Heilstatsachen (23)

Das Strafgericht (2)

Der Richterstuhl des Christus (Fortsetzung)

Der Herr Jesus hat gesagt, dass die Gläubigen nicht ins Gericht kommen (Joh 5,24). Dennoch werden sie vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen. Das geschieht nach ihrer Entrückung in den Himmel.

Wozu werden die Glaubenden vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen?

Die Erlösten werden am Richterstuhl nicht wegen der Sünde verurteilt, denn der Besitz des ewigen Lebens befreit sie davor. Die verdiente Strafe für ihre Sünden und das Gericht über ihren sündigen Zustand wurden bereits von ihrem Stellvertreter in seinem Tod getragen. Aber die Gläubigen müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, «damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat» (2. Kor 5,10).

Für den Gläubigen bedeutet dies, dass dann seine Arbeit im Dienst für den Herrn während seines Lebens hier beurteilt wird. Dieser Punkt kann nicht genug betont und in unseren Herzen und Gewissen verankert werden. Der Gedanke, dass wir vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden müssen, wird uns nämlich zu Eifer und Treue anspornen. Lasst uns jedoch daran denken: Bevor wir so beurteilt werden, sind wir bereits verherrlicht. Wir werden in körperlicher und geistlicher Hinsicht unserem Herrn gleich sein (Phil 3,20.21; 1. Joh 3,2). Daher werden wir bei seiner Beurteilung unserer Werke in voller Gemeinschaft mit Ihm sein.

Der Herr wird in seiner gerechten Ausgewogenheit alle Werke überprüfen, die die Glaubenden für Ihn getan haben. Er beurteilt die Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit ihrer Herzen und die Wahrheit, in der sie gehandelt haben. Dann wird Er ihnen eine Belohnung nach der Grösse seines Reichtums und seiner Güte geben, wie Er es verheissen hat: «Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist» (Off 22,12).

Aufgrund seiner Allwissenheit unterscheidet der Herr die Gedanken und Motive des Herzens, denn alles ist vor Ihm bloss und aufgedeckt (Heb 4,13). Er wird das, was in diesen Werken der Gläubigen durch das Fleisch gewirkt war, entfernen, auch wenn es indirekt oder versteckt geschah. Dafür bekommen sie keinen Lohn, sondern erleiden einen Verlust. Der feierliche Ernst dieser Beurteilung unseres ganzen Lebens wird vor unserem Erretter selbst stattfinden. Das soll uns veranlassen, unser Glaubensleben entschieden für den Herrn zu führen. Leben wir von jetzt an bewusster in seiner heiligen Gegenwart, um Ihm in allem zu gefallen! «Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und euer ganzer Geist und Seele und Leib werde untadelig bewahrt bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus» (1. Thes 5,23).

Das Gericht über die Ungläubigen

Die Erde war schon der Schauplatz von manchen Gerichten über Menschen, die hier lebten. Sie wird es auch weiterhin sein. Eine solche Gerichtssitzung finden wir in Matthäus 25,31-46: «Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden …»

Häufig wird diese Szene mit der Gerichtssitzung in Offenbarung 20 vor dem grossen weissen Thron verwechselt. Es handelt sich aber um zwei völlig unterschiedliche Ereignisse. Die endgültige Verurteilung der Ungläubigen wird erst nach dem Ende des Tausendjährigen Reichs erfolgen.

In Matthäus 25 geht es um das Gericht der lebenden Menschen aus den Nationen zur Zeit der Erscheinung des Sohnes des Menschen in seiner Herrlichkeit. Diese Gerichtssitzung wird seiner Universalherrschaft «vom Strom bis an die Enden der Erde» vorausgehen (Sach 9,10). Die Schilderung des letzten Gerichts, das die Toten betrifft, steht in Offenbarung 20,12-15:

«Ich sah die Toten, die Grossen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.»

Wir sehen, dass die Ungläubigen aus dem Tod hervorkommen, um gerichtet zu werden. Das ist die «Auferstehung des Gerichts», von der Jesus Christus in Johannes 5,29 spricht. Sie umfasst nur die Ungläubigen. Es ist zwar richtig, dass in diesem Zusammenhang auch das Buch des Lebens erwähnt wird, was aber nicht darauf hindeutet, dass die Glaubenden dann gerichtet werden.

Das Buch des Lebens wird geöffnet, um nachzuweisen, dass die Namen derer, die dann gerichtet und verurteilt werden müssen, nicht darin stehen. Die Ungläubigen werden also auf einer zweifachen Grundlage beurteilt. Ihre Namen sind nicht im Buch des Lebens verzeichnet. Ihre Werke beweisen, dass sie die gerechte Strafe verdienen. Sie werden aufgrund des ewig gültigen Urteilsspruchs in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Es ist eine Strafe, der kein Ungläubiger zu entkommen vermag, und ein Urteil, das nicht angefochten werden kann.

Bist du gerettet?

Bist du, der du dies liest, noch nicht gerettet? Dann bitte ich dich eindringlich, diese ernste Szene zu betrachten. Der Richter, der dann auf dem grossen weissen Thron sitzen wird, ist der Gleiche, der jetzt in der Herrlichkeit zur Rechten Gottes sitzt und sich dir heute als Erlöser vorstellt. Gott selbst hat Ihn so hoch erhoben. Er hat Ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist, und zwar mit dem Ziel, «damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters» (Phil 2,10.11). Niemand kann dem entgehen. Darum stehst du vor der entscheidenden Frage, die deine ewige Bestimmung betrifft: Willst du jetzt die Knie freiwillig vor Ihm beugen, solange die wohlangenehme Zeit und der Tag des Heils währen? Oder wirst du bald einmal gezwungen werden, dich vor Ihm zu beugen, wenn du Ihm als deinem Richter auf dem Thron begegnen musst? Demütige dich heute vor Ihm, indem du Selbstgericht übst und den Platz des Sünders einnimmst. Blicke im Glauben auf den Retter, der als das Lamm Gottes die Sünde der Welt wegnimmt. Dann kommst du nicht ins Gericht, sondern gehst vom Tod ins Leben hinüber. Wenn du Ihn aber als Heiland zurückweist und die Gnade Gottes ablehnst, die allen ewiges Leben verspricht, die an Ihn glauben, wirst du dich unter seine Gerichtsrute beugen müssen. Gleichzeitig wirst du zum Bekenntnis gezwungen werden, dass Er der Herr ist – zur Verherrlichung Gottes, des Vaters. Eine schreckliche Alternative!

Möge der Herr selbst diesen Gedanken benutzen, um dich als verlorener Sünder zu seinen Füssen zu führen, damit du Ihn als deinen Erlöser annimmst. Dann wirst du zu den Glücklichen gehören, die sein Wiederkommen erwarten und nicht vor dem grossen weissen Thron erscheinen müssen.