Pflanzen in der Bibel (6)

Terebinthe, Zeder, Ysop, Dornen

In der Bibel kommen verschiedene Baumarten vor, denen Gott zu unserer Unterweisung jeweils eine besondere geistliche Bedeutung gibt.

Den Abschluss dieses Themas bilden dann die Dornen, die eine Folge des Sündenfalls sind und in der Bibel mehrere Male erwähnt werden.

Terebinthe

Die Terebinthe ist ein nur ungefähr sieben Meter hoher Baum. Er besitzt aber weit ausladende Äste. Darunter ergibt sich ein runder, bedeckter Platz. Dieser Baum ist also ein idealer Schattenspender.

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Terebinthe
Terebinthe

Zur Zeit, als man in Zelten wohnte und als Nomade umherzog, lagerte man bei solchen Terebinthen. Das Leben spielte sich unter dem Blätterdach ab, wo es auch in der heissen Tageszeit noch erträglich war. Ein Beispiel dazu findest du in 1. Mose 13,18:

«Abram schlug Zelte auf und kam und wohnte unter den Terebinthen Mamres, die bei Hebron sind; und er baute dort dem HERRN einen Altar.»

Direkte Sonneneinstrahlung kann für Menschen und Tiere mühsam oder sogar gefährlich sein. Schatten ist dann wichtig und macht die Situation erträglicher. In deinem Leben können Schwierigkeiten oder Versuchungen auftauchen. Sie wirken wie die stechende Sonne. Gott nimmt dir diese «Sonne» nicht immer weg, aber Er will dir Linderung verschaffen, so dass die Situation erträglich wird.

«Der HERR ist dein Hüter, der HERR ist dein _________ über deiner rechten Hand. Nicht wird die Sonne dich stechen am Tag, noch der Mond bei Nacht» (Ps 121,5.6).

«Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ________ könnt» (1. Kor 10,13).

Für Abraham waren die Terebinthen Mamres nicht nur ein Ruheplatz. Er hatte dort auch einen Altar. So stand er immer mit Gott in Verbindung. Der HERR war eine Realität in seinem Glaubensleben. Bei diesen Terebinthen besuchte Gott Abraham und redete mit ihm wie mit einem Freund (1. Mo 18; Jak 2,23). Obwohl Abraham den HERRN in diesem Moment vor sich sah, musste er an die Aussagen Gottes glauben.

Hast du auch so einen vertrauensvollen Austausch mit dem Herrn? Er gibt dir in Psalm 25,14 ein Versprechen:




Aus der Fussnote merkst du: Der Herr Jesus will vertrauten Umgang mit dir haben und dir mitteilen, was in seinem Herzen ist. Er setzt aber voraus, dass du Ihn fürchtest, d.h. alles meiden möchtest, was Ihm missfällt. Er freut sich, wenn du mit Ihm durch den Tag gehst wie mit einem guten Freund.

Terebinthen wachsen als Einzelbäume oder in kleinen Gruppen. Wenn Abraham sein Lager bei einer Terebinthe aufschlug, war der nächste «Nachbar» im Allgemeinen weit weg. So bekam er zuerst nicht einmal mit, dass in der Region Krieg geführt wurde (1. Mo 14,1-13). Darin liegt ein Hinweis auf unser Verhältnis zur Welt, dem Herrschaftsbereich des Teufels über die Menschen: Wir halten in unserem Herzen und wo möglich auch äusserlich einen grossen Abstand zu ihr. So stellen wir sicher, dass sie uns nicht negativ beeinflusst. Einen positiven Einfluss kannst du von ihr auf keinen Fall erwarten.

Wozu wirst du in 2. Korinther 6,17 aufgefordert?




Welche Verheissung wird damit verknüpft? ___________________

Gott gab den Menschen unter den Terebinthen einen besonderen Begegnungsort mit Ihm. Einmal kam der Engel des HERRN und setzte sich unter eine Terebinthe, um mit Gideon zu reden (Ri 6,11). Bestimmt hat der junge Mann diese Begegnung nie mehr vergessen.

Leider gab es in Israel auch Menschen, die diesen Ort für ihren Götzendienst missbrauchten. Lies dazu aus Hosea 4,13:

«Sie opfern auf den Gipfeln der Berge und räuchern auf den Hügeln, unter _____ und ______ und _________, weil ihr Schatten gut ist.»

Zeder und Ysop – Gross und Klein

Zwei typische Vertreter der Pflanzen in Kanaan sind die Zeder und der Ysop. Damit wir die biblische Belehrung besser verstehen, wollen wir uns mit beiden gleichzeitig beschäftigen. Obwohl sie sehr verschieden sind, geben sie gemeinsam eine bildhafte Belehrung.

Die Zeder

Auf dem Libanon, einem Gebirge am nördlichen Rand von Israel, wächst eine Zedernart, die bis zu 50 Meter hoch wird und einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern erreicht. Ursprünglich gab es grosse Zedernwälder, die aber weitgehend gerodet wurden, weil das Holz ein begehrtes Baumaterial war (z.B. für den Tempel, vgl. 1. Kön 5 – 7). Heute sind davon nur noch kleine Bestände übrig geblieben. Trotzdem bleibt die Zeder ein wichtiges Symbol der Region, so ziert sie beispielsweise die Flagge des Staates Libanon.

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Zeder
Zeder

In der Bibel stellt die Zeder hochgestellte, angesehene Menschen dar. Damit geht meistens Hochmut einher. Lies Hesekiel 31: Dort vergleicht Gott sowohl den assyrischen wie den ägyptischen König mit einer Zeder auf dem Libanon. In den Versen 10 und 11 erklärt Er die Illustration und kündigt das Gericht an: «Weil du hoch geworden bist an Wuchs und er seinen Wipfel bis zwischen die Wolken streckte und sein Herz sich erhob wegen seiner Höhe, so werde ich ihn in die Hand des Mächtigen der Nationen geben.»

Der Ysop

Der Ysop ist genau das Gegenteil der Zeder. Er ist unscheinbar und wächst an den Mauern heraus (1. Kön 5,13). Man weiss nicht genau, ob die in der Bibel erwähnte Pflanze dem heute bekannten Ysop entspricht. Sie war so aufgebaut, dass man einen Büschel davon wie einen Pinsel gebrauchen konnte (2. Mo 12,22). Ausserdem hatte der Halm der Pflanze einen rohrähnlichen Aufbau. Jemand steckte einen Schwamm, der mit Essig getränkt war, auf einen Ysop-Stab. Diesen streckte er dem Herrn Jesus hin, der am Kreuz hing, damit Er vom Essig trinken konnte (Joh 19,29; Mt 27,48).

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Ysop
Ysop

Häufig werden die Zeder und der Ysop in der Bibel miteinander erwähnt. Gott will damit zeigen, dass Er seine Botschaft an alle Menschen richtet: an Grosse und Kleine. Er muss ihnen klarmachen, dass alle Menschen gesündigt und seine Strafe verdient haben. Um dies zu verdeutlichen, hat Gott in einem Fall angewiesen, sowohl Zedernholz als auch Ysop in den Brand eines Opfertiers zu werfen (4. Mo 19,6).

Gott ist in dieser Frage eindeutig:

«Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer» (Röm 3,10-12).

Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, dann lernen wir aus Offenbarung 20,11-15: Grosse und Kleine, die sich nie bekehrt haben, werden einmal vor dem Richter Jesus Christus erscheinen. Wie lautet das göttliche Urteil in Vers 15?



Es gibt jedoch einen Ausweg! Lies dazu weiter im Römer-Brief:

«Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus gegen ____ und auf ____, die glauben. Denn es ist kein ___________, denn ____ haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden ______ gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die ________, die in Christus _____ ist» (Röm 3,22-24).

«Es ist kein _____________ zwischen Jude und Grieche, denn derselbe Herr von _____ ist reich für ____, die ihn _______; ‹denn jeder, der irgend den Namen des Herrn ______, wird ________ werden.›» (Röm 10,12.13).

Alle Menschen, ob gross oder klein, ob angesehen oder kaum beachtet, können durch den persönlichen Glauben an den Herrn Jesus von der ewigen Strafe gerettet werden.

Dornen

1. Mose 3,17-19

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Dornen
Dornstrauch

Ursprünglich schuf Gott die Pflanzen ohne Dornen. Doch als Adam und Eva in Sünde fielen, kam damit nicht nur ein göttlicher Fluch auf die Menschen, sondern über die gesamte Schöpfung. Als Folge davon wachsen heute Pflanzen mit Dornen.

Ein Dorn ist ein spitzes, hartes und stechendes Gebilde an einer Pflanze, das an der Stelle eines Organs sitzt. Dornen sind also umgewandelte Sprossachsen, Blätter, Nebenblätter oder Wurzeln. Das ist nicht die Folge der Evolution, d.h. einer langsamen Entwicklung. Vielmehr hat Gott nach dem Sündenfall bei einigen Pflanzen aus Blättern Dornen gemacht.

Dornen dienen den Pflanzen zur Abwehr von pflanzenfressenden Tieren und zum Schutz gegen kletternde Kleintiere. So hat Gott aus dem Fluch für diese Pflanze etwas Positives hervorgebracht.

Der Herr Jesus musste selbst erfahren, was dieser Fluch bedeutet, als Ihm die Soldaten eine selbstgefertigte Krone aus Dornen auf den Kopf setzten. Das taten sie sicher nicht sanft, sondern drückten die Dornen fest in seinen Kopf (Mk 15,17).

Als der einzig Sündlose trug Er dieses Zeichen des Fluchs auf seinem Kopf. Welche Schmach! Doch jetzt sehen wir Ihn im Himmel mit __________________ gekrönt (Heb 2,9). Wenn Er zum zweiten Mal auf der Erde erscheinen wird, wird Er eine _____________ tragen (Off 14,14). Welche Ehre!

In Lukas 8 erzählt der Herr Jesus das Gleichnis vom Sämann, der den Samen auf vier verschiedenartige Böden streut. Einer dieser Böden ist von Dornen bewachsen. Bevor der Same richtig Wurzeln schlagen kann, schiessen die Dornenpflanzen auf und ersticken die Sprösslinge des guten Samens. Was will der Herr Jesus uns mit diesem Bild sagen? Er erklärt es gleich selbst:

«Was aber in die Dornen fiel, das sind solche, die gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen» (Lk 8,14).

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Dornen vs. Stacheln
Der Unterschied von Dornen (links) und Stacheln (rechts): Dornen sind Umformungen von ursprünglich Blättern oder Wurzeln. Stacheln hingegen sind Auswüchse des Rindengewebes.

Dornen veranschaulichen drei Einflüsse in unserem Leben. Wenn sie uns bestimmen, kann das Wort Gottes nicht in uns wirken. Es wird verdrängt. Was ist da zu tun?

  • Sorgen tauchen meistens auf, ohne dass wir uns dagegen wehren können. Gott möchte aber nicht, dass wir deswegen verzweifeln. Darum werden wir in 1. Petrus 5,7 aufgefordert:

    Wie machst du das konkret?


  • Reichtum ruft die Angst hervor, das Vermögen zu verlieren und arm zu werden. Es kann auch falsches Vertrauen auf Geld und Besitz bewirken. Wovor warnt uns Gott in 1. Timotheus 6,9?


    Wozu werden wir in 1. Timotheus 6,17-19 angehalten, wenn Gott uns Reichtum anvertraut hat?


  • Vergnügungen des Lebens sind alles, was die Welt an Freude und Genuss bietet. Der verlorene Sohn hat diese Vergnügungen in vollen Zügen ausgekostet. Was blieb ihm davon? Lies dazu Lukas 15,11-16: _______. Denk daran: Weltliche Vergnügungen verdrängen das Wort Gottes und hinterlassen eine innere Leere! Was sagt Salomo in Sprüche 14,13 dazu?


Hier findest du die Lösungen zum Lückentext.