Jüngerschaft und Nachfolge (7)

Trost für die Herzen der Jünger

Ist Trost nicht etwas für trauernde und alte Leute? – Nein, Trost brauchen auch junge Menschen, weil wir alle nicht nur traurig, sondern auch enttäuscht oder mutlos sein können. Das lähmt unsere Glaubensenergie und schränkt unsere Tätigkeit ein. Anstatt unserem Herrn zu folgen, sind wir mit uns selbst beschäftigt. Wir sind versuchbar und verletzbar.

Was kann denn unseren Glauben erschüttern? Der Herr nennt in seinen Abschiedsworten in Johannes 14 drei Ursachen: unser Herz, die Welt und der Fürst dieser Welt. Unsere Herzen reagieren sensibel auf Einflüsse. Bei den Jüngern war es wohl der Abschied von ihrem Herrn, das Gefühl des Verlassenseins, was ihnen Mühe machte. Sie fragten sich, wie es ohne ihren geliebten Meister weitergehen würde. In der Welt würden sie Bedrängnis haben, doch sie sollten guten Mutes sein, weil Er die Welt überwunden hat (Joh 16,33). Dann war da der Fürst dieser Welt, der ihren Glauben zu erschüttern suchte. Doch der Herr würde ihn durch seinen Tod besiegen.

Was bedeutet Trost und wie werden wir getröstet? Wenn ein Kind traurig ist und weint, nimmt seine Mutter es in die Arme und auf den Schoss und spricht tröstliche Worte zu ihm. So zieht der Herr seine Jünger liebevoll ins Vertrauen und spricht zu ihren Herzen. Er redet wahre Worte zu ihnen, die alles ins rechte Licht rücken. Der Herr musste sie verlassen, aber Er würde durch seinen Geist zu ihnen kommen, um dann näher bei ihnen zu sein als zur Zeit, da Er noch bei ihnen weilte. Der Herr hatte viele tröstliche Worte für seine mutlosen Jünger. Wir weisen auf sieben hin und überlassen es dir, nach weiteren zu suchen.

1) Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich

Der erste Trost liegt in seiner eigenen Person: «Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich!» (Joh 14,1). Er kam ja als der Trost Israels auf die Erde und zu seinem Volk (Lk 2,25). Doch die Seinen nahmen Ihn nicht an. Sie meinten, diesen Trost nicht nötig zu haben! Ein Simeon aber erwartete Ihn und wurde durch Ihn getröstet. Eine Anna erwartete Ihn und redete von Ihm zu allen, die in Jerusalem auf Erlösung warteten. Er war der Trost für die traurigen Herzen der Jünger. Obwohl Er jetzt zum Vater zurückging und sie Ihn dann nicht mehr sehen würden, konnte Er ihnen sagen: «Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch (Joh 14,18). Tatsächlich wohnt Er durch den Geist und durch den Glauben auch in unseren Herzen. Das macht uns Mut.

2) Das Haus des Vaters

«In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten» (Joh 14,2). Das Haus des Vaters ist der Ort, wo der Vater und der Sohn schon immer wohnten. Dort wird auch unser Zuhause sein, weil der Herr Jesus hinging, um für uns eine Stätte zu bereiten. Es ist ein Ort der Sicherheit, da er ausserhalb der Schöpfung liegt. Es ist ein Haus, wo wir mit dem Vater und dem Sohn Gemeinschaft haben werden. Jenes Zuhause ist das Ziel für jeden Jünger. Dort werden wir uns nach getaner Arbeit ausruhen. So wie ein Marathon-Läufer weiss, zu welchem Ziel er läuft, laufen wir unserer ewigen Heimat entgegen. Das spornt uns an.

3) So komme ich wieder …

«Wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet» (Joh 14,3). Als Jünger des Herrn Jesus haben wir eine lebendige Hoffnung, ganz im Gegensatz zu früher, als wir ohne Gott und ohne Hoffnung in dieser Welt lebten. Er wird persönlich wiederkommen, um uns zu holen. Der Chef einer grossen Firma mag Gäste durch seinen Chauffeur abholen lassen. Wenn aber seine Braut kommt, wird er sicher persönlich hinfahren, um sie zu empfangen. Paulus belehrt uns durch den Geist Gottes, dass der Herr selbst mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen wird. Es ist ein persönlicher, unüberhörbarer Ruf. Wir werden in Wolken dem Herrn entgegen entrückt werden, und so werden wir allezeit bei Ihm sein. Mit diesen Worten sollen wir einander ermuntern (1. Thes 4,16-18).

