benutzt: Hier geht es um ein Zeugnis für Gott. Eine Gruppe von Menschen, die in einer besonderen Beziehung zu Gott stehen, soll Ihn vor der Welt repräsentieren. Die Äste dieses Ölbaums sind die Menschen aus dem Volk Israel, die auf der Erde für Gott zeugen sollten. Doch sie kreuzigten den Herrn Jesus. Darum sind diese Äste ausgebrochen worden – Gott benutzt sie heute nicht als seine Zeugen.

Bild
Propfen
Pfropfen: Einem Fruchtbaum werden sogenannte Reiser eingepfropft. Das sind einjährige Triebe oder Schösslinge der gleichen oder ähnlichen Frucht. Der angespitzte Reiser wird in einen eingeschnittenen Ast gesteckt. Dann wird die Wunde nach aussen hin mit Baumwachs luftdicht abgeschlossen. Der Trieb verbindet sich nun mit der Unterlage, wächst als Teil des Baums weiter und bringt Frucht. Damit will man einen Fruchtbaum mit intaktem Wurzelwerk weiterverwenden und gleichzeitig die Fruchtqualität verbessern.

Gott hat dann Äste eines wilden Ölbaums eingepfropft. Damit sind alle Menschen gemeint, die sich Christen nennen. Sie nehmen jetzt die Stelle Israels als Zeugen für Gott ein. Er erwartet von ihnen, dass sie treu von Ihm zeugen. Gleichzeitig warnt Er die Christen: Wenn sie seiner Erwartung ebenfalls nicht entsprechen, wird Gott diese Äste ausbrechen und die ursprünglichen Äste wieder einpfropfen. So wird es auch kommen. Weil die Christenheit völlig versagt, verliert sie den Platz des Zeugnisses für Gott. An ihrer Stelle wird das wiederhergestellte Volk Israel im Tausendjährigen Reich seinen Gott durch Wort und Tat bekannt machen.

Wie kannst du ein Zeuge für Gott sein? Musst du etwas vormachen wie ein Schauspieler? Nein, eine solche Maskerade würde schnell als unecht aufgedeckt. Musst du viel über deinen Glauben reden? Ein mündliches Bekenntnis ist wichtig (Röm 10,10b), reicht aber nicht aus. Dein Leben soll mit deinen Aussagen übereinstimmen. Das wird dir nur gelingen, wenn du in einer engen Glaubensbeziehung zum Herrn Jesus lebst. Die neu bekehrten Christen in Thessalonich sind dir darin ein nachahmenswertes Vorbild. Was liest du von ihnen in 1. Thessalonicher 1,8?




Weinstock

Ob wir den Wein- oder Rebstock auch zu den Bäumen zählen oder mehr zu den strauchartigen Pflanzen, spielt hier keine grosse Rolle. Der Herr Jesus benutzte den Weinstock und die Rebe, um seinen Jüngern eine wichtige Erklärung zu geben. Lies dazu Johannes 15,1-8. Du merkst sofort, welche Bedeutung der Weinstock und die Reben haben:

  • Der _________ bezeichnet sich selbst als der «wahre Weinstock.»
  • Der ______ ist der Weingärtner, der die Reben pflegt.
  • Die ______ hängen als Reben an diesem Weinstock.

Der Weinstock ist nur dann nützlich, wenn der Besitzer Trauben von ihm ernten kann. Alle Christen, die sich heute – wie die Jünger damals – zum Herrn Jesus halten, sind Reben, die Frucht bringen sollen. Die Voraussetzung dafür ist aber eine echte, lebendige Beziehung zum Herrn Jesus.

Man kann sich zwar als Christ ausgeben, aber keine persönliche Glaubensbeziehung zu Christus haben. Dann stimmt etwas nicht. Weil keine Frucht entsteht, schneidet der Vater solche Reben weg.

Bist du aber durch den Glauben an den Herrn Jesus ein echtes Kind Gottes, kann in deinem Leben Frucht, ja, sogar viel Frucht für Gott entstehen. Wie geht das? Der Herr erklärt es in Vers 4: «Bleibt in mir und ich in euch.» Wenn du dich im Alltag nahe beim Herrn Jesus aufhältst und von Ihm abhängig lebst, kann Er Frucht bewirken. Es wird dann etwas von Ihm, von seinem Verhalten, von seiner Wesensart in deinem Leben sichtbar.

Oder anders gesagt: In deinem und meinen Verhalten soll die Frucht des Geistes gesehen werden, die im Leben des Herrn Jesus völlig sichtbar wurde. Zähle die neun Merkmale dieser Frucht auf (Gal 5,22.23):




Hier findest du die Lösungen zum Lückentext.