4) Der Vater

Der Herr versprach seinen Jüngern einen Platz in den Wohnungen des Vaterhauses. Die Hauptperson in diesem Haus ist der Vater. Wir dürfen Ihn jetzt schon durch den Herrn Jesus kennen. «Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen» (Joh 14,9). Der Sohn ist die volle Offenbarung des Vaters. Das wurde für die Jünger in den Worten und Werken des Herrn Jesus sicht- und greifbar. Er ist für uns der Weg zum Vater. Und weiter bezeugt Er ihnen: «Der Vater selbst hat euch lieb» (Joh 16,27). Der Vater liebt seinen Sohn und Er liebt auch uns. Er hat uns als seine Söhne angenommen, damit wir mit Ihm und seinem Sohn Gemeinschaft haben. In der Gemeinschaft mit göttlichen Personen finden wir Trost.

5) Bittet in meinem Namen

Der Meister musste die Jünger zurücklassen. Aber Er stattet sie mit dem wunderbaren Vorrecht aus, als seine Stellvertreter den Vater demütig bitten zu dürfen. Das bedeutet, dass sie auf dem Weg der Nachfolge in Situationen kommen und in Aufgaben hineingestellt würden, die die Hilfe des Vaters erforderten. Diese Hilfe wird ihnen hier zugesagt, wenn sie sich an den rechten Platz stellen würden. «Um was irgend ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde» (Joh 14,13).

In seinem Namen zu bitten, heisst nicht einfach, diese Worte wie eine Formel herzusagen. Es verleiht vielmehr Vollmacht, den Vater freimütig um das zu bitten, was wir für unseren Auftrag nötig haben. In seinem Namen vor Gott, den Vater, zu treten, gibt den Bitten die Kraft und Würde der Person des Sohnes mit dem Ziel, dass der Vater in Ihm verherrlicht werde. Dass dies dem Herrn Jesus wichtig ist, wird aus der Wiederholung der Verheissung ersichtlich: «Wenn ihr um etwas bitten werdet in meinem Namen, werde ich es tun» (Joh 14,14). Ist es nicht tröstlich, dass wir den Vater in jeder Situation anrufen dürfen?

6) Der Heilige Geist, der Tröster

Weil der Herr Jesus zum Vater zurückging und seine Jünger allein zurücklassen musste, bat Er seinen Vater, ihnen einen anderen Sachwalter zu senden. «Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein» (Joh 14,16.17).

Sachwalter bedeutet Fürsprecher, Tröster oder Beistand. Der Heilige Geist steht uns zur Seite, um unsere Sache zu übernehmen und uns zu helfen. Welch eine göttliche Fürsorge für uns, dass wir diese Person der Gottheit kennen dürfen! Wir sind mit Ihm auf den Tag der Erlösung versiegelt. Das ist unsere Sicherheit, weil dieses Siegel unlösbar ist, denn der Geist bleibt bei uns in Ewigkeit. Gottes Wort gibt uns die Gewissheit: Er ist in uns. Er will uns beistehen und uns trösten, damit wir uns an unserem Heil, aber auch an dem Vater und dem Sohn freuen können.

7) Meinen Frieden

«Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam» (Joh 14,27). Frieden bedeutet für die Menschen oft nur Abwesenheit von Krieg. Es gibt zahlreiche Friedensbemühungen in dieser Welt. Doch es gibt für die Menschheit jetzt keinen bleibenden Frieden. Der Herr Jesus aber schenkt uns – jedem Einzelnen, der an Ihn und sein Erlösungswerk glaubt – den Frieden, den Er durch das Blut seines Kreuzes gemacht hat: Frieden mit Gott.

Zudem gibt Er uns seinen Frieden. Das ist sein vollkommenes Vertrauen, das Er zu seinem Vater hatte, während Er als Gottes Gesandter hier lebte. Dieser Frieden darf auch uns in jeder Lebenslage erfüllen, so dass unser Herz sich weder erschüttern noch furchtsam sein muss, sondern wir Ihm furchtlos nachfolgen können